Sommernächte – nachts ist es wärmer als draußen.

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Die Sonne weicht dem Mond. Langsam und stetig taucht sie in den Horizont ein und doch dämmert sie noch lange weiter, als wolle sie sagen: ich möchte noch nicht gehen, darf ich nicht mit dir Sterne schauen? Doch dann ist da irgendwann nur noch diese flimmernde Ahnung der grellen, heißen Luft des Tages und er ist da: der Sternenhimmel. Klar und frei ist der Blick.

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Meidet man bei Tag die schneidende Wärme, sucht man nun die klare Luft der Nacht. Ziehen sich die Menschen mit der Dunkelheit eigentlich zurück, so scheint dieser Sommerabend sie aus ihren Löchern und Höhlen herauszuziehen. Stimmen, Lachen, Küsse, Musikfetzen bilden die Symphonie der Nacht. Und doch ist es der Moment zu schweigen. Zu klein wirken die eigenen Worte angesichts der galaktischen Unendlichkeit, die sich wie eine Decke über einem ausbreitet. Eine Decke mit kleinen Löchern, durch die Lichtpunkte wie Sterne strahlen. Man denkt an greifbar wirkende Wolken und das helle Blau des Tages, das einem Nähe und Endlichkeit vorgaukelte. Kann das der gleiche Himmel sein? Der Gedanke wird durchkreuzt von einer Sternschnuppe – oder war es doch nur ein Flugzeug? Für solche Details interessiert man sich bei Tage, nachts darf die Fantasie in der Dunkelheit ihre Bahnen ziehen.

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Der Blick wird umschwirrt von den Wesen der Nacht. Die Wespen des Tages sind den Nachtfaltern gewichen. Irgendwo spinnt eine Spinne ihre Falle für den neuen Morgen. Eine Fledermaus beginnt ihr Tagewerk und strudelt durch Baumkronen, wie es ein Vogel nie könnte. Das Flattern der Dämmerung und Flirren der Sonne weicht dem Krabbeln der nächtlichen Tiere. Diese dunkle Nacht raschelt, das Schwarz ist voller Bewegungen. Voller Leben, das wir nur erahnen können.

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Diese Nacht riecht nach warmem Asphalt und feuchter Wiese. Nach leichter Weinschorle und glimmender Grillkohle. Nach Unendlichkeit und dem Moment. Und so sitzt man irgendwo. Saugt die Restwärme, die Gerüche, die Geräusche ein und wird von dieser sommerlichen Nacht berührt.

Bis man etwas zu sehr berührt wird  – von einer Spinne, die einem über den Fuß huscht, und beschließt, dass es Zeit ist nach Hause zu gehen. Auf dem Heimweg wird man begleitet von der Stille der Gedanken, der Wärme der Luft und der leise herauskriechenden Dämmerung, die das Ende dieser strahlenden Sommernacht erahnen lässt.

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