Zwischen den Meeren liegt das Glück.

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Es kann eigentlich nur an dieser Sprache liegen. An dieser Geräusche-Emission, die klingt, als würde ein Japaner rückwärts jodeln, während er eine heiße Kartoffel im Mund tranchiert. So hört es sich jedenfalls an – dieses Dänisch. Wer nicht lacht, wenn ein Däne irgendetwas sagt, was sich wie „Hoideldoideldudeldoi“ anhört, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Hoideldoi-los verloren muss er oder sie sein. Denn selbst die Dänen scheinen sich über ihre eigene Lautmalerei zu amüsieren. Anders ist dieser positive, fröhliche, lächelnde Grundanstrich in diesem Land schließlich nicht zu erklären. Oder warum scheinen, nein sind die Dänen so glücklich? Dänemark gilt als eines der glücklichsten Länder der Welt. So lange wie es den World Happiness Report gibt (seit 2012), solange befindet sich das putzige kleine Land zwischen den Meeren auf einem der ersten drei Plätze (Quelle: worldhappiness.report). Zur Einordnung: Deutschland dümpelt da irgendwo hinter Irland auf Platz siebzehn herum.

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Die Antwort findet sich weniger in den Statistiken und Auswertungen eines globalen Gefühlsberichts als in diesem Land selbst. Sie findet sich bei der Fahrt über ruhige Straßen, beim Einkaufsbummel durch freundliche Geschäfte, beim Spaziergang durch windumtoste Küstenlandschaften ohne Strandnippes und anderen Plastikmüll. Schnell merkt der Gast: in Dänemark nervt einen irgendwie nichts. Nicht einmal der Regen. Dieser perlt an seinen Bewohnern ab, wie vieles andere auch. Doch womit sind diese Dänen imprägniert? Und muss man sich nur lange genug an ihnen reiben, um etwas davon abzubekommen?

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Was den Dänen anscheinend ein kleines Stück Glück Vorsprung vor vielen anderen zu geben scheint, ist nicht ihr funktionierendes Staatswesen, Gesundheitssystem und Bildungsprogramm. Das haben andere auch. Was sie zusätzlich zu haben scheinen, ist die glücklichmachendere Einstellung zu den Dingen. In all dem japanischen Gejodel haben sie dafür einen eigenen Begriff geprägt, der sogar in andere Sprachen überschwappt: Hygge. Dabei geht es um mehr, als darum, seine Kissenbezüge farblich mit den Nasenhaaren des Partners abzustimmen oder öfter mal eine Kerze anzuzünden. Hygge beschreibt eine Gemütlichkeit, eine Gelassenheit, die eine ganze Gesellschaft zu prägen scheint. Hygge ist die Fähigkeit, sich den einfachen, schönen Dingen zu widmen und in intimer Freude mit oder an dem zu erfreuen, was man hat. Einen Partner, mit dem man ins Kaminfeuer starren kann. Mehrere Freunde, mit denen man seine Picknickdecke teilen kann. Ein gutes Buch, mit dem man Partner und Freunde eine Zeit lang auch mal vergessen kann. Selbst der einsamste Bauernhof sieht hyggelig aus, während man bei uns schnell an irgendwas mit „Familiendrama“ an einem solchen Ort denkt. Nein, auch hier grüßt eine kleine Lampe im Fenster den Besucher. Denn Lampen in Fenstern erhellen keine Räume, sondern vorbeifahrende Gedanken.

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Und so sitzt man bei Hotdog und Softeis und merkt: es ist der gesunde Umgang mit den ungesunden Dingen, die einen glücklicher machen. Mit diesem dänischen Gedankenfilter scheint das Leben schöner zu sein. Und gleichzeitig schöner zu werden. Hübsche Häuser, gut gekleidete Menschen, perfekte Radwege zeugen von einer unsichtbaren Ordnung und Verbundenheit. Horrende Steuern zahlt man gerne, da man sieht, was sie bewirken: eine bessere Gemeinschaft.

Am Ende nervt den Besucher doch etwas: die Tatsache, dass man wieder nach Hause fahren muss. Jedoch fährt man nicht ohne sich gründlich gerieben zu haben. Nicht an den Dingen, die man nicht ändern kann. Sondern an den Dänen, von denen man sich eine Scheibe abreiben möchte.

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