Das arme Würstchen.

Jetzt sitzt er da in diesem Haus, das nicht seines ist, und man fragt sich, was er als nächstes tut. Wird er die Einrichtung mit seinem Neuner-Eisen zertrümmern? Wirft er sein Handy an die Wand, weil er merkt, dass Dinge nicht wahrer werden, wenn man sie in Großbuchstaben schreibt? Drückt er widerspenstig den Knopf, weil er seinem Nachfolger das Leben noch ein paar Atome schwerer machen möchte als es ohnehin schon sein dürfte? Was macht er, die arme Wurst, die bald auf die Straße gesetzt wird?
Immerhin sucht er zur Selbstregulierung zunächst einen Ort auf, an dem man eher eine ruhige Kugel schiebt. Ob er an diesem Tag zweimal verloren hat, ist nicht überliefert. Sein allgemeiner Gemütszustand legt es zumindest nahe, dass die Partie Golf weniger kathartisch war als erhofft. Das ist aber auch einfach ein schwieriger Tag, dieser Tag, an dem man sich mit Fakten auseinandersetzen muss, wo man Fakten doch noch weniger mag als zu verlieren. Nennen wir sie stattdessen vielleicht daher besser Details. Da ist zum Beispiel dieses Detail, dass ein latent zwielichtiger Politiker, der den Klimawandel ebenso wie die eigene Fehlbarkeit leugnet, 71 Millionen Wählerstimmen gewonnen hat. Das sind mehr Wählerstimmen, als jeder amtierende US-Präsident jemals zuvor bei einer Wahl gewonnen hat (Tweet realDonaldTrump). Damit kann man ja wohl nur eines sein: ein Sieger! Wäre da eben nur nicht dieses zweite, klitzekleine Details, dass da ein Gegenkandidat war, der noch mehr Stimmen erhalten hat. Und das auch noch so feige und frankiert per Brief. Anstatt heroisch an die Urne zu treten. Albern. Dass da überhaupt ein Gegenkandidat nötig war. Einfach albern, diese Bagatelle.
Dann wäre da noch dieses marginale Detail, das ein Hotel von einem Gartencenter unterscheidet (www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-kuendigt-pressekonferenz-in-luxushotel-statt-industriegebiet-an). Wenn man das übersieht, dann kündigt man halt aus Versehen eine Presskonferenz am falschen Ort an und muss dann heroische Halbwahrheiten zwischen einem Einäscherungsdienst und einem Garagentor abhalten. Das Ende und verschlossene Türen sind dabei ein durchaus gut gewählter Rahmen. Insbesondere, wenn man um Geld betteln möchte, weil der eigene Wahlkampf ein bisschen teurer war als gedacht (www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-will-mit-spenden-wahlkampfschulden-bezahlen). Das geht in einem Luxushotel schlechter als in einem trostlosen Industriegebiet. Da dürften sich die Taschen nur so öffnen. Zumal da noch dieses lästige Detail, dass man als normaler Bürger nicht immun ist und sich auf einmal wieder an Gesetze halten muss, auf einen wartet. Gut, wenn man da ein bisschen mehr Geld einsammelt für Gerichtskosten – aller Art. (www.zeit.de/politik/ausland/2020-11/donald-trump-wahlniederlage-immunitaet-klagen).
Dies alles wäre ziemlich witzig – wäre es nicht real. Denn mit einem Detail hat er recht: „BAD THINGS HAPPENED“ (Tweet realDonaldTrump). Es ist also an der Zeit, dass gute Dinge passieren – und ein gewisses Würstchen endlich auf die Straße gesetzt wird. Und der ganze Wurstgulasch ein Ende hat.