GesellschaftUnfug

Orange life matters.

Trump Truck Fump Aufkleber USA

Versprechen muss man einhalten. Mögen sie auch noch so absonderlich und kolossal dämlich sein. Aber irgendwann hielt man das gegebene Versprechen schließlich für eine manierliche Idee. Versprechen zu halten, ist also eine Frage der rückwirkend betrachteten eigenen Zurechnungsfähigkeit. Das weiß in der Regel auch jeder kleinste Idiot oder größte Despot.

Und so wacht ein besonderer Idiot an einem trüben Novembertagmorgen auf. Bei einem kleinen Gläschen Sagrotan schaltet er den Fernseher ein, um vom Bett aus eine Dokumentation über sich selbst zu schauen. Die Sendung wurde jedoch abgesagt. Stattdessen laufen andere Witzfiguren durchs Bild und berichten in einer Flut an Eilmeldungen, dass der Idiot selbst aus seinem eigenen Haus ausziehen werde. In wenigen Wochen. Das habe irgendjemand, der sich „Wähler“ nennt, beschlossen. Diese Fake News werden langsam immer dreister, denkt sich der Idiot. Und postet einen entsprechenden Trött auf Trumper. „Melanie, die Frau“ gefällt als einzige dieser Kommentar. Trumper befindet sich nun mal noch im Aufbau. Nachdem der Idiot vergeblich per Dekret versucht hatte, Twitter zu verbieten, ließ er sich eben sein eigenes Kurznachrichtenportal bauen. Trumper – das beste Netzwerk der Welt.

Er, ausziehen? Das kommt auf keinen Fall in Frage. Eher geht er ungeschminkt vor die Haustür. Die Welt braucht ihn schließlich mehr denn je. Er muss noch ein Versprechen einlösen. Und so wird das unerfüllte Versprechen zur Lösung seines Problems: er hat den Menschen eine Mauer versprochen. Eine gewaltige Mauer. Die beste Mauer, die die Welt je gesehen hat. Er wird diese Mauer lediglich nicht mehr an irgendeiner staubigen Grenze zu (s)einem Schurkenstaat erbauen lassen, sondern rund um sein Haus. Dass ihm diese brillante Idee nicht schon früher gekommen ist, liegt vermutlich an den Freimaurern und den Chinesen. Doch denen wird er es nun zeigen. Per Befehl wird er ihnen zeigen, wer die Pekingente knuspriger brät: er wird die Herausgabe der chinesischen Mauer verordnen und diese in mehreren Kreisen um das eigene Haus wieder errichten lassen. Falls etwas dabei im Wege stehen sollte, wie ein Kongresshaus zum Beispiel, möge es doch bitte einfach verschwinden. Wie alle Probleme seit er an der Macht ist, verschwinden. Das was von der Chinesischen Mauer übrig bleibt, kann ja dann an irgendwelchen Grenzen aufgetürmt werden, wenn es unbedingt sein muss.

So bleibt ihm eine fantastische Menge an außergewöhnlicher Zeit übrig, um seine weiteren großartigen Projekte zu vollenden. Insbesondere die Olympischen Spiele, zu deren Boykott er doch schon dieses Jahr am liebsten aufrufen wollte, muss er doch noch miterleben. Beziehungsweise deren Nichtstattfinden. Eine Zusammenkunft von Menschen, die behaupten, sie seien die Besten in irgendwas, kann er schließlich einfach nicht dulden. Dabei hebt doch keiner so gut wie er schwere Gewichte, wie die Bibel. Und keiner rennt schneller weg als er. Sei es in einen Bunker, den niemand seit dem 11.9.2001 benutzt hat oder sei es vor einem Experten.

Und dieses Rot in der Amerikanischen Flagge. Das kann er auch nicht einfach so durchgehen lassen. Die Farbe der Kommunisten! Welch Schande. Nein, ein streifiges Orange ist viel angemessener. Die beste Farbe der Welt! Make Orange great again! Die neue Farbe für die Hausfassade ist doch eben erst bestellt. Und die Holländer haben auch noch immer nicht auf sein fantastisches Angebot reagiert: die Niederlande gegen Alaska einzutauschen. Nein, jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um auszuziehen. Am Ende wollen sie ihm womöglich auch noch die Airforce One wegnehmen. Wie soll er dann in die Kirche auf der anderen Straßenseite gelangen? Möge ihm der Allmächtige beistehen: „der beste Präsident, den Gott je geschaffen hat“.

2 Gedanken zu „Orange life matters.

  1. Dieses interessante Problem steht uns noch bevor! Aber bis November geht noch viel…..Mist durch’s Trumpsche Land! Und wir dürfen (müssen) es live miterleben!🙄
    Hier sind ganz viel Zuversicht und Gelassenheit gefragt! Und natürlich die Rheinische Weisheit,:“ Et hät noch immer jut jejangen!“ Hoffentlich!

  2. Im November ist die Sache zuende, der feinfingrige Unhold Tronald Dump Geschichte.
    In 50 Jahren werden Historiker fragen, wer den ganzen Quatsch erfunden hat …

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