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Durchmachen bis es quietscht – von politischen Pappnasen und gewählten Karnevalsvereinen.

Die wichtigste, die fünfte Jahreszeit stand unter keinem guten Gestirn. Dunkle Wolken hingen über dem schwarz-roten Himmel. Die Katerstimmung lag bereits vor der eigentlichen Sause in der Luft.

Zunächst formierte sich dieses Jahr das Dreigestirn in buchstäblich letzter Minute. Erst am Abend vor Beginn der hochheiligen Karnevalsession und nur um eine Pappnasenlänge pünktlich zur Weiberfastnacht standen Jungfrau Angela, Prinz Martin und Bauer Horst ramponiert und rotnäsig vereint auf der Bühne. Die Formierung hatte sich zunächst hingezogen, da sich die koalierenden Karnevalisten nicht auf die Auswahl des passenden Wurfmaterials einigen konnten. Die Entscheidung zwischen pappigsüßen Steuersenkungen und sachgrundloser Kamelle fiel schwer. Man stritt sich. Man macht die Nächte durch bis es quietschte und suchte vergeblich nach einer für alle tanzbaren Hymne der Saison. Doch die Aussicht auf große Bühnen und schallendes Gelächter bewegte sie schließlich zum Durchhalten.

Und so wurden alle Spaßbremsen beseitig. Es konnte endlich losgehen mit den albernen Festreden und öffentlichen Beleidigungen. Man war zuversichtlich, die Besetzung war schließlich die talentierteste im ganzen Lande. Prinz Martin erzählte die besten Witze (unvergessen sein Brüller aus dem Herbst „Wir stehen für eine große Koalition nicht zur Verfügung.“). Bauer Horst sangt die melodischsten Heimatlieder („Viva Obergrenzia“ bleibt der bekannteste Klassiker). Und Jungfrau Angela war schon immer ein echter Hingucker als Pantomime im bunten Kostüm. Der Rest der Entourage verkleidete sich zudem äußerst stilvoll als Grokodile mit leicht traurigem Gesichtsausdruck. Auch wenn die Kostüme zwickten und die Perücken juckten, bemühte man sich um gute Stimmung. Das intonierte „da simma dabei, dat wird prima“ wirkte zwar zaghaft und trotzig, aber stets sehr bemüht.

Da man zuvor die Nächte durchgequietscht hatte, blieb zwar Zeit für Selfies aber leider nicht für das Schreiben neuer Büttenreden. Man beschloss daher einfach die Witze der letzten dreizehn Jahre aufzuwärmen. „Europa stärken, tätätä. Erdwärmung auf 2°C begrenzen, tätätä. Breitbandinternet für alle, tätätä.“ Ob Karl Theodor und Anette am Kopierer zur Hand gingen ist nicht bekannt.

Doch dann geschah das Unvorstellbare: Aschermittwoch ereignete sich vor dem Rosenmontag! Der Prinz verschwand über Nacht! Prinz Martin war zunächst voller Tatendrang und plante den Festzugswagen selber zu steuern, am liebsten ins Ausland. Doch ausgerechnet seinen eigenen roten Jecken – den Mitglieder des zwar nur zweitbeliebtesten, aber immer noch größten Karnevalsvereins – ging dies zu weit. Auf Martins schlingernden Fahr- und Führungsstil hatte keiner mehr Lust und die Roten Funken sprangen schließlich seekrank über die Reling des Prunkwagens. Sie landeten in der mütterlichen Umarmung von Funkemariechen Andrea, die schnell durch ihre beeindruckenden Spagate vom Tanzmariechen zur Vorsitzenden des Karnevalvereins aufgestiegen war. Unklar ist jedoch, ob sie Prinz Martin, der inzwischen beleidigt im RE nach Würselen vermutet wird, so kurzfristig beerben wird. Mit fremden Federn schmückt sie sich zwar eigentlich gerne, aber die Tatsache, dass sich Bauer Horst mit seinem Hang zur Folklore um alle inneren Angelegenheiten kümmern soll ist ihr so zuwider, wie das sauber gesprochene „sch“.

Karneval Pappnase Pfütze Clownsnase

Angesichts dieser wahrlich närrischen Zeiten kratzt sich der nüchterne Beobachter wohl nur noch verwundert an der eigenen Pappnase. Was bleibt ist die Frage: ist am Aschermittwoch (oder Achermittwoch, wie Andrea sagen würde) schon wieder alles vorbei? In jedem Fall ist klar für wen die Fastenzeit bereits jetzt begonnen hat: Kapellmeister Sigmar.

Ein Gedanke zu „Durchmachen bis es quietscht – von politischen Pappnasen und gewählten Karnevalsvereinen.

  1. Alaaf,Hellau oder quietsch fidel ,ganz egal was das närrische Volk auch ruft, die besten Prinzen und Narren kommen definitiv aus der Politik!!!!!
    Da paßt es doch,dass das Affentheater auch nach Aschermittwoch weiter geht! Nur dass dann selbst das närrischste Volk nicht mehr über deren Possen lachen kann!
    Dann stehen alle wie begossene Pudel/Clowns da und selbst der begeisterste Jeck verliert den Spaß am Karneval/Fastnacht! In diesem Sinne ein dreifach es“ tätätä tätätä “ auf unseren Schellenaffen ,der die beste „Büttenrede“ schrieb……aber bitte jetzt nicht in die Politik gehen 😉

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