LebenUnfug

Wie Zuhause.

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Samstagabend. Irgendwo in Deutschland. 

Sie: Wo gehen wir heute Abend essen? Auf „Ristorante La Casa“ oder das „Microwave“ hab ich irgendwie nicht schon wieder Lust. Da waren wir so häufig in letzter Zeit.

Er: Wie wärs mit dem „Esszimmer“? Das ist so ein neuer Laden direkt bei uns um die Ecke. Der ist derzeit in aller Munde.

Sie: Und was gibt es da so?

Er: Das ist so ein ganz neuartiges Konzept. Der Koch schaut einfach, was er im Kühlschrank hat und stellt dir daraus etwas ganz Eigenes zusammen.

Sie: Das klingt doch spannend. Meinst du, wir sollten reservieren?

Er: Besser wäre es. Moment. [Nimmt sein Handy ans Ohr] „Guten Abend, wir würden gerne einen Tisch für zwei Personen reservieren. Ja, für heute Abend. Ja, ich warte. Er schaut nach. Ja? Ja, gerne am Fenster. Perfekt, bis nachher.“ [legt sein Handy weg]

Sie: Und?

Er: Wir haben Glück. Der einzige Tisch ist noch frei.

Sie: Super. Aber jetzt hast du gar keine Uhrzeit abgemacht?

Er: Das ist egal, man kann wohl kommen, wann man möchte.

Sie: Hast du Lust, vorher noch zwei Bier im Kiosk „Zur Vorratskammer“ zu holen und unterwegs zu trinken? Ich würd mich und anderes dann mal in der Zwischenzeit in der Küche frisch machen. Ich muss nur noch kurz abduschen, den Spargel. Und Zehen schneiden. Knoblauchzehen. Und dann noch Schinken.

Er: Prima Idee. Es geht auch nichts über ein kühles Keinwegbier. [steht auf, verlässt den Raum und kommt mit zwei geöffneten Bierflaschen zurück]

Er: Ah, da ist es. Nach dir.

Sie: Oh, das ist aber schön eingerichtet hier. So persönlich.

Er: Und intim. Ich mag es, dass das „Esszimmer“ nur einen Tisch hat. Es soll zudem vor allem für seinen unaufdringlichen Service bekannt sein.

Sie: Toll. Man fühlt sich gleich, wie zuhause.

Er: Guten Abend die Dame. Willkommen im Esszimmer. Was kann ich für Sie tun?

Sie: Wir haben einen Tisch reserviert. Für zwei Personen.

Er: Ihre Begleitung verspätetet sich wohl?

Sie: Ja, das mit den Parkplätzen ist hier in der Gegend ja immer schwierig. Aber er kommt sicher gleich.

Er: Ich schaue kurz nach, welchen Tisch wir für Sie an diesem schönen Abend reserviert haben. Und dann bringe ich Sie schon einmal an Ihren Platz, wenn es genehm ist. [schaut in seine leere Hand]

Sie: Sehr gerne.

Er: Dann folgen Sie mir bitte. So, da wären wir. [rückt den Stuhl am Tisch zurück]

Sie: Direkt am Fenster, wie schön. [setzt sich an den Tisch]

Er: Darf es ein Aperitif sei?

Sie: Gerne. Hätten Sie diesen einen Chardonnay vom Penny da? Den für 3,99€? Jahrgang egal.

Er: Selbstverständlich. Eine ausgezeichnete Wahl, besonders die Egal-Abfüllung zeichnet sich durch ihren gleichgültigen Abgang aus.

Sie: Hervorragend. Dann nehmen wir davon eine Flasche.

Er: Sehr gerne. Den Wein haben wir Ihnen schon eingeschenkt. Ich bin gleich wieder da. [setzt sich an den Tisch]

Sie: Und hast du einen Parkplatz gefunden?

Er: Ja, direkt in unserer Tiefgarage.

Sie: Perfekt. Ich kann mich nicht entscheiden? Soll ich das Risotto nehmen oder rein gar nichts?

Er: Ich liebäugele ebenfalls mit dem Risotto. Oder einem Leberwurstbrot.

Sie: Dann lass uns doch beide das Risotto nehmen.

Er: Haben Sie schon etwas gefunden?

Sie: Sie kommen aber immer zur rechten Zeit. Wir nehmen beide das Risotto.

Er: Eine vorzügliche Wahl. Ein Moment bitte. [verlässt das Esszimmer] 

Sie: Ich hoffe, es dauert nicht so lange. Ich hab riesigen Hu..

Er [betritt mit zwei Tellern den Raum]: So, nun geht’s los. Hier hätten wir zweimal das Risotto auf Tellern, an sehr viel Käse und mit einer Spur zu viel Penny-Wein. Lassen Sie es sich schmecken. [setzt sich an den Tisch]

Sie: Das ging ja schnell.

Er: Sehr lecker. Schmeckt wie bei uns zuhause.

Sie: Schade, dass man im Restaurant nie Nachschlag bekommt. Ich geh mal kurz ums Eck. Weißt du, wo hier wohl die Toiletten sind?

Er: Nein, keine Ahnung.

Sie [verlässt den Raum und kommt mit einem Kochtopf in der Hand wieder]: Darf es noch etwas Nachschlag sein, der Herr?

Er: Sehr gerne. Für meine Begleitung bitte ebenfalls.

Sie: Selbstverständlich gerne. [setzt sich an den Tisch] Du, die haben hier nur eine Toilette für alle Gäste. Das finde ich etwas bedenklich.

Er: In diesen Zeiten ist es vermutlich einfach schwierig, für mehr als eine Toilette Klopapier aufzubringen.

Sie: Stimmt, da hast du vermutlich recht. Darf ich abräumen? Hat es Ihnen geschmeckt?

Er: Sehr sogar. Richten Sie einen Gruß an den Koch aus.

Sie: Ich soll mich von dir grüßen.

Er: Was machen wir mit dem angebrochenen Abend? Hast du noch Lust auf einen Absacker?

Sie: Sehr gerne. Kennst du eine Bar hier in der Nähe?

Er: Ja. Die Bar nennt sich „The Bathroom“ und ist bekannt für ihren mentholhaltigen Drink, wobei „the mouthwash“ ist wohl eher ein Shot, denn ein Drink.

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Sie: Ach, ist der Laden nicht direkt neben dem „In die Falle“? Da legt heut Abend DJ Sleepy auf.

Er: Ist das nicht, der der für seine Remixe der kleinen Nachtmusik bekannt ist?

Sie: Ja genau. Wobei wir wahrscheinlich schauen sollten, dass es nicht zu spät wird. Wir sind morgen zum Brunch in der „Balkoneria“ verabredet.

Er: Ach, das war morgen? Mit wem treffen wir uns noch mal?

Sie: Amsel, Drossel, Fink und Star.

Er: Ach, stimmt, ganz vergessen. Naja, aber es ist ja erst 18:15. Ein Getränk schaffen wir noch. Ich bestelle dann mal die Rechnung. Die Rechnung bitte!

Sie: Das macht genau null Euro. Wir akzeptieren leider weder Bargeld noch Kartenzahlungen.

Er: Ach, kann man dann hier nur mit AbwaschenExpress bezahlen?

Sie: Ja, genau. Brauchen Sie eine Quittung?

Er: Ja gerne. Man weiß schließlich nie, wo man die mal anlegen kann.

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2 Gedanken zu „Wie Zuhause.

  1. So spielt sich wohl im Moment überall die abendliche Ausgeh/Essens Überlegungen ab ! Bei uns sind auch einige Lokalitäten sehr bleibt! Da wären die Restaurants „la kitchenia“ und „La Fenestre“ und die Bar „la terratzza“! Aber das Problem, das wir nach der momentanen Zeit haben werden, ist ein gewichtiges! Wenn nicht sogar übergewichtiges! Denn die selbst gestylten Speisekarte die einem im Moment ins Haus, bzw ins Handy flattern, manchen Lust auf mehr….und so ereilt uns ein regelrechter Menü-Wettstreit……nach dem Motto wer kreiert die leckersten Gerichte …..daheim! Na dann Prost! Oder besser guten Hunger!
    P.S.: Da es ja im Augenblick genauso viele Fitnesstips und Sportanregungen fürs Heimstudio gibt, kommen wir vielleicht mit einem „blauen Auge“, zumindest beim Übergewicht davon!😉👍

  2. es gibt bei uns u.a. auch noch den Lieblingsitaliener um die Ecke, da kann man sich alle Gerichte von der gewohnten Speisekarte bestellen und mitnehmen (Fußkranke würden es auch geliefert bekommen), essen müssen wir es dann freilich ohne Betreuung zu Hause, aber das klappt schon; dem Italiener helfen wir damit außerdem ein bisschen über die Runden. Also lasst es Euch alle schmecken, wo immer es geht …

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