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	<title>Gesellschaft Archive - Schellenaffe</title>
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		<title>GASTBEITRAG von Trippel B: Gemeinschaftliches Treibenlassen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2022 22:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaftsgefühl aufkommen zu lassen. Sei es durch gemeinsames Singen in Fußballstadien oder Gesangsvereinen, durch gemeinschaftliches Erkunden neuer Wanderpfade oder Strickmuster. Seit zwei Jahren gehöre ich nun selbst einer solchen Gemeinschaft an &#8211; dem Frühschwimmerclub unseres örtlichen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaftsgefühl aufkommen zu lassen. Sei es durch gemeinsames Singen in Fußballstadien oder Gesangsvereinen, durch gemeinschaftliches Erkunden neuer Wanderpfade oder Strickmuster. Seit zwei Jahren gehöre ich nun selbst einer solchen Gemeinschaft an &#8211; dem Frühschwimmerclub unseres örtlichen Freibades. Leicht bekleidete Menschen treffen sich jeden Werktag vor dem ersten Sonnenstrahl vor dem Tor desselbigen Bades. Das Tor ist noch verschlossen, denn man kommt immer mindestens einige Minuten zu früh, um beim gemeinsamen Warten schon die ersten Neuigkeiten auszutauschen. Die Zustände von Gärten, Schlagzeilen der Lokalzeitung, das Wetter, in dem man schließlich badet, und natürlich die Wehwehchen, die jedoch so abgezählt sind wie die Bahnen, die man jeden Morgen zieht. Dann pünktlich um halb sieben kommt Herr oder Frau Bademeister, öffnet das Tor und wird freundlich von der sich vorbeidrängenden Menge begrüßt. Man kennt sich ja schließlich länger als 50 Meter.</p>
<p>Dann kühlt die warmherzige Stimmung jedoch abrupt ab, denn es gilt schnell, vor allem schneller als alle anderen, durch die Kartenkontrolle zu kommen. Herablassend werden diejenigen beäugt, die keinen Generalsstern, sprich eine Jahreskarte vorweisen können. Gar aliengleich und etwas furchteinflößend wie ein Alligator gelten diejenigen, die wie ich im „Internet“ ihre Karte gekauft und ausgedruckt haben.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Hat man den Türsteher passiert, stürmt die schwimmende Menge ins freie Bad.</strong></span> Die besonders Sportlichen und Gelenkigen lassen bereits auf dem Weg zum Beckenrand alle Hüllen fallen und springen ohne Halt unter einer Dusche mit einem Kopfsprung ins kühle Nass. Auch ich schließe mich mittlerweile den strippenden Horden an und freue mich, wenn ich als Erste im Wasser bin. Natürlich nur, um das Glück einer völlig freien, spiegelglatten Bahn zu genießen. Nicht, um jemandem eins auszuwischen. Niemals.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2912" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-836x1024.jpg" alt="Freibad Frühschwimmer Gemeinschafft Trippel B Bonn Panorama Bad Bad Godesberg" width="505" height="619" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-836x1024.jpg 836w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-245x300.jpg 245w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-768x941.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-1253x1536.jpg 1253w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-920x1127.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-230x282.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-350x429.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-480x588.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080.jpg 1614w" sizes="(max-width: 505px) 100vw, 505px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Der übrige Teil unserer Gemeinschaft ohne Namen und Mitgliedsnummern nimmt Kurs auf die Umkleidekabine.</strong></span> „Ne, so vor allen ausziehen, das geht doch nicht!“ Ebenso unvorstellbar, wie ein öffentliches Striptease wäre es, die eigenen Habseligkeiten wirr auf von Gänsekot gedüngten Rasen zu werfen.  Diese Gruppe, meist ältere Damen, kommt dann auch erst ins Becken, wenn die anderen Schwimmer schon das halbe Pensum hinter sich haben. Sind sie sodann alle im Becken vereint, beginnt das muntere Treibenlassen. Ein Becken aller Schichten, Altersklassen und Konfektionsgrößen. Alt und jung, dick und dürr, laut und leise, Ebenholz und Kraterlandschaft. Vom Wettkampfsportler bis zum Stehschwimmer (Bojen, die im Wasser treiben), vom rüden Schaufelraddampfer, der Wasser und Mensch erschlägt bis zum rücksichtsvollen Schwan ist alles dabei. Die einen wollen sich vor ihrer sitzenden Tätigkeit austoben, die anderen machen den schnatternden Nilgänsen Konkurrenz. Wieder andere achten kleinlichst darauf, allem Wellenschlag auszuweichen und stören sich an allem, was keine Fliesenkachel ist. Doch am zwielichtigsten sind die Schönwetterschwimmer, die bei Sonnenschein und Wohlfühltemperaturen ihre Sommerferien im Freibad verbringen und das ausgeklügelte Gemeinschaftsgefüge in Wallung bringen. Aber nun sind die Ferien vorbei und der Herbst bahnt sich an. Dann ist man wieder unter sich.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter size-large wp-image-2913" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-1024x461.jpg" alt="Freibad Frühschwimmer Gemeinschafft Trippel B Bonn Panorama Bad Bad Godesberg" width="1024" height="461" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-1024x461.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-300x135.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-768x346.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-1536x692.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-920x414.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-230x104.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-350x158.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-480x216.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Den Kern der Gemeinschaft bilden die grauköpfigen Damen und Herren, die seit 50 Jahren zu diesem Frühschwimmerkreis gehören, aber eigentlich gar nicht schwimmen können.</span> </strong>Gut erkennbar an ihrem grauen Haupthaar oder in der aufgehenden Sonne glänzenden Haarkranz, bilden sie ein unpassierbares Netz in der Mitte des Beckens. Sie reden, strampeln mit den Beinen, gestikulieren mit den Armen und fühlen sich pudelwohl. Gemeinsam erzeugen sie genug Auftrieb. Was um sie herum geschieht, ist nebensächlich. Pünktlich um kurz nach sieben ruft sie das Frühstücksei aus dem Becken und sie verabschieden sich mit einem elefantösen &#8222;Tschöhö, bis morgen!“.</p>
<p>Diese Gemeinschaft hat mich nun nach zwei Jahren in ihre schwappende Mitte aufgenommen. Ich darf ein Wort des Grußes wechseln und mich am Austausch wichtiger Neuigkeiten beteiligen. Ich werde gefragt, wo ich herkomme und wenn ich mal nicht da war, heißt es: &#8222;Wir haben Sie gestern vermisst, wo waren Sie?&#8220;. Also mache ich es nun, wie es sich gehört und melde mich bei meiner Gemeinschaft der Frühschwimmer ab. Sonst heißt es noch: &#8222;Wo ist denn die Große mit dem geblümten Kleid?&#8220; So nennt man mich anscheinend, denn Namen werden erst nach vielen Jahren erfragt und Siezen ist selbstverständlich. Duzen wäre ja schließlich der Untergang dieser kleinen Gemeinschaft, die sich frühmorgens in einem kalten Becken in den Tag treiben lässt.</p>
<p><em>Trippel B</em></p>
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		<title>Leerstellen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jul 2022 22:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wären sie nicht so klein und niedlich, wären sie längst sauer. Aber sie wissen, dass die zwischen flauschigem Fell pulsierenden Zornesfalten und die geballten Pfötchen eh niemand als das wahrnehmen würde, was sie sind: Ausdruck alleszernagender Empörung. Vielmehr werden sie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wären sie nicht so klein und niedlich, wären sie längst sauer. Aber sie wissen, dass die zwischen flauschigem Fell pulsierenden Zornesfalten und die geballten Pfötchen eh niemand als das wahrnehmen würde, was sie sind: Ausdruck alleszernagender Empörung. Vielmehr werden sie ja noch putziger, je mehr sie sich um ein zornzerfressenes Äußeres bemühen. Verdammt sei das Kindchenschema. Stattdessen schlucken sie die Wut mit ein paar der trockenen Halme, an denen sie sich noch festklammern, herunter und verkriechen sich unter einem selbstgebauten Loft in letzter Lage.</p>
<p>Protest kann man sich sparen als flauschige Goldhamster. Dabei hätten sie allen Grund wütend zu sein. Mit aufgeplusterten Backen müssen sie tatenlos dabei zusehen, wie die Menschheit immer dann, wenn man denkt „Ok, das ist jetzt der Tiefstand, dümmer geht nicht mehr &#8211; darunter wüsste man ja nicht mal einen Hamster von einer Flasche Sonneblumenöl zu unterscheiden!“, das Gegenteil zu beweisen vermag. Und diese Unterbietung an Genialität wird sodann zu einem Verb der eigenen Gattung: hamstern.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Der Mensch jagt Dinge, die er sammeln kann – aber nicht braucht.</strong> </span>Er hortet Klopapier, falls die Diät aus Sonnenblumenöl-Senf-Vinaigrette dann doch irgendwann auf den Magen schlagen sollte. Er kauft Klimaanlagen und Heizstrahler im Doppelpack, um gegen die Folgen von zu vielen Klimaanlagen, Heizstrahlern und klimatisierten Fahrten zum Elektronikfachgeschäft anzutemperieren. Brennholz türmt sich auf zu einer dritten Außenwand, rund um den Vorrat an Mehl, den man bereits zur Ummauerung der eigenen Blödheit hochgestapelt hat. Irgendwo sitzt genau jetzt ein Repräsentant der Krönung der Schöpfung und sammelt seine Dünste in Muttis Tupperdose und nennt das Gasterminal. Verstand war schon immer Mangelware, aber jetzt wird auch alles andere knapp. Besser man sammelt, was man kriegen kann. Und was wurde eigentlich aus all der Hefe? Hat die noch jemand im Blick? Nicht, dass da ein ganz eigener Planet aufquillt.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Der Hamster hat allen Grund wütend zu sein.</span></strong> Wir würden auch nicht freudig mit dem Schwanz wedeln, wenn Hunde das Wälzen in verwesendem Kot „Menschenbad“ nennen würden. Obwohl, wer weiß. Vielleicht tun sie es längst. Nein, der größte Idiot auf dem Feld ist kein Hamster. Der haut sich die knuffigen Wangen nur mit dem voll, was er braucht und schlucken kann. Sollen sie doch das raffgierige Eichhörnchen nehmen oder die diebische Elster. Warum der arme Hamster, der keinem Kohlebrikett zu Leibe will? Zum einen mag es daran liegen, dass Hamster und Hamsterer eines gemein haben: man sieht sie nie. Keiner gibt es zu, ein medial gesteuerter, präapokalyptischer Vorratsspeicher zu sein, und doch gibt es immer zur Genüge von ihnen. Irgendwas ist in letzter Zeit immer alle, weil irgendjemand gesagt hat, es könnte bald alle sein. Vielleicht sitzt auch irgendwo eine drollige Runde Hamster-Hater beisammen und denkt sich jede Woche neue Dinge aus, bei denen es tierisch blöd wäre, zu viel zu haben. Waschmaschinen, Sand oder Kahlstelle auf dem Kopf zum Beispiel. Ihr Newsticker heißt wohl die Alle-alle-Leier. Der Gag mit dem Co2, den sie damals in Umlauf gebracht haben, ging wohl nach hinten los. Davon können wir einfach nicht genug haben.</p>
<p>Doch der eigentliche Grund, warum wir vom Hamstern sprechen, wenn wir Dinge wie Honks horten, liegt nicht auf dem Felde. Hamstern tut man nicht, wenn man sich die Backen voll haut. Hamstern tut man, indem man am Rad dreht. Und zwar gewaltig.</p>
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		<title>Kinderspielchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jun 2022 22:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum kennen Kinder einer gewissen Generation das Wort &#8222;Hubraum&#8220;? Richtig, weil sie Quartett gespielt haben. Also jenes pädagogisch nährstoffarme Spiel, bei dem es darum geht, das dickere Auto zu haben. Einzig das Recht des Pferdestärkeren zählt. Als Gewinner geht derjenige [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum kennen Kinder einer gewissen Generation das Wort &#8222;Hubraum&#8220;? Richtig, weil sie Quartett gespielt haben. Also jenes pädagogisch nährstoffarme Spiel, bei dem es darum geht, das dickere Auto zu haben. Einzig das Recht des Pferdestärkeren zählt. Als Gewinner geht derjenige von der Couch, der das größte Flugzeug, das schnellste Auto oder die giftigste Spinne auf der Hand hat. Sofern er seine Karte denn ausspielen konnte. Denn allzu oft schielte man siegessicher auf die kraftstrotzende Zahl neben dem Wort „Hubraum“ – ohne zu wissen, was er eigentlich anheben soll außer der eigenen Laune – um dann von 100 auf null von seinem Gegner ausgebremst zu werden, da er die Frage nach der Beschleunigung stellte. Zähneknirschend gab man seine Karte ab und lernte, dass keiner und keine Karte in allem besser als andere zu sein scheint.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>An jenes Spiel erinnert manche zwischenmenschliche Diskussion rund um den Zustand der Welt.</strong> </span>Wenn Erwachsene miteinander diskutieren, vergleichen sie nicht nur gerne Meinungen, sondern auch ihr Gegenüber. Je existentieller die Themen, desto hitziger scheint das Spiel zu werden. Vor allem beim Öko-Quartett. Grundvoraussetzung, um überhaupt mitzureden, ist die Erkenntnis, dass es um unseren Planeten nicht allzu gut bestellt ist. Wer dem nicht zustimmen kann, spielt lieber Roulette. Doch bei allen anderen entbrennt alsbald rund um die Frage, ob und wie der Planet zu retten ist, häufig eine wilde Runde Quartett. Bei dem Problem, wie man als Gewinner irgendwann einmal von diesem verlorenen Planeten gehen wird, werden die Karten wahllos gemischt. Jeder spielt nach seinen eigenen Regeln:</p>
<p>Ich sortiere 15 Arten von Müll.</p>
<p>Ich fliege 0 Meilen, außer nach Neuseeland.</p>
<p>Ich esse 0 Tiere, die an Land leben.</p>
<p>Ich wähle 1 Ökopartei, die alles regeln wird.</p>
<p>Ich rette 7 Bienen in meinem Insektenhotel.</p>
<p>Ich sehe 5 Windräder von meinem Gartenzaun aus.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wir machen uns die Welt, Widdewidde wie sie uns gefällt.</span> </strong>Jeder wählt die Kategorien selbst aus, mit denen er sich messen möchte und evaluiert seine Überlegenheit mit ganz eigenen Messgrößen. Plastikvermeidung sticht Insektenschutz. Klimagase ersticken Menschenrechte. Dass das eigene Blatt auf der Hand vielleicht nicht perfekt ist, sieht man noch ein. Aber den Gedanken, dass es schlechter sein könnte als die Karten des Gegenübers, lässt man nicht zu.  Und ohnehin kann ja nicht alles auf das Individuum abgewälzt werden. Die da oben haben doch eh die meisten Karten in der Hand. Und überhaupt: Wer soll sich das leisten?!1!!</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2881" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-1024x1024.jpg" alt="Quartett Pferde Kinderspiel Karten Klimawandel Ökologie" width="502" height="502" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
<p>Blöd nur, dass auf keinem Ahornblatt geschrieben steht, dass wir – und nur wir – uns all das leisten sollen. Dass wir ein Recht auf Fernreisen, Fleischessen und Fast Fashion haben. Dass Busfahren und Hafermilch unsere Freiheitsrechte einschränken oder die Vergiftung des Planeten steuerfrei zu haben sei. Wer soll sich unseren Lebensstil leisten? Niemand! Darum geht es doch. Wir haben kein Anrecht auf Rechthaberei.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Quartett lebt von festen Regeln.</strong> </span>Unsere Debatten sollten es vielleicht auch tun. Jeder hat ein paar gute Dinge in seinem Quartett. Sei es, weil er sich den Flug nach Neuseeland nicht leisten kann oder weil er bewusst auf Fleisch verzichtet. Dies nicht reflexhaft als Bedrohung der eigenen Lebensweise wahrzunehmen, sondern als eine gute Sache für die gute Sache ist ein erster Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, sich einzugestehen, dass man mit Dingen, die man sich vornimmt, noch nichts getan hat. Selten gewinnt man eine Runde Quartett, wenn man sich fest vornimmt, dass der Hubraum auf der nächsten Karte alle Dimensionen sprengen möge. Wenn das nächste Auto also elektrisch sein soll oder man ja eigentlich gar nicht so viel Fleisch isst, dann sind das schöne Gedanken, aber keine Fakten, die heute etwas bewegen. Der dritte Schritt besteht vielleicht darin einzugestehen, dass jeder ein paar verdammt schlechte Zahlen auf der Hand hat. Wenn wir diese alle nicht ändern, gehen wir alle als Verlierer vom Platz. Jeder muss sich ändern. Ob wir wollen oder nicht. In dreißig Jahren wird sich die Art und Weise wie wir uns fortbewegen, ernähren und die Zähne putzen radikal verändert haben. Ob wir wollen oder nicht. Das ist weder ein Grund zur Panik, noch ein Anlass für irgendwelche Kinderspielchen.</p>
<p>Noch ist genug Hubraum da, um die Sache anzugehen. Aber der Raum wird enger. Oder schwächer. Oder eben weniger von dem, was Hubraum eigentlich ist.</p>
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		<title>Immer die anderen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 May 2022 22:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir leben in einer Blase. Jedoch nicht in einer von Filtern und Freundeskreisen formierten Monsterkugel, in der eine Ansammlung von Menschen zu einem Milieu, einem Modetrend oder einer Wählergruppe wird, die das gleiche Zeug atmet. Wir leben in einer Blase [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in einer Blase. Jedoch nicht in einer von Filtern und Freundeskreisen formierten Monsterkugel, in der eine Ansammlung von Menschen zu einem Milieu, einem Modetrend oder einer Wählergruppe wird, die das gleiche Zeug atmet. Wir leben in einer Blase mit uns selbst und niemandem sonst. Denn niemand sonst kommt uns so nah wie wir uns selbst. Niemand versteht uns besser als wir uns selbst. Wobei besser nicht mit gut zu verwechseln ist. Besser ist nur weniger schlecht. In unserer Luftzelle ist man sich meist einig, vertritt die gleichen Werte, Raumtemperaturen und Urlaubspläne. Selten kommt es zu Konflikten und überraschenden Sinneswandlungen in dieser Blase. Jüngste Ausnahme ist vielleicht Xavier Naidoo, der feststellte, dass in seiner Blase nur noch Idioten leben, die kein Geld mehr verdienen.</p>
<p>Wenn wir ehrlich sind, sind wir alle ein wenig aufgeblasen. „Was? Ich doch nicht. Aufgeblasen sind nur die anderen.“ Das Böse, Schlechte, Unglückliche, Erschütternde sind immer nur die anderen. Katastrophen sind die anderen. Schlechte Nachrichten lösen in uns Widersprüche aus: ein Hoffen darauf, dass einen dergleichen Schicksal nie ereilt und eine gleichzeitige, tief verborgene Selbstsicherheit, dass einen so ein Schicksal nie ereilen würde. Das passiert nur den anderen, den Leichtsinnigen, den Naiven, den Trinkern, den Lauten, den Falschparkern. Man selbst hat keine Verkehrsunfälle, bekommt kein Corona und verpasst keine Flüge. Ruhestörender Lärm sind immer die anderen. Ebenso Vordrängler, Arbeitslose und Klimasünder. Irgendein Gemisch aus Empathie, Urangst und Arroganz atmen wir in unserer Blase tagtäglich ein.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Es steckt anscheinend doch mehr FDP in uns als uns Lindner lieb ist.</strong></span></p>
<p>Der beste Beleg für unsere Widersprüchlichkeit ist der Straßenverkehr. Unzählige Menschen besitzen zwei Beine, ein Fahrrad und ein Auto und damit eine gespaltene Persönlichkeit. Denn steigen sie in ein Auto, vergessen sie, dass sie selbst gerne Fahrrad fahren wie ein <em>not so Super Mario</em>. Sitzen sie auf einem Drahtesel, blenden sie aus, dass &nbsp;sie mit ihrem Vierrad &nbsp;gerne zu waghalsigen Überholvorgängen neigen und wild hupend auf das Vorhandensein eines von Steuergeldern finanzierten Radweges hinweisen. Laufen sie wiederum auf dem Radweg, halten sie diesen für einen roten Teppich. Idioten sind einfach immer die anderen. Man ist erbost darüber, dass es kein Speiseöl mehr gibt, während sich die Nudelpackungen im Einkaufswagen türmen. Man verabscheut Menschen, die sich nach wenigen Tagen nicht mehr für Kriege und Katastrophen interessieren, während man „Bares für Rares“ im Nachmittagsfernsehen schaut und sein Wissen über Wandteppiche flämischer Landschaften auffrischt. Man ärgert sich über jemanden &nbsp;der alle Masken lässt, während einem selbige beim detonierenden Nieser unter den rechten Nasenflügel rutscht. Von dem elenden Virus dachte man eigentlich auch immer &#8211; wenn man ganz genau in sich hinein horchte &#8211; dass ihn nur Eltern alles ableckender Kinder bekommen. Man selbst ist gewiss immun. Intubiert werden immer nur die anderen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch wir wären nicht wir, wenn sich unsere Blasen nicht nur aufblähten, sondern ebenso gerne einschrumpelten.</span> </strong>Bis wir als selbstzweifelnde Rosinen auf der Couch liegen. Der beste Beleg für unsere Unbeständigkeit ist der Zahnarztbesuch. „Ja, klar. Ich benutze Zahnseide regelmäßig. Also einmal im Jahr. Vor diesem Termin. Sehen Sie doch, warum fragen Sie überhaupt noch?“ Beim Zahnarzt ereilt einen jedes Mal das Gefühl, man sei der einzige widerwärtige Mensch auf diesem Planeten, der sich nicht jeden Abend in einem Drahtseilakt das Frühstücksbrötchen aus den Zahnlücken fingert. Wer das nicht tut, verwirkt die Zugehörigkeit zu seiner Art. Gewiss. Alle anderen haben saubere Zahnzwischenräume, Ahnung vom Nahostkonflikt, eine lückenlose Altersvorsorge und Unterwäsche ohne Löcher. Es sind immer die anderen, die ihr Leben im Griff haben.</p>
<p>Für jemand anderen bist genau du dieser andere. In Summe sind wir also weder besser noch schlechter als andere. Wir sind wie alle anderen. Wir sind wie alle irgendwas zwischen Mensch und Statistik. Darauf kann man zählen.</p>
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		<title>Außerplanmäßig.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir fahren soeben ein in – ja, da steht es – Dortmund.“ Die Zugbegleitung ist hörbar um Menschenwürde bemüht. Sie weiß nicht, wo wir sind, wo wir hinfahren, ob wir jemals dort ankommen, wo niemand mehr auf uns warten wird. Sie scheint den Zug in der Tat nur noch freundlich zu begleiten auf seinem unbestimmten Weg. Den  Plan, für dessen halbwegs gewissenhafte Umsetzung allerhand naive Passagiere Geld bezahlt haben, scheint es nicht mehr zu geben. Ganz urplötzlich scheint sich eine Baustelle vor dem Zug aufgetürmt zu haben. Unvorhersehbar trifft ihn die höhere Gewalt eines Baggers. Er biegt von seinem Weg ab, ohne zu wissen, wohin die Schienen ihn bringen. Der Lauf der Schienen ist ja nicht vorhersehbar. Gar nicht. Null.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Es gibt ein Wort, das der Planlosigkeit einen Plan geben möchte: außerplanmäßig.</span> </strong>Jenes Wort sagt alles über uns aus. Es soll auch noch das zersetzende Chaos wegsortieren, beschreiben, verständlich machen.  An dieses Wort muss man in diesen Tagen denken. Was hatten wir alles für Pläne: für Wochenenden, die Weltenrettung und die Maiglöckchen im Blumenbeet. Alles scheint begraben unter Fieber und Neuschnee. Das Gefühl der Vorfreude verkümmert nur noch zu einem Lächeln, wenn doch noch eine Flasche Öl im Regal des Supermarktes auf uns wartet. Die Tränen zu vieler Enttäuschungen versuchen wir mit Klopapier zu trocknen, während wir beginnen, eine wattige Mauer um uns zu bauen. Der Gedanke daran, welche Pläne die Menschen in der Ukraine hatten, ehe sie begraben wurden unter dem Wahn der Welt, in der wir zur Verbundenheit verdammt sind, er gibt uns den Rest.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Alles scheint zu wanken. Nur auf das Chaos scheint noch Verlass.</span></strong></p>
<p>Und nun?</p>
<p>Der Zug steht seit geraumer Zeit in einem Bahnhof, an dem er nicht stehen sollte. Die zur Geduld verdammten Passagiere starren wahlweise auf die Bauarbeiten am Bahnsteig oder die Baustellen in ihren Telefonen. Man wartet auf einen neuen Zugführer, dessen Erscheinen man für unwahrscheinlich hält. Sein Arbeitsplatz hat sich schließlich um einige Kilometer verlagert. Dass der vorherige Zugführer aussortiert werden muss, hält man hingegen für konsequent. Die Zugbegleiterin versucht sich derweil als „Stand-Around“-Comedian und scheint ihre Rolle als Seelsorgerin mit Lautsprecher anzunehmen. Allerlei voluminöse Kopfhörer werden installiert, um die Erläuterungen zur Außerplanhaftigkeit unserer Situation hinter Chartmusik verstummen zu lassen. Regte man sich früher auf über die „Unfähigkeit dieser Deutschen Bahn“, zuckt man heute nur noch mit den Schultern, rückt sich seine Maske zurecht und googelt günstige Stromtarife. Das mit dem Aufregen hebt man sich nur noch für die ganz großen Probleme auf. Benzinpreise zum Beispiel.</p>
<p>Selbst als der Zug beginnt zu rollen beginnt, dösen die Menschen weiter. „Liebe Fahrgäste. Wir fahren nun einfach mal weiter Richtung Köln und sehen, wann wir ankommen.“</p>
<p>Damit scheint alles gesagt.</p>
<p>Wir rollen einfach mal weiter und schauen, wann wir wo ankommen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig. Denn irgendwie geht es immer weiter. Selbst bei der Deutschen Bahn. Die Alternative wäre auf einer Dortmunder Baustelle gestrandet zu sein. Das kann niemand wollen.</p>
<p>Damit endet dieser außerplanmäßig kurze Text. Alles andere ist Schnee von gestern.</p>
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		<title>Gesucht: Politiker (m/w/d)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Feb 2022 23:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es braucht nur noch eine kleine, banale Erfindung mehr auf dieser Welt und wir treten ein in das Zeitalter, in dem es mehr Berufe als Arbeitnehmer gibt. Irgendwo zwischen dem Galeristen für Kunsträume in virtuellen „Realitäten“ und dem Elektroautobauer, der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es braucht nur noch eine kleine, banale Erfindung mehr auf dieser Welt und wir treten ein in das Zeitalter, in dem es mehr Berufe als Arbeitnehmer gibt. Irgendwo zwischen dem Galeristen für Kunsträume in virtuellen „Realitäten“ und dem Elektroautobauer, der den ersten E-Verbrauch-Skandal programmiert, wird der Kipppunkt erreicht sein. Und dann werden sich Bildungsindustrien darum formieren und darum buhlen, dreidimensionale Ausbildungsprogramme, Lehrgänge, Studienabschlüsse und Zertifikate zu entwickeln für den einen Menschen, den es geben wird, der genau diesen Beruf ausüben wird. Und auch hierbei werden neue Berufe entstehen, wie der Professor für autonome Denktechniken oder der Coach für digitalen Beischlaf. Gewiss.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2852" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-818x1024.jpg" alt="Berufsbekleidung Politiker Jobs Berufe Ausbildung" width="501" height="627" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-818x1024.jpg 818w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-240x300.jpg 240w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-768x962.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-1227x1536.jpg 1227w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-1635x2048.jpg 1635w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-920x1152.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-230x288.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-350x438.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-480x601.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-scaled.jpg 2044w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Beinahe dankbar ist man da um jeden Beruf, der ohne Ausbildung, ohne Qualifikation, ohne wesentliche Kenntnisse auszuüben ist.</strong></span> Wie „Kassenwart (m/w/d)“, „Konsument (m/w/d)“, „Moderator (m/w/d)“ – oder eben: „Politiker (m/w/d)“. Kaum ein Beruf ist so verantwortungsvoll wie der des Politikers. Kaum ein Beruf ist so unreguliert wie der des Politikers. Will man beruflichen Erfolg haben, braucht man ein Zertifikat, das einen als ausgebildeten Hundecoach, Abfallberater oder Einrichtungsexperten ausweist. Man braucht also einen Bildungsnachweis, um Pudel an der Leine zu führen, Dinge zu entsorgen oder Kerzen aufzustellen.</p>
<p>Aber will man die Zukunft von 83 Millionen mehr oder weniger zukunftsfähigen Bürgern verantworten, braucht man nichts. Kein Nachweis über einen Abschluss, eine Ausbildung, nicht mal über ein Schülerpraktikum. Selbst den Lebenslauf lesen sich in der Regel nur Journalisten der BILD-Zeitung durch. Alles was man braucht, ist ein hohes Maß an Vergesslichkeit und die Fähigkeit zu schweigen selbst dann, wenn man spricht. Dann kann man sogar Bundeskanzler werden. Es reicht, ein paar einfache Fachvokabeln, wie „privatwirtschaftlicher Vorgang“ oder „Realpolitik“, zu lernen und sich stets mit „Schönen Dank für ihre Frage“ für undankbare Fragen zu bedanken, deren Beantwortung jedoch dankenswerterweise niemand von einem erwartet. Schönen Dank auch.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Nur ist der Standard für den Beruf des Politikers auf der Welt so uneinheitlich wie für den Beruf des Fließen- oder Tarotkartenlegers.</span> </strong>In anderen Ländern benötigt man als Politiker zunächst eine Ausbildung zum Geheimagenten, um an die Macht zu kommen. In Deutschland reicht ein schlechter Gegenkandidat (wobei man selbst im Job des schlechten Gegenkandidaten es irgendwann zu etwas bringen kann, wenn man sich nur lange genug um den Posten des Parteivorsitzenden bewirbt). Als Gleicher unter Gleichen ist dies kein Problem. Doch ehe man sich es versieht, wird plötzlich von einem Politiker erwartet, dass er bitte das Problem des panzerrasselnden Despoten mit Vodka-Visage nicht einfach vergessen und verschweigen möge. Auch wenn man selbst die Besetzung eines fremden Landes als „privatwirtschaftlichen Vorgang“ betrachten mag, so recht scheint das eigene Schweigen und das Verschicken von Helmen nicht mehr als Antwort zu genügen. Ist dies der Moment, in dem der Politiker sich eine solide Ausbildung wünscht, in der er erlernen durfte, was die Aufgaben eines Politikers sind – und wie man diese meistert?</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Was wäre also, wenn „Politiker (m/w/d)“ ein Ausbildungsberuf wäre?</span> </strong>Zunächst müsste die Industrie- und Handelskammer umbenannt werden in: Politik-, Industrie- und Handelskammer. Der eine Bindestrich mehr ist nun wirklich zu verkraften. Nur ein Piks. Zur Ausbildung zugelassen werden die Besten und Stärksten eines jeden Jahrgangs: Menschen ohne Kurzsichtigkeit oder Gesichtslähmungen. Die Länge der Grundausbildung dürfte in etwa 10 Jahre betragen, die Meisterprüfung bedarf jedoch weiterer 30 Jahre. Denn um am Ende hochrangiger Meister der Politik zu sein, muss man ein alter, weißer Mann sein. Also alt sein. Zu erlernen sind im Zuge der Ausbildung Empathie und ja, das war´s. Wen die Fachlaufbahn „Internationale Politik“ interessiert, der erlernt noch zudem Trinkfestigkeit, Tischmanieren und Umgang mit sexistischen Stereotypen. Wer eher ein Auge auf die Laufbahn des Finanzpolitikers wirft, übt sich hingegen in allerlei Taschenspielertricks, die er bei Haushaltsplänen und Kindergeburtstagen gleichermaßen gewinnbringend einsetzen kann. Um Gesundheitsminister zu werden muss man lediglich ein bisschen krank sein. Oder zumindest recht nasal sprechen.</p>
<p>Wie man Pandemien bekämpft, Kriege vermeidet und das Klima rettet, würde man vermutlich nicht erlernen. Aber zumindest gäbe es eine Qualifikation. Für diese ganze Qual.</p>
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		<title>Nur das Nötigste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2021 22:00:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Umzug berührt. Und zwar alle Dinge, die man besitzt. Wirklich alle. Vom Gefrierbeutel bis zur Skiunterwäsche. Vom Salzstreuer bis zum Zuckerhut. Von der Fußmatte bis zur Deckenlampe. Nichts bleibt unberührt. Denn nichts darf zurückbleiben. Außer vielleicht den Flusen im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="left">Ein Umzug berührt. Und zwar alle Dinge, die man besitzt. Wirklich alle. Vom Gefrierbeutel bis zur Skiunterwäsche. Vom Salzstreuer bis zum Zuckerhut. Von der Fußmatte bis zur Deckenlampe. Nichts bleibt unberührt. Denn nichts darf zurückbleiben. Außer vielleicht den Flusen im Abguss und Konfettiresten auf den Küchenschränken. Ob beim Ein- oder Auspacken, irgendwann fasst und schaut man jedes dieser Dinge an und fragt sich, ob man dieses Buch noch mal lesen oder jenes Tchibogerät jemals benutzen wird. Man beginnt zu verschrotten, verkaufen &#8211; oder verschenken. Manches Mal indem man besonders gut erhaltene Nutzlosigkeiten einfach an die Bordsteinkante stellt. In der Hoffnung, dass sie ihre Nutzlosigkeit überwinden und einen neuen Nutznießer finden werden. Und so ergibt es sich, dass man in der Abenddämmerung durch die Straßen läuft und sich seinen Weg bahnt zwischen Töpfen, die ihren Deckel suchen, und Vasen, in denen sich der Regen sammelt. Weggespült wird der Nippes von Passanten. Immer. Bis sie umziehen und ihn erneut ausspucken. An einer anderen Straßenecke. Ein ausgeklügeltes Mehrwegsystem.</p>
<p align="left"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2791" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272.jpg" alt="nur das Nötigste Produkte Zeugs Angebot Nachfrage sinnlose Produkte" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272.jpg 868w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/96007283-2ab9-4686-ba26-fbb333cc4272-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p align="left"><span style="color: #ffc000;"><strong>Doch warum häuft man so viel Zeug an, dass eine ganze Umschlagwelt an Straßenabfällen existieren kann?</strong> </span>Eine Vorahnung der Antwort bekommt man an jenem Ort, an den man einzieht, wenn man umzieht: im Baumarkt. Dieser Ort, an dem man nichts findet, was es nicht gibt. Der Ort, wo man einen Anker kaufen, Luftbe- und entfeuchter gleichzeitig erwerben, und Splinte, Pappbuchstaben und Bitumen-Dickbeschichtung bewundern kann. „Wie“, „wo“, „was“ sind die Fragen, die sich die Besucher im Baumarkt stellen (sollen). Wie viele „Warum“ fragen angesichts 257 „verschiedener“ Varianten an Eimern für weiße Farbe weiß niemand. Wem die Auswahl so beschränkt wie ein Holzkohlegrill ohne eigene App und Drehspieß-Vorrichtung erscheint, der kann sich sein eigenes Weiß notfalls zusammenmischen lassen. Mit der Geschmacksrichtung Oma´s Gebiss im Morgentau.</p>
<p align="left"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2793" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-1024x1024.jpg" alt="nur das Nötigste Produkte Zeugs Angebot Nachfrage sinnlose Produkte" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4359-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p align="left">Und doch stecken hinter diesen unterschiedlichen 257 Weißen Hersteller, die davon leben können. Wie wo was weiß der Geier warum. Warum gibt es unendliche viele Geschmacksrichtungen für Chips, Müsli und Riesling aus der Pfalz? Warum gibt es mehr Nagellackfarben als Zehen und Finger? Warum gibt es mehr Gläser als Trinkanlässe? Warum gibt es so viel vom Gleichen, das aber nicht dasselbe ist? Und warum besitze ich so viel von dem Gleichen, das nicht dasselbe ist? Das fragt man sich, wenn man umzieht und dieses viele vom Gleichen als Last auf seinen Armen spürt und sich fragt, ob man nicht einen Tragegurt gebrauchen könnte. In der Farbe Radieschen im Morgentau. Am besten gleich zwei, falls der andere mal kaputt geht.</p>
<p align="left"><strong><span style="color: #ffc000;">Woher kommt dieses Überangebot an allem, das eine Übernachfrage an allem nach sich zieht?</span></strong> Oder bestimmt die Nachfrage wirklich das Angebot, wie uns die Zigaretten-, Mineralöl und Nippesindustrie glauben machen möchte? Sind wir es, die den Duschabzieher in der Farbe des Hornhauthobels wirklich wollen und partout keinen Duschabzieher kaufen, bis er nicht in der gewünschten Farbe „besinnliches Morgengrauen“ erhältlich ist? Wir sind anscheinend„der Markt“, von dem die Dame vor der Tagesschau immer berichtet. Und damit Grund dafür, dass es keinen einzigen Gegenstand nur in einer einzigen Ausführung gibt. Wirklich keinen. Nirgendwo. Niemals. Und wir sind der Grund, warum irgendwo auf dieser Welt gerade jemand an der &#8222;Weiterentwicklung&#8220; von Duschabziehern forscht. An ergonomischen Griffen, Nano-Oberflächen und LED-Beleuchtung.</p>
<p align="left"><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2794" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-1024x1024.jpg" alt="nur das Nötigste Produkte Zeugs Angebot Nachfrage sinnlose Produkte" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG-4360-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p align="left">Ein erster Schritt, um diesen Irrsinn an sich abperlen zu lassen, wie ein Duschabzieher der Zukunft, könnte sein, nur noch das zu kaufen, was oben rechts im Regal (oder Onlineshop) steht. Die Nudelsorte. Das Duschgel. Das Herrenhemd. Alles andere wird links liegen gelassen. Denn dieses Produkt oben rechts hat ja heute schon eine überzeugte Käuferschaft. So schlecht kann es ja dann nicht sein. Wenn das alle machen, gibt es bald von allem nur noch das Nötigste. Und wir essen kollektiv Dinkel-Penne, duften nach „Sternfrucht und Melone“ und tragen weiße Hemden in XXL. Bequemer als einen einfachen Eimer weiße Farbe im Baumarkt zu kaufen, kann dieses Leben eigentlich nur sein.</p>
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		<title>Blasenerzürnung.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2021 22:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Früher war es der Hauptbahnhof. Dieser miefige, dunkle Ort voller Tauben und unfreundlicher Gerüche. Voller Reize und Rangeleien. Dieser Ort übervoll mit fremden Menschen. Menschen unterschiedlichster Schichten und Oberflächen. Menschen, denen man sonst nie und nie wieder begegnen würde. Und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Früher war es der Hauptbahnhof. Dieser miefige, dunkle Ort voller Tauben und unfreundlicher Gerüche. Voller Reize und Rangeleien. Dieser Ort übervoll mit fremden Menschen. Menschen unterschiedlichster Schichten und Oberflächen. Menschen, denen man sonst nie und nie wieder begegnen würde. Und das jeden Tag.</p>
<p>Heute ist dieser Ort, an dem sich alle versammeln, um sich zu vermischen, steril und sortiert: Facebook. Guter Witz. Dieser Ort ist heutzutage das Impfzentrum. Er ist der Ort, an dem wir für einen kurzen Piks aufeinander treffen mit Menschen aller Schichten und Oberflächen. Und dann wieder verschwinden &#8211; immunisiert zurück in unsere Blasen, aus denen wir kamen. Der Besuch im Impfzentrum lässt einen kurz erwachen und sich erinnern. Daran, dass man nicht alleine auf dieser Welt lebt, sondern umgeben ist von anderen sprechenden Blasen. Nachdem wir sehr viel Zeit mit uns selbst und den uns selbigen verbrachten, sind wir beinahe überrascht, dass die anderen auch noch da sind. Wir dachten, unsere Welt sei die Welt da draußen. Doch nun stoßen wir da draußen wieder auf jene Blasen, denen wir so schöne Namen gaben wie „alter, weißer Mann“, „linksversifft“ oder „Helikopter-Eltern“. Doch wie reagieren die Blasen, wenn sie sich nach der Zeit des Abstandhalten wieder näher kommen?</p>
<p>Viele platzen. Sehr schnell. Und immer häufiger entweicht dabei ein Shitstorm. Ein unbedacht  (un)gegendertes Wort, ein Inlandsflug, eine zynische Übersprungshandlung unterforderter Tatortkommissare, ein Kinderchor, der irgendwas singt, ein „kreativer“ Lebenslauf und zack, es formiert sich die Armada der anonymen Hasstrolle, die einem irgendwas zwischen Ökodiktatur und Rassismus vorwerfen. Die so schnell nach Rücktritten schreien, dass bald Kleinkinder in die großen Fußstapfen treten werden, weil es uns bald an unbefleckten Erwachsenen fehlt. Wobei Kinder mit ihrem Hang zur körperlichen und verbalen Übergriffigkeit den Job auch nicht lange machen werden. Vielleicht stehen wir vor dem Zeitalter der Steine. Wer weiß. Die Form der allgemeinen Debatten hat jedenfalls etwas Steinzeitartiges. In Zeiten eines Wahlkampfes, der sich um biografische Fehltritte dreht, wird das besonders deutlich. Er gleicht einer chronischen Blasenentzündung.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Wann wurde aus dem Debattieren ein Proklamieren?</strong></span> Wann wurde aus dem Streit um die Sache ein Kampf ums Überleben? Wann wurde die Ablehnung das, was uns am Ende noch verbindet? Vielleicht ist es das Brennglas der Pandemie, die Vorahnung der Verteilkämpfe, die der Klimawandel auslösen wird, die allgemeine Übersättigung unseres Daseins und die Sache mit unsozialen Netzwerken. Jedenfalls scheint sich in den letzten Jahren etwas bahnzubrechen, das irgendwo zwischen „cancel culture“ und „Was darf man denn noch sagen ?!!1!!“ changiert. Man möchte gefälligst sagen dürfen, was man denkt, in seiner Blase, in der alle das gleiche denken und sagen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Ja, wenn wir die Welt zum Guten verändern wollen, dann braucht es starke Meinungen, gemeinsame Werte und Mut zur Kritik.</span> </strong>Und weitere Textbausteine einer Wahlkampfrede. Denn eine klare Haltung ist das, was uns am Ende Größe gibt. Das uns nach außen vor Hass, Missgunst und Abgründen schützt. Doch gleichzeitig brauchen wir etwas Offenes, Weiches, Durchlässiges im Inneren dieser Mauern. Denn wenn jeder seine Meinung einfach nur verteidigt, werden aus den Blasen kleine Patronenkugeln, die aufeinander prallen. Wir sollten unsere Sichtweisen erklären, anstatt sie herablassend zu verteidigen. Wir sollten aufhören, Stellvertreterdiskussionen über kopierte Doktorarbeiten und Gendersternchen zu führen und uns mal um das Wesentliche kümmern. Der nächste Shitstorm sollte uns schietegal sein. Wir sollten aufhören, in Blasen zu denken, in denen jeder Veganer ein Aktivist, jeder weiße Mensch ein Rassist und jeder Ungeimpfte ein Vollidiot ist. Doch bevor wir all dies tun, sollten wir mal bei uns selbst anfangen. Schon der kleine Prinz wusste „Es ist viel schwerer, über sich selbst zu richten, als über andere zu urteilen. Wenn du es schaffst, selbst über dich gerecht zu werden, dann bist du ein wahrer Weiser.“ Ein bisschen mehr Demut und Gelassenheit stünde uns Blasierten ganz gut.</p>
<p>Denn komisch sind ja immer die anderen.</p>
<p>Nur leider bist du für irgendjemand dieser andere. Am Hauptbahnhof. Oder im Impfzentrum.</p>
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		<title>Die Offenbarung.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2021 22:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man gewöhnt sich ja an alles. An diesen Fetzen Stoff vor der Nase. An diese Spritpreise an der Säule. An das Dasein ohne Flugreisen. Man gewöhnt sich sogar an ein Leben ohne Termine. Ohne Pläne. Ohne Verabredungen. Ohne irgendwas. Man lebte monatelang in den immer gleichen Tag hinein. Und hinaus. Hinein. Und hinaus. Man hatte so viel Zeit wie noch nie, denn es gab nichts und niemand, der sie beanspruchte. Außer dem Schrittzähler, der den Kreisen, die man um seine Behausung drehte, einen vermeintlichen Sinn gab. Man hielt das alles durch, weil man wusste, es gibt irgendwann ein Hinaus aus diesem Leben hinter den Möglichkeiten. Irgendwann würde alles wieder so sein, wie es einmal war. Das gemeinsame Bedauern dieser kollektiven Gefahrenbremsung schweißte uns zusammen. Wir arrangierten uns in diesem Zustand, der nicht mal mehr das Niveau eines Rentnerlebens erreichte. Wir träumten vom Schlafen in fremden Betten, von Umarmungen und Tagesgerichten. Viel mehr wertschätzen würde man alles, was so selbstverständlich erschien. Sich mit ach so viel Achtsamkeit und Leidenschaft in das stürzen, was einen früher aufbaute.</p>
<p>Doch nun ist er da dieser Moment, an dem die Selbstverständlichkeiten zurückkehren. Hier ist er nun, der Tag, an dem man wieder Geld dafür bezahlt, dass einem jemand ein Getränk öffnet. Der Tag, an dem man Dinge in der Hand hält, die man kaufen möchte. Der Tag, an dem man mal keine Zeit hat. Auf einmal sind sie zurück: die Möglichkeiten. Und mit ihnen ist das zurück, was uns manchmal so schwer erscheint: Entscheidungen. Die Entscheidung darüber, welche Naturdokumentation man heute schaut ist der Frage gewichen: Was mache ich wann mit wem?</p>
<p>Und warum eigentlich? Denn allmählich dämmert es uns: Wie viel kann ich eigentlich noch aushalten – an unterschiedlichen Haushalten? Habe ich mich so sehr daran gewöhnt im Exil zu leben, dass ich mich entwöhnt habe von dem, was mir so wichtig erschien? Von diesem irgendwas mit Menschen.</p>
<p>Verängstigt sagt man sich „Das geht jetzt aber auch sehr schnell…“. Da macht man erst mal besser noch nicht mit. Ganz verantwortungsvoll im Sinne der Gesellschaft spaziert man weiter &#8211; vorbei an ausgebuchten Restaurants, die gefüllt sind mit Abenteurern auf der Suche nach dem Kick eines frischgezapften Bieres. Versucht man es doch einmal mit dem Fremdessen, freut man sich erstmals in seinem Leben über jenes herablassende „Haben Sie reserviert? Nein? …“, das einen so oft verzweifeln lies. Man geht leichten Schrittes nach Hause und isst ein Käsebrot. Die Stulle in der Stille, nur gestört vom Vibrieren des Telefons. Das Augenlid beginnt zu zucken angesichts der vielen Anfragen. Ob man was unternehmen möchte? Ja, klar. Einmal in der Woche vielleicht. So für eine Stunde. Wenn es hoch kommt. 52 Verabredungen im Jahr müssen reichen. Alles andere erscheint wie ein Übermaß an Menschlichkeit. Wie etwas ganz und gar Übermenschliches eben. Kaum hat man sich an ihn gewöhnt, verschwindet dieser elende Virus. Genau dann, wenn man ihn braucht. Immer dünner wird die Fassade aus „Dieses Testen ist ja so lästig“ und „Ich bin noch nicht geimpft“. Bald steht man wieder nackt da ohne triftigen Grund dafür, sich nicht mit Menschen abzugeben. Überall kann man wieder einchecken – in sein altes Leben, das einem plötzlich irgendwie gewöhnungsbedürftig erscheint. Offen gesagt: geschlossen war manchmal auch ganz ok.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2776" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-1024x1024.jpg" alt="Offenbarung Tür offen Öffnung Hauseingang geschlossen" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/06/IMG-4066-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Doch so wie man sich schleichend an Gesichter ohne Münder und ein Wattestäbchen im Großhirn gewöhnte, so braucht es eben etwas Zeit, um sich wieder an Gespräche und die Preise für eine Pizza zu gewöhnen. Und doch sollte man vielleicht versuchen, sich ein wenig dessen zu bewahren, was einem bei aller Sorgen und Frustration in den letzten eineinhalb Jahren als ungewöhnlich gut erschien: das spontane Leben in den Tag hinein, die intensive Zeit mit den eigenen Kindern, die Freude über das Wiedersehen mit wichtigen Menschen, die Zeit seine Gedanken zu sortieren&#8230; Jetzt wo es wieder möglich ist, sollten wir mehr von dem tun, was uns als völlig „unentwöhnbar“ in der Zeit der Entbehrungen erschien. Der Genuss einer Pizza Diavolo für 16€ oder der Kauf eines Sommerkleides dürfte da eher auf den hinteren Plätzen rangieren. Nach den Monaten, in denen wir jeden Schrank unserer Existenz aussortiert haben, sollten wir nun als letztes auch das aussortieren, was unserem Leben Hektik und Stress verursacht. Denn bevor wir wieder „hochfahren“, sollten wir uns vielleicht erst einmal überlegen, wo wir hinfahren wollen.</p>
<p>Und wer die Karte dabei liest.</p>
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		<title>Dinner for One.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Dec 2020 23:00:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich! Endlich! Endlich gute Nachrichten! Ja, es gibt sie noch – die richtig guten Nachrichten: Die Bomben, die Drogen, die Exzesse haben ein Ende. Nichts und niemand eskaliert. Niemand ballert einen oder sich einen weg. Stattdessen wird isoliert und höchstens [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich! Endlich! Endlich gute Nachrichten! Ja, es gibt sie noch – die richtig guten Nachrichten: Die Bomben, die Drogen, die Exzesse haben ein Ende. Nichts und niemand eskaliert. Niemand ballert einen oder sich einen weg. Stattdessen wird isoliert und höchstens ein bisschen beflissentlich fermentiert (Gemüse, Früchte oder eben der eigene Körper wird eingelegt, bis er zu Alkohol wird). Same procedure as every month of this year. Endlich mal wirklich Dinner for One. Or two. Oder die Quersumme der Anzahl an Haushalten multipliziert mit Phi.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Das neue Jahr kommt, doch Silvester fällt aus.</strong> </span>Wem wird es überhaupt fehlen? Wer mag schon Silvester? Also so wirklich? So wie man vielleicht seinen Geburtstag, das Weihnachtsfest oder den Tag, an dem Boris Johnson einen Friseursalon betritt, mag? Dieser letzte Tag im Jahr ist doch das Letzte. An jedem Tag im Jahr darf man um zehn Uhr ins Bett gehen, wenn einem danach ist. Niemand käme auf die Idee zu sagen, man sei einsam, langweilig oder humorbefreit. Man erntet eher Anerkennung für ein so forderndes Leben, das man anscheinend führt und die Disziplin, die man aufbringt, um dieses zu meistern. Aber wer am 31.12. vor Mitternacht ins Bett geht, ist ein unvermittelbarer, freud- und freundeloser Kauz. Doch selbst, wenn man den Mut aufbrächte, allen „und was machst du Silvester?“-Fragen zu trotzen und den Abend mit Daunen zu verbringen, man käme nicht dazu, schnarchend zu protestieren. Denn mit Einbruch der Dunkelheit stellt sich dieses beklemmende Gefühl ein, in Aleppo zu sein. Jedoch in einer eigenartigeren Version eines Kriegsgebiet, in der die Menschen anscheinend so wenig Hoffnung sehen, dass sie dazu übergehen, ihr Geld anzuzünden oder es ganz in die Luft zu sprengen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch dieses Jahr wird alles anders.</span> </strong>Weniger Selbstzerstörung und zerstörte Briefkästen. Weniger süßen Sekt, mehr feinperlig geschüttelter Weißwein. Weniger Gespräche über Vorsätze, die sich jedes Jahr – wie Dinner for One – wiederholen. Derzeit nimmt sich eh niemand, wirklich niemand irgendetwas vor. Außer vielleicht noch durch die Haustür zu passen.Wer Pläne jenseits der Haustür schmiedet, nährt sich wohl von Enttäuschungen und Absagen. Oder mag einfach Gutscheine.</p>
<p>Und so ergeben sich völlig neue Fragen: Wie es wohl ist, ohne Konfetti zwischen den Bodendielen, ohne Kopfschmerzen zwischen den Schläfen aufzuwachen und in ein neues Jahr zu starten? Wahrscheinlich recht langweilig und unaufgeregt. Aber das sollte ein gutes Omen sein. Möge das neue Jahr also wie der Neujahrsmorgen werden: ausgeschlafen und frisch. Und nicht wie der Kater nach einem nervenaufreibenden Vorabend werden: dickschädelig und bettarm. Möge uns das neue Jahr viele Gründe zum ausgelassenen Feiern geben <a href="http://schellenaffe.de/2020/07/13/frohes-neues/" target="_blank" rel="noopener">(siehe zum Beispiel: Frohes Neues).</a> Mögen wir diese Gelegenheiten nutzen, um in die mit zehn gesunden Fingern versehrten Hände zu klatschen.</p>
<p>Egal, wann.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2532" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-1024x1024.jpg" alt="Silvester Frohes Neues Dinner for One 2020 Corona" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/07/Silvester-2-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
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