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	<title>Liebe Archive - Schellenaffe</title>
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	<description>Scheppern im Kopf. </description>
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		<title>Das große Scheppern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2022 23:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute spannen wir mal den ganz großen Bogen – mit dem Vorsatz, ihn völlig zu überdehnen. Denn so ganz verallgemeinernd trifft die Beschreibung „ausgeleiert“ auf erstaunlich viel zu. In dieser letzten Zeit, von der man zu glauben beginnt, sie sei wirklich die allerletzte. Wenn Kartoffelbrei auf van Gogh trifft, dann ist die Menschheit nun wirklich nicht mehr zu retten. Oder war es Tomatensuppe? Egal, ausgelöffelt und püriert ist beides. Insbesondere der Planet, auf dem übrigens van Gogh Gemälde hinter sicheren Glasscheiben an die Wand gedübelt wurden. Das 1,5-Grad-Ziel ist nicht zu erreichen, auch wenn wir die Heizung um zwei Grad herunter drehen und klimaneutrales Katzenfutter kaufen, das den Regenwald schützt, indem es Zertifikate erwirbt, die auf Papier aus Tropenholz gedruckt wurden. Denn das mit der Neutralität kauft man eh niemandem ab. Außer den Schweizern. Die machen, völlig neutral betrachtet, ohnehin alles irgendwie besser. Schokolade, Käse und Meinungslosigkeit. Von alle dem können sich die Briten einige Scheiben abschneiden. Denn sie scheinen sich – wahllos &#8211; ihrem eigenen Humor hinzugeben. Anders ist das Narrenspiel nicht mehr zu erklären. An der Downing Street kann es dem Vernehmen nach nur noch bergab gehen. Bei der Anschrift sollte das nun wirklich niemanden überraschen. Da hilft nur der Blick ins Innere &#8211; des eigenen Kühlschranks zum Beispiel – und hin zu der Frage, was wir eigentlich essen, wenn keiner hinschaut. Wer behauptet, er beiße auch in unbeobachteten Momenten beherzt in den Sellerie, der möge sich um den Posten des Britischen Premiers bemühen. Bei so viel Ruchlosigkeit stehen die Chancen gut. Näher an der Wahrheit wohnt, wer Erdnussbutter mit den Fingern aus dem Glas löffelt. Oder wer Knuspermüsli ohne Flüssigmittel in solchen Mengen isst, dass sich eine Schuppenschicht aus Krümeln auf den Schultern bildet. Die anderen beißen nackt vor der offenen Kühlschranktür stehend beherzt in Ekelwurst, von der man nie weiß, ob sie Katzenfutter in Därmen oder eine Ausgeburt der Downing Street sind. Manch einer gönnt sich hingegen direkt eine mehrgängige Saftkur aus Oliven-, Wurst- und Ananaswasser. Trübe Wasser sind eben tief, weil man den Grund hierfür nie erkennt. Aber um die Klimakatastrophe abzuwenden, dürfen eben keine Ressourcen mehr verschwendet werden. Selbst Wurstwasser. Vielleicht ist deswegen zu erklären, warum wir uns immer wieder zumüllen. Nichts darf weggeschmissen werden. Und so startet man im Rhythmus des Mondkalenders eine Aufräumaktion nach der anderen und wundert sich, wo der ganze Krempel eigentlich immer wieder herkommt. Die eigene Familie gegebenenfalls eingeschlossen. Die Feiertage nähern sich schließlich, was daran zu erkennen ist, dass der Lebkuchen sein Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht hat und sich niemand mehr über die ach so aufdringlichen Weihnachtswaren aufregt. Die eigene Haltbarkeit hingegeben beginnt man derweil ebenfalls zu hinterfragen. Ist das jetzt jeden Morgen so? Als junger Mensch blickte man abgehoben und siegessicher auf das Leben, das vor einem lag und war fest davon überzeugt, sich dem ewig gleichen Rhythmus der menschlichen Mühsalen gewiss entziehen zu können. Man wird in seiner Jugend keine Dinge tun, die einem später unerklärlich erscheinen. Man wird nicht zum Start seines Berufslebens den falschen Vorstellungen hinterherrennen. Mit Mitte dreißig wird man nicht den wackeligen, faltendurchzogenen Jenga-Turm des eigenen Daseins anstarren und sich fragen, ob es wirklich das war, was man erbauen wollte. Man wird nicht am Vorabend seines 40. Geburtstags weinend seinen letzten Pickel ausdrücken, um am nächsten Tag zu betonen, wie gerne man seine Jugend hinter sich lässt, weil das ja alles so anstrengend war bis hierher. Man wird nicht bei irgendetwas mit 50 feststellen, dass einen nur noch ein adrenalinreiches Hobby von der beigen Rentneruniform trennt. Und wenn man alt ist, wird man nicht die Haut, Gehgeschwindigkeit und Mundflora einer Schildkröte haben. Gewiss, nur alle anderen Teile der Menschheit werden all diese Entwicklungsschritte eines Lebens durchlaufen. Man selbst wird niemals erwachsen werden. Das können die machen, die sich reif dafür fühlen, reif zu sein. Bis dahin spannt man eben weiterhin den ganz großen Bogen. Ist selbiger dann doch irgendwann überspannt, hauts einem &#8211; wie der neutral erboste Schweizer zu sagen pflegt &#8211; den Schnuller raus.  Während normalen Menschen also ganze Kragen durch zu stark pulsierende  Halsschlagadern platzen, verlieren die Bewohner eines kleinen Alpenvolkes in heller Aufregung ihren kleinkindlichen Noise Cancelling Aufsatz. Irgendwie beruhigt einen diese Vorstellung. Wer nun bei all der Schepperei beunruhigt denkt „Das ist ja überfordernder als die Abendnachrichten. Da sollte mal jemand eine Pause machen“, dem sei gesagt: wenn die tägliche Nachrichtenflut hiernach wie ein Einschlaflied klingt, hat der Schellenaffe sein Ziel erreicht. Er macht nun wirklich eine Programmunterbrechung. Denn wie heißt es so schön: man soll eine Pause machen, wenn es am schönsten ist. Der Dank gilt an dieser Stelle meinem heimlichen Kommatherapeuten, all den wundervollen Texterweiterungen durch Trippel B und Michael – all den vielen, langjährigen Lesern. Es war mir eine scheppernde Freude.</p>
<p>Der Schellenaffe kommt wieder, keine Frage.</p>
<p>Nur wann, das bleibt vage.</p>
<p>Und mit diesem beschepperten Versuch eines Reimes macht der Affe uns allen nach über fünf Jahren und 208 Beiträgen den Abschied auf Zeit einfacher.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2937" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-1024x1024.jpg" alt="Schellenaffee Affe mit Schellen Scheppern" width="502" height="502" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
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		<title>Ich hasse Menschen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2020 22:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Da parkte dieses kleine, auffällige, grüne Auto. Unscheinbar, etwas in die Jahre gekommen stand es am Straßenrand. Eigentlich keines Blickes oder Blinkers würdig. Und doch stach es mir ins Auge. Und ein bisschen ins Herz. Denn auf seiner kleinen Heckscheibe klebte jenes internationale Grundgesetz, das nur einen Paragrafen kennt und keiner Übersetzung bedarf: I hate people.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Ich hasse Menschen. </strong></span>Irgendwas zwischen manchmal und meistens. Meistens hasse ich sie in Wartebereichen. Wenn sie wie sich wie Lemminge an die Klippe drängen, in der Hoffnung, dass ein Flugzeug schneller abhebt, wenn die Türen luftdicht mit Menschen sicher verstopft sind. Oder wenn sie sich am Ende der Rolltreppe erst einmal die Schnürsenkel binden und sich dabei andere Dinge lösen. Oder wenn sie im Straßenverkehr&#8230;da sind.</p>
<p>Ich hasse Menschen, die über alles nörgeln, als würden sie in den Favelas von Rio de Janeiro als blinde Müllsammler arbeiten. Die Gewitter spucken, wenn die Sonne scheint. Die groß meckern, wenn die Portionen zu groß sind. Die kein gutes Haar an der Suppe lassen. Die im Tal des Jammerns wohnen und einen bergab ziehen.</p>
<p>Ich hasse den Musikgeschmack der meisten Menschen. Vor allem, wenn ich ihn mit allen Sinnen spüren muss. Wenn die Musik so laut ist, dass selbst Justin Bieber einen Bass bekommt. Oder wenn die Musik so schlecht ist, dass man sich „erschlagern“ möchte. Wenn Menschen rote Pferde, Cotton Eye Joes und Antons aus Tirol singen lassen, dann hasse ich Menschen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Am liebsten hasse ich Menschen am Morgen.</span> </strong>Oder vielleicht hasse ich auch nur den Morgen. Aber doppelt hasst eben besser. Morgens, wenn man nur Mensch sein möchte und andere Menschen auch Mensch sind, dann hasse ich Menschen. Am Morgen.</p>
<p>Doch nun bin ich bösartig erwacht. Ich wurde Opfer meiner eigenen Hassliebe. Denn die Besitzerin des kleinen, grünen Autos hasste nun mal Menschen. Vor allem hasste sie jene Menschen, die ungefragt Fotos ihrer Heckscheibe machen, während sie ungesehen Menschen hassend hinter dem Steuer saß, hinter dem sie sich vor diesen Menschen geschützt fühlte. Und so sprang sie aus dem Fahrzeug und schrie den Menschen an, der da ihr Innerstes fotografierte. Dieser Mensch war ich. Und so stellte ich fest, was ich noch mehr hasse als Menschen: Menschen, die Menschen hassen.</p>
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		<title>Ziemlich echte Freunde.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2020 22:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man in der Grundschule das Rechnen lernt, dann fängt man damit an, seine kurzen Finger oder rote Äpfel zu zählen. Man addiert seine Lebensjahre, zählt die Tage bis zum Geburtstag oder lernt, dass das Taschengeld mehr wird, weil es durch ein Plus verbunden ist. Doch was man nicht beginnt zu zählen, sind die Dinge, die wirklich zählen. Die Stunden, die man gemeinsam im Wald spielen durfte. Die Bonbons, die man heimlich naschte. Die Kissen, die man brauchte, um sich eine Höhle zu bauen. Und man zählte nicht die Freunde, die einen dabei begleiteten.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Denn was zählen schon Freunde, die man zählt?</strong> </span>Eine Frage, die manch Erwachsener zu vergessen scheint, während er Visitenkarten, Follower und Partygäste durchnummeriert und katalogisiert – und diese für Freunde hält. Doch was sind eigentlich Freunde? Echte Freunde? Echte Freunde sind die Menschen, mit denen man Pferde stiehlt und sie wieder zurück auf die Koppel bringt, weil jemand eine Allergie hat. Freunde erleben den ersten Rausch und die (erste) letzte Zigarette. Freunde beenden die Sätze des anderen, ehe dieser seine Gedanke in Worte fassen konnte. Freunde träumen gemeinsam vom Aussteigen und verpassen zusammen die Haltestelle. Echte Freunde sind wie ein Lottogewinn oder eine Wurzelbehandlung: viele braucht man eigentlich nicht im Leben.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2522" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-1024x1024.jpg" alt="Freunde Freundschaft Friends Einschulung Kindheit" width="450" height="450" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Freunde-2-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></p>
<p>Zwei Liebende werden ein Paar. Eine Handvoll Kollegen ist ein Arbeitsplatz. Doch zwei Freunde sind einfach nur zwei Freunde – eine verdammt kleine Clique, die kein Klickziel verfolgt. Bekanntschaften verbindet ein Zweck, von dem sich mindestens einer erhofft zu profitieren. Oder sei es der Zweck, dass sie schnell wieder verschwinden. Familien verbinden Gene und Gesetze. Beziehungen verbindet irgendwas Diffuses zwischen Sex und der Vorstellung von zwei Gebissen auf dem Nachtisch. Doch Freundschaften haben kein richtiges Ziel, außer die Eckkneipe oder das Ende des Liebeskummers zu erreichen. Sie haben keine Regeln, keine Mathematik, keinen Zweck – außer einem reinen Selbstzweck vielleicht, der darin besteht, dass man selbst das Gefühl hat, nicht völlig verkorkst zu sein, so wie ein dreibeiniger Pitbull mit Schuppenflechte und Durchfall im Tierheim. Oder so verkorkst wie der Sommer 2020 zum Beispiel. Oder Boris Johnson. Oder Boris Johnson im Sommer 2020. Aber selbst Boris hat vermutlich ein paar Freunde, die ihm sagen, dass seine Haare sie zwar an die abgeernteten Weizenfelder in Yorkshire erinnern, aber ihn zum Geburtstag einladen, obwohl und nicht weil er von der Polizei eskortiert wird.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Nicht alle Freunde sind von Dauer.</strong></span> So wie nicht alle Lebensabschnitte, Wohnorte und Einstellungen von Dauer sind. Die Wege mancher Freunde kreuzen sich nur für einen gewissen Teil des Pfades. Dann biegt einer ab. Oder kommt nicht mehr hinterher. Oder steigt in einen SUV. Und doch begleiteten einen auch diese Freunde weiter. Die albernen Witze, die ernsten Sorgen, die CDs, die Dose Bier, die man mit ihnen teilte, sie trägt man als Erinnerungen mit. Auf ihnen läuft man seinen Weg.</p>
<p>Und hat man sich verkorkst lange Zeit nicht gesehen, sei es, weil man gerade von Heinsberg nach Gütersloh umgezogen ist oder so organisiert ist wie der Friseur von Boris, dann spielt das auf wundersame Weise keine Rolle. Man greift förmlich den damals gesprochenen letzten Satz wieder auf und springt kopfüber rein, in das, was einem Leben Erfrischung bringt: echte Freundschaft. Man badet in irgendwas zwischen Erinnerungen der Vergangenheit und Träumen für die Zukunft &#8211; und einem großen Stück gegenwärtiger Geborgenheit. Man denkt an gute und an schlechte Zeiten und begreift: Freunde sind eine lachende, ehrliche, unvernünftige, zu viel Wein trinkende, nicht verlieren könnende, deinen Geburtstag vergessen dürfende, dich an deine Sünden erinnernde, schlecht Auto fahrende, irrwitzige, bekloppte Form der Liebe.</p>
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		<title>Tierisch.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flora und Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Menschen, die haben einen Vogel. Sie sind ein wenig schrill, tragen ein spezielles Federkleid und sind vielleicht etwas ungepflegt. In jedem Fall sind sie anders als andere Menschen. Was wiederum eine Leistung darstellt, ist die Menschheit doch eigentlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Menschen, die haben einen Vogel. Sie sind ein wenig schrill, tragen ein spezielles Federkleid und sind vielleicht etwas ungepflegt. In jedem Fall sind sie anders als andere Menschen. Was wiederum eine Leistung darstellt, ist die Menschheit doch eigentlich eh ein Schwarm komischer Käuze. Um hier herauszustechen, muss man beinahe ein sprechender Papagei sein. Oder ein betrunkenes Einhorn.</p>
<figure id="attachment_2499" aria-describedby="caption-attachment-2499" style="width: 701px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-2499" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5.jpg" alt="Tierisch Tierliebe Einhorn betrunkener" width="701" height="701" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5.jpg 900w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-5-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 701px) 100vw, 701px" /><figcaption id="caption-attachment-2499" class="wp-caption-text">Wer es tragen kann? Eine Säule.</figcaption></figure>
<p>Da sich diese Menschen, die einen Vogel haben, manchmal schwer im Umgang mit ihren Artgenossen tun, suchen sie anderweitigen Anschluss. Manchmal an tragenden Säulen und festes Gemäuer. Manchmal an World of Warcraft Figuren. Doch am häufigsten werden sie fündig in der Zoohandlung. Alle 11 Minuten verliebt sich dort ein zotteliger Primat tierisch in ein sprachloses Lebewesen und nimmt es fortan mit. Überallhin mit.</p>
<figure id="attachment_2495" aria-describedby="caption-attachment-2495" style="width: 700px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-2495" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1.jpg" alt="Tierisch Tierliebe Papagei dabei" width="700" height="700" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1.jpg 896w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-1-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption id="caption-attachment-2495" class="wp-caption-text">Ein Papadabei.</figcaption></figure>
<p>Wirklich überall mit hin. Ins Cafè, in den Park oder ins Kino. Was ist auch gegen ein bisschen mausernde Zweisamkeit bei einer schönen Cowmance einzuwenden? Andere Partner, die sich ankeifen, anfauchen oder anstinken, werden ja auch im öffentlichen Raum geduldet. Das leise Trippeln und die paar nonverbalen Auswürfe einer Schildkröte sind dagegen doch eine Wohltat.</p>
<figure id="attachment_2497" aria-describedby="caption-attachment-2497" style="width: 700px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-2497" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3.jpg" alt="Tierisch Tierliebe Schildkröte" width="700" height="700" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3.jpg 900w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-3-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption id="caption-attachment-2497" class="wp-caption-text">Langsamer Verkehr.</figcaption></figure>
<p>Und so besteht der menschliche Lebensinhalt sodann darin, ihm jeden Lebenstraum zu erfüllen, dem gefräßigen Freund. Sei es ein Besuch im Zoo, wo man gemeinsam den Bund der Gefangenschaft feiert. Oder man schenkt ihm ein menschliches Halsband, als Zeichen der Verbundenheit.</p>
<figure id="attachment_2498" aria-describedby="caption-attachment-2498" style="width: 700px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-2498" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-1024x1024.jpg" alt="Tierisch Tierliebe Bernsteinketten für Hunde" width="700" height="700" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-4-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption id="caption-attachment-2498" class="wp-caption-text">Frauchens Halsband.</figcaption></figure>
<p>Und so sind die komischen Vögel und die normalen Vögel auf ewig verbunden. Bis dass der Tod sie scheidet. Und darüber hinaus&#8230;gestopft.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2496" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-1024x1024.jpg" alt="Tierisch Tierliebe Ausgestopft" width="700" height="700" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/06/Tierisch-2-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
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		<title>Geschickt verpackt – das Five-Steps-Modell für originelle Geschenke.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2019 23:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sehr geehrte/r Notfallhilfe-Suchende/r, Sie sind auf unsere Dienstleistung aufmerksam geworden, da Ihnen beim 75%-igen Anzünden der mit Wachskerzen angereicherten Gartenabfälle Ihres Nachbarn die Erleuchtung kam: in einer Woche ist Weihnachten. Trotz allerlei Zählhilfen, wie Kerzenkränze oder Kalender und sich stetig [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte/r Notfallhilfe-Suchende/r,</p>
<p>Sie sind auf unsere Dienstleistung aufmerksam geworden, da Ihnen beim 75%-igen Anzünden der mit Wachskerzen angereicherten Gartenabfälle Ihres Nachbarn die Erleuchtung kam: in einer Woche ist Weihnachten. Trotz allerlei Zählhilfen, wie Kerzenkränze oder Kalender und sich stetig vermehrender, visueller Reize trifft Sie diese Erkenntnis völlig überraschend. Langsam werden Sie sich der Konsequenzen dieser Erkenntnis bewusst: Sie haben noch kein einziges Geschenk.</p>
<p>Kurz versuchen Sie die in Ihnen aufkommende Panik mit Glühwein und der Aussage „Aber dieses Jahr schenken wir uns wirklich nichts“ zu beruhigen. Aber Sie wissen, genau wie wir, die Fachberater der Geschenkenothilfe, dass dies ein Trugschluss ist. Das Versprechen, sich gegenseitig nichts zu schenken, bedeutet lediglich, dass man keine Wünsche seines Gegenübers erfährt, aber eine besonders kreative, persönlich ausgesuchte „Kleinigkeit“ im Geldwert jenseits des bewährten Bügelgutscheins erwartet wird. In diese Falle sollten Sie nicht treten. Und werden Sie nicht treten. Denn der erste Schritt zu einem erfolgreichen Weihnachtsfest (Erfolg definieren wir als das Hinauszögern von Trennungen und Geschrei aller Art) ist getan. Sie haben sich an uns, Ihre kompetente Beratungsstelle, gewandt. Unsere jahrelange Expertise der Geschenkeentwicklung und -investition baut auf psychologischer Grundlagenarbeit und weltweiten Feststudien auf. Und so haben wir die verzierte Methode „Five-Steps to originelle Präsente ©“ (5STOP) entwickelt.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Step 1 – starting point.</strong></span></p>
<p>Versetzen Sie sich in Ihr Gegenüber. Was mag er oder sie &#8211; oder es (auch auf Haustiere kann 5STOP natürlich angewendet werden)? Mag er oder sie zum Beispiel gerne schlafen (als Hinweis dient „Jetzt nicht, ich möchte schlafen.“)? Wie wäre es dann mit Schlaftabletten (und den Worten „ich hoffe, du weißt damit etwas anzufangen“)? Oder eine Busfahrkarte für Menschen, die gerne verreisen. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Der Insider-Tipp unserer Experten: trauen Sie sich, positive Dinge miteinander zu kombinieren. Plus und Plus ergibt schließlich kein Minus, sondern mehr Plus. Mag jemand Senf und Katzenbabys, stecken Sie eine kleine Plüschkatze in ein Senftöpfchen. Wählen Sie süßen Senf, um die Überraschung besonders niedlich zu machen. Mag jemand Sie selbst, Kaffee und Brüste? Wie wäre es mit einer Tasse in Brustform, auf der ihr Gesicht aufgedruckt ist. Die leichten Verzerrungen Ihres Kopfes sollten Ihnen das Strahlen Ihres Partners wert sein, wenn er die Tasse stolz seinen Kollegen im Büro präsentiert.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Step 2 – target setting.</strong></span></p>
<p>Doch bevor Sie übereifrig zu den ersten Geschenkideen springen, sollten Sie sich zunächst eine entscheidende Frage stellen: wie sehr mag ich ihn, sie oder es? Step 2 ist der wichtigste Prozessschritt des 5STOP-Modells. Er definiert, abgeleitet aus der emotionalen oder finanziellen Abhängigkeit des Geschenkopfers, den sogenannten Gehässigkeitsindex Ihres Geschenkes. Denken Sie über diese Frage ausreichend nach und ziehen Sie auch längst verjährte Enttäuschungen aller Art in Ihre Analyse mit ein. Je höher die definierte Zuneigung ist, desto niedriger fällt in der Regel (Ausnahmen sind insbesondere unter Geschwistern verbreitet) der Gehässigkeitsindex aus. Doch Vorsicht: der Index sagt jedoch nichts über die Geld- und Zeitinvestition in ein Geschenk aus, er bestimmt lediglich dessen Hässlich- und absolute Nutzlosigkeit.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2285" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-1024x1008.jpg" alt="Geschenke Geschenke Schenken Weihnachten Bügeleisen Schrottwicheln Nutzloses" width="508" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-1024x1008.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-300x295.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-768x756.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-830x817.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-230x226.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-350x344.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-2-480x472.jpg 480w" sizes="(max-width: 508px) 100vw, 508px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Step 3 – sustainable sourcing.</span></strong></p>
<p>Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine entscheidende Rolle im 5STOP-Modell. Das Hauptziel von 5STOP ist Ressourcenschonung. Recycling und Minimierung von Fahrtstrecken sind die wesentlichen Bausteine hierfür. Daher beinhaltet Step 3 die Beantwortung der Frage: was möchte ich in meinem Haushalt los werden? Bügeleisen sind hier ein Klassiker der Opfergaben. Doch setzen Sie auch hier Ihrem Denken keine Grenzen. Der Berg an Pfandflaschen unter der Spüle könnte beispielsweise eine besonders kreative Version eines Einkaufsgutscheins sein (siehe auch Step 5 – Packaging). Oder die ungenutzte Pizzaschere könnte beispielsweise unglücklich Beschenkten bei der Weiterverarbeitung Ihrer Geschenke helfen oder Botanikern mit besonders stark wachsenden Petunienhecken Freude bereiten. Eine beliebte Quelle solch nützlicher Geschenke ist im Übrigen das sogenannte „Wichteln“ (mitunter trägt es den Zusatz „Schrottwichteln“, gemeint ist aber stets das Gleiche). Der Begriff Wichteln stammt aus der Logistikbranche und beschreibt den in sich in Gänze geschlossenen, kauf- bzw. verbrauchsneutralen Prozess des globalen Warenumschlags. Auch bekannt als Nippes Trading. Ein weiterer Geheimtipp unserer Experten: verstecken Sie persönliche Gegenstände des Opfers. Wir garantieren, die Freude wird groß sein, wenn das verlorene Handy, der verlegte Hausschlüssel oder der vor dem Supermarkt vergessene Hund unter dem Weihnachtsbaum liegen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Step 4 – pragmatic purchasing.</span></strong></p>
<p>Sind alle Scheusslich- und Nutzlosigkeiten nichthumaner (!) Art aus dem eigenen Haushalt verbannt, folgt Step 4, der Expresseinkauf. Dieser Schritt ist jedoch rein optional und birgt einige Risiken und Gefahren, auf die wir Sie im Folgenden hinweisen. Ein weit verbreiteter Fehler ist beispielsweise der Glaube durch Online-Shopping besonders effizient Geschenke erwerben zu können. Vertrauen Sie uns: Sie sind nicht der Einzige, der diesen naiven Gedanken hat. Spätestens in der Telefonschleife ihres Versanddienstleisters oder der Warteschlange ihrer Poststelle, in der mittlerweile Decken und Heißgetränke verteilt werden, werden Sie feststellen, wie ineffizient diese Verfahrensweise ist. Ein Geschenk, das Sie erst an Silvester überreichen, birgt höchste Sprengkraft. Wagen Sie daher den Schritt, also den Schritt vor die Haustüre. Und keine Sorge, sie müssen nicht weit gehen. Halten Sie zunächst Ausschau nach alten Fahrrädern, an denen diese neonfarbenen Warnzettel angebracht sind (Wortlaut in etwa: „ist das noch ein Fahrrad oder kann das weg?“). Hier machen Sie nicht nur den Menschen, der sein Fahrrad „vergessen“ hat, glücklich, sondern die Stadtreinigung freut sich ebenfalls über Ihr Weihnachtsgeschenk. Und den Beschenkten erheitern Sie sowieso, wer freut sich schließlich nicht über ein so wertiges Geschenk wie ein Fahrrad? Oder sammeln Sie ein paar Blätter am Straßenrand und verschenken Sie einen Gutschein für „1x Laubsammeln“. Direkt eingelöste Versprechen sind schließlich wertvoller als jeder Laubbläser und ein Ausdruck echter Nächstenliebe. Also das Mögen des am nächsten Liegenden. Auch für personalisierte Geschenke muss es nicht zu spät sein. Kleben sie zum Beispiel einen schönen Urlaubsschnappschuss auf einen Kaffee-To-Go-Becher oder auf ein quadratisches Stück Pappe aus Ihrer Cornflakespackung. Fertig ist das Müslipad. Geschenke, die dem Opfer helfen, Geld zu sparen, sind auch gerne gesehen. Rechnen Sie die Ersparnisse stets präzise auf, wenn Sie beispielsweise ein Packung Zahnpflege-Kaugummis (2x Zahnreinigung p.a.) oder die geöffnete Chips-Tüte der Sorte „Nichts“ überreichen (1x Geburtstagsgeschenk für Sie und 1x Diätratgeber).</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2286" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-1024x1024.jpg" alt="Geschenke Schenken Weihnachten Verpackung Plastiktüten" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/12/Geschenke-3-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Step 5 – professional packaging.</span></strong></p>
<p>Die Verpackung macht die Musik. Das Auge schenkt mit. Man muss nicht immer hinter die Fassade schauen. Die bekannteste Technik zur Umsetzung von Step 5 heißt: Papperlapapping (PLP). Doch gerade bei der Wahl der Geschenkverpackung gilt es ein Gespür für Trends zu haben. Plastiktüten beispielsweise sind derzeit stark in Verruf und Ozeane geraten. Dennoch sollten Sie bereits jetzt mit der Bevorratung beginnen, denn die Prognose-Experten der Notfallhilfe sagen voraus, dass Plastiktüten aufgrund ihrer Verknappung in naher Zukunft zum Ausdruck von Sammlergeist und Wertigkeit werden. Die Vorhersagen gehen sogar so weit, dass in wenigen Jahren Plastiktüten verschenkt werden. Leer. Eine ähnliche Entwicklung durchliefen Weinkisten, Zigarrenkästen und Einmachgläser. Ein letzter Tipp für Unschlüssige: haben Sie kein Geschenkpapier zu Hand, verpacken Sie das Geschenk doch einfach in einem Stück Papier, das Sie garantiert zur Hand haben und die Hochwertigkeit Ihrer Gaben unterstreicht: dem Kassenzettel.</p>
<p>Wir wünschen harmonische Festtage und viel Erfolg beim Nippes Trading,</p>
<p>Ihre Geschenkenotfallhilfe.</p>


<p></p>
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		<title>Sechzigjährige Pärchen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jul 2019 22:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Raus aus dem Anstrengendsten. Rein in die betagte Welt, von Orthesen und Ostseekuren. Mit sechzig ist man angekommen, im letzten Abschnitt seines Lebens. Alles könnte so schön, so rüstig sein. Man bezieht eine wohlgenährte Rente oder nähert sich unbekümmert und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Raus aus dem Anstrengendsten. Rein in die betagte Welt, von Orthesen und Ostseekuren. Mit sechzig ist man angekommen, im letzten Abschnitt seines Lebens. Alles könnte so schön, so rüstig sein. Man bezieht eine wohlgenährte Rente oder nähert sich unbekümmert und unkündbar dem Renteneintrittsalter. Das mit der Altersvorsorge, dem Abnehmwahn und dieser doch eigentlich sehr anstrengenden Lebensplanung im Allgemeinen hat man hinter sich gebracht. Die Bälger sind aus dem abbezahlten Haus und das Verhältnis zum Urologen ist innig. Man besitzt einen selbstfahrenden Rasenmäher und einen Carport für die B-Klasse.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wäre da nicht dieser Partner, den man seit grauer Zeit nun an der faltig werdenden Backe hat.</span> </strong>Ein Überbleibsel und Zeitzeuge der jovialen Jugendzeit, einer Zeit, in der man noch so richtig wild war und zu Rolling Stones Konzerten ging und rauchte wie ein Kohlekraftwerk. Inzwischen ist der Partner so faltig geworden wie Mick Jagger und die Luft so schlecht wie im Schlot eines Hochofens. Im Alltag ist man nur noch selten zu zweit – Loriot sitzt meistens mit bei Tisch. In Gedanken. Nach vierzig Jahren Ehe gleichen die Gespräche einer Kommandozentrale und drehen sich vorranging um die Sicherung der Nahrungskette, besorgniserregende Wetterphänomene und Probleme mit dem Mobiltelefon. Zwar spinnt das Handy genauso oft wie der Ehepartner, aber trennen möchte man sich von beiden dennoch nicht. Für ein neues Gerät ist es jetzt auch irgendwie zu spät, das/der/die Alte funktioniert ja noch – und man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass man auch nicht mehr ohne es/ihn/sie leben möchte.</p>
<p>Um die Akkus aufzuladen, lädt man sodann ein. Ein befreundetes Ehepaar – die in Jahre gekommene, gräuliche Version eines befreundeten Pärchens <a href="http://schellenaffe.de/2019/07/22/dreissigjaehrige-paerchen/">(siehe auch: Dreißigjährige Pärchen)</a> Zu Kaffee und Kuchen und drei Gängen. Der Besuch erscheint militärisch pünktlich mit einem Strauß Blumen und einer Flasche Rotwein. Die Frage, ob man gut hergefunden habe wird wie so oft nicht einfach mit einem „Ja, sonst würdest du ja jetzt mit einem Geist sprechen“ quittiert, sondern mit einem Kurzreferat über diverse Befindlichkeiten rund um den Zustand der Bundesstraße. Der Ehepartner rollt das erste Mal mit den Augen. Kann er sich denn nicht einmal kurzfassen. Er wird folglich unterbrochen mit einem lautstarken Lob der Tischdekoration. Woraufhin der Hausherr aufgefordert wird zu fragen, was die Gäste gerne trinken würden. Wie ein Dolmetscher, der vergessen hat, zwischen zwei Sprachen zu übersetzen, gibt er die Frage an die Gäste weiter. Und die Antwort (sie gab die Bestellung &#8222;Wir hätten gerne einen Kaffee&#8220; für beide auf) zurück an die Hausdame.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2038" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig.jpg" alt="" width="502" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig.jpg 692w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig-350x349.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Sechzig-480x479.jpg 480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Beide Paare denken das erste Mal an diesem Abend: Gott sei Dank sind wir nicht wie die beiden. </strong></span>Es folgen Gesprächigkeiten über die letzte Mittelmeerkreuzfahrt, den neuen Job von der Sandra und irgendwelche Vereine, die das Thema Arbeit seit vielen Jahren schon ersetzt haben. Sie fragt sie standesgemäß nach dem Rezept der tollen Schmandtorte. Komplimente für Äußerlichkeiten gibt man sich schon lange nicht mehr. Was soll man auch sagen? &#8222;Toll, du wirst langsamer dick, oder&#8220;? Er fragt ihn nach der Leistungsstärke des Gasgrills oder e-Bikes. Es werden ungefragt Bilder der Enkel und mit ihnen Bilder einer Ehe rumgereicht.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wenn man alles gemeinsam im Leben erlebt hat, wer darf dann darüber berichten?</span> </strong>Wer kann der Erzählung des anderen noch interessiert zuhören, wenn er jede Pointe kennt? Ist es pedantisch, den anderen zu korrigieren oder ist es nur präzise und essentiell, wenn klargestellt wird, dass dem Wolfgang auf Sardinien, nicht auf Korsika, der Kellner beinahe beim Rausdrehen des Korkens aus der Chiantiflasche, nicht der Pinot-Grigio-Flasche, ein blaues Auge geschlagen habe. Versehentlich natürlich – glaubt zumindest einer am Tisch.</p>
<p>Jedes „ach, du schon wieder“ und „nein, das war anders“ hinterlässt die Frage, ob mit den Zärtlichkeiten auch der Respekt für den anderen seine Koffer gepackt und nach Sardinien oder Korsika ausgewandert ist? Wann hörte man eigentlich auf, sich gegenseitig zu küssen und stattdessen verbale Korken ins Gesicht zu knallen? Wann war man nicht mehr verknallt, sondern bekam einen Knall?</p>
<p>Während die Korken knallen, wird die Erdbeercreme gereicht. Bis es reicht. Es ist schon spät. Während man irgendwann das Gelage aufräumt, über die Bundestraße nach Hause fährt, fragt man sich, ob man auch so einen Knall hat? Stattdessen stellt man fest &#8222;Du musst morgen Fleischwurst kaufen.&#8220;</p>
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		<title>Dreißigjährige Pärchen. </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jul 2019 22:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Raus aus dem Gröbsten. Rein in die feine Welt, von Rewe und Instagram. Mit dreißig ist man fein angekommen. Man verdient Geld, um sich Dinge leisten zu können. Man besitzt freie Wochenenden und Jahresurlaub, um dieses Geld auszugeben und die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Raus aus dem Gröbsten. Rein in die feine Welt, von Rewe und Instagram. Mit dreißig ist man fein angekommen. Man verdient Geld, um sich Dinge leisten zu können. Man besitzt freie Wochenenden und Jahresurlaub, um dieses Geld auszugeben und die Sinnkrise zu kaschieren, die eine 60-Stunden-Woche so nach sich zieht. Man hat es sich gemütlich gemacht in seinem Leben mit programmierbarer Waschmaschine, Weinregal &#8211; und diesem Partner, den man seit geraumer Zeit nun an der noch faltenfreien Backe hat. Ein Überbleibsel und Zeitzeuge der jovialen Jugendzeit, einer Zeit, in der man noch so richtig wild war und Instant Kaffee trank und sich Trinkspielen traf.</p>
<p>Mit Scham und Wehmut blickt man auf dieses „ach damals“. Nun sitzt man als Wir auf der gemeinsam erworbenen Designer-Couch, teilt sich ein gemeinsames Konto und diverse Eigenarten. Du und ich gibt es nicht mehr. Wir schauen den Tatort. Wir mögen keine Fertiggerichte. Wir lieben Barcelona im Mai. Und wir beginnen uns ein wenig zu langweilen. Gegenseitig. In unserem hyggeligen Wohn- und Wir-Raum. Und so verspürt man den Drang sich herausfordern zu müssen, ehe man mit dreißig bereits im geistigen Rentenalter angekommen ist. Man kriecht hervor unter seiner Kaschmirkuscheldecke und den Unterlagen für die Steuererklärung und meldet sich an für einen sportlichen Wettstreit. Für ein Messen der Kräfte. Für den Vierkampf um den Titel. Den Wirkampf des besten Paares.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Man verabredet sich zum Pärchenabend.</strong> </span></p>
<p>Man trifft sich mit einem BFP, einem befreundeten Pärchen. Irgendjemand kennt sich flüchtig über die Arbeit oder einen anderen zwielichtigen Verein. Um der Einsamkeit in der Zweisamkeit zu entfliehen, verabredet man sich zu „wirt&#8220;. Und beschließt, befreundet zu sein.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2026" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-1024x650.jpg" alt="Spieleabend Dreißigjährige Pärchen Brettspiel Trinkspiel" width="501" height="318" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-1024x650.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-300x191.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-768x488.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-830x527.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-230x146.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-350x222.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1-480x305.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/07/Spieleabend-1.jpg 1329w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Um das Reden zu vermeiden, wird ein Erlebnis mit der doppelten Zwangsehe verbunden. Ein Spieleabend oder eine Weinverkostung wäre doch sehr schön. Das kommt BFPs sehr gelegen. Bei selbstgemachten Ravioli, selbstgerolltem Sushi (wie doll) und selbstgewählter Lounge-Musik, die über die Bose-Boxen plätschert, geht das Duell der dreißigjährigen Pärchen dann los.</p>
<p>Wer baut mehr Wir in seine Sätze ein.</p>
<p>Wer riecht besonders lange am Wein.</p>
<p>Wer darf zur miefenden Käseplatte referieren.</p>
<p>Wer den Punktestand notieren.</p>
<p>Wer kann sich leiser in der Küche streiten.</p>
<p>Wer die meisten trockenen Küsse verteilen.</p>
<p>Wer nennt seinen dreißigjährigen Partner häufiger Bärchen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wer ist das bessere dreißigjährige Pärchen.</span></strong></p>
<p>Gute Miene ist das Ziel.</p>
<p>Auch wenn einem einiges missfiel.</p>
<p>Die eine ist devot.</p>
<p>Der andere ein Idiot.</p>
<p>Er will nur dozieren.</p>
<p>Sie kann nicht verlieren.</p>
<p>Der eine kriegt den Mund nicht auf.</p>
<p>Die andere haut ständig irgendwas heraus.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Manchmal sind es auch nur Brotkrümel – die so trocken sind wie der Abend.</span></strong> Konnte man sich früher einfach betrinken und erheiternde Bewusstseinszustände erlangen, so besinnt man sich heute. Auf die Zitrusnoten des Riesling aus Rheinhessen. Es schmeckt so wunderbar, auch wenn man noch nie in Rheinhessen war. Man redet über teure Möbel, die ihr Geld wert sind, und darüber, dass man schon lange nicht mehr zu IKEA geht. Über Rennradtouren und selbstgebaute Bässe. Tauscht Rezepte und Reiseziele aus. Meidet Gespräche über Politik und Persönliches. Über die SPD oder die schwere Kindheit wird nicht gesprochen. Stattdessen plant man ein Weinwochenende im Burgund und lacht darüber, dass man bitte nie wie seine provinziellen, Geranienkästen bepflanzenden und Kreuzfahrten buchenden Eltern werden möchte. Gott, wie spießig, sagt man beim Abräumen der Käseglocke. Darf es noch etwas sein? Hut, Stock oder Mantel?</p>
<p>Haben die Gäste das Heim verlassen, beginnt die zweite Runde „Mensch ärgere dich nicht“ &#8211; über seine Angeberei und ihr aufdringliches Parfüm. Über diese Macken, die wir sicherlich nicht haben. Was für ein Paar. Wie abschreckend. Und wie edel, dass wir Zeit mit ihnen verbringen. Aber wir sind schließlich befreundet. Wir, das dreißigjährige Pärchen. Nicht ich. Und nicht du. Zum Einschlafen spielt die Soundanlage, die ihr Geld absolut wert, aber doch irgendwie eigenwillig ist,  Rainald Grebe <em>&#8222;<a href="https://youtu.be/SQ36cq6MNDY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dreißigjährige Pärchen</a></em>&#8222;. Und das dreißigjährige Pärchen merkt: verdammt, wir haben den Rettich vergessen.</p>
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		<title>Was bleibt.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 May 2019 22:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe von dir geträumt. Wovon der Traum handelte, wie lange er in meinem Kopf spielte, an welchem Ort wir waren, was wir sagten, ich vermag mich nicht daran zu erinnern. Wie so oft bleibt das nächtliche Scheppern im Kopf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe von dir geträumt. Wovon der Traum handelte, wie lange er in meinem Kopf spielte, an welchem Ort wir waren, was wir sagten, ich vermag mich nicht daran zu erinnern. Wie so oft bleibt das nächtliche Scheppern im Kopf unergründlich. Doch weiß ich, du warst da. Das spürte ich, als ich alleine in meinem Bett erwachte. In diesem Traum waren wir beisammen, wie wir es immer waren. Nichts hatte sich verändert trotz all der Jahre, die zwischen unserer letzten Begegnung lagen. Dieser letzten, dieser endgültigen Begegnung zwischen jetzt und unserem Abschied. Dieses Zwischen aus Schmerz und Trauer. Aus Weitermachen und Stehenbleiben. Aus Vergessen und Nicht-Vergessen-Wollen. Zwischen damals und heute.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Zwischen deinem Tod und meinem Weiterleben.</strong></span></p>
<p>Und so erwachte ich in dieser Welt, in der du schon lange nicht mehr mit mir redest, in der du dich nicht mehr bewegst und fragte mich, wie es sein kann, dass du in meinen Träumen noch immer zu mir sprichst?</p>
<p>Du bist gestorben. Du hast mich verlassen. Endgültig. Das zu akzeptieren ist schwer. Das zu glauben und fühlen unmöglich. Eine unendliche Unmöglichkeit in einem endlichen Leben. Und so lassen wir dich weiterleben. Wir, die dich kannten, liebten, erlebten. Du lebst weiter in bewussten Erinnerungen und Erzählungen – und unbewussten Träumen und Gedanken. Manchmal sind es leichte Anekdoten, die uns lachen lassen. Manchmal sind es alte Bilder, die wie Blitze im Kopf aufflackern. Manchmal sind es bewusste Momente des Erinnerns. Und manchmal ist da diese Angst des Vergessens. Die Bilder werden verschwommener, die Anekdoten weniger. Andere Menschen und neue Erinnerungen drängen sich in den Vordergrund. Man denkt seltener an dich – doch dann sprichst du auf einmal in unseren Träumen zu uns. Erinnerung ist keine Frage der Häufigkeit und Intensität, die messbar wäre. Es scheint vielmehr eine Frage des sich Einlassens, des Zulassen, des Loslassen zu sein. Kaum steuerbar, wie unsere Träume es auch sind.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch was bleibt, ist dieses diffuse, hintergründige Gefühl der Unvollkommenheit ohne dich.</span> </strong>Dieses Gefühl, dass meinem Leben ein Gesicht, eine Stimme, eine Hand geraubt wurde. Dein Leben endete und mit ihm starb ein Teil von meinem Leben. So ist da diese Lücke, die man versucht zu füllen. Wie eine leere Vase, die man versucht mit Watte zu stoppen, weil sie kein Wasser mehr trägt. Mit Leben. Mit anderem Leben. Mit bewusstem Leben. Man versucht die Bürde des Weiterleben-Müssen als Chance des Weiterleben-Dürfen zu nutzen. Mach was aus der Zeit, die dir bleibt.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-1927" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-1024x1024.jpg" alt="Himmel Tod Sterben Weiterleben Zuversicht Gelassenheit Leben" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/05/Himmel-1-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Die Endlichkeit des Lebens gehört, wie Schmerz und Liebe, zu den Dingen, die man vielleicht versteht – aber erst wirklich begreift, wenn man sie erlebt hat.</span> </strong>Ich habe mir vorgestellt, wie es einmal ohne dich sein wird. Wie ein Blinder, der sich die Farben des Meeres vorstellt. Dann bricht die Welle der Realität herein. Doch anstatt gegen die Wucht der Wellen anzukämpfen, lernt man mit der Zeit sich tragen und treiben zu lassen. Mit Zuversicht und Gelassenheit. Ich kann den Lauf der Dinge nicht ändern, so wie ich deinen Tod nicht ändern kann. Ich kann nur meine Sicht auf dieses Erlebnis ändern. Der Frage „wie darf ich ohne dich jemals wieder Freude empfinden“ ist stetig die Erkenntnis gewichen: die Freude, das Glück kommen und gehen in Wellen. Die Kunst besteht darin es zu erkennen, ergreifen, wenn es greifbar ist dieses Glück. Das Unglück schafft den nötigen Kontrast, um das Glück besser, bewusster zu erkennen. Das Unglück darf kein Schatten sein, der alles Licht verschluckt. Es ist nicht das Unglück, was von dir bleibt. Es ist das Glück, dass du so einen großen Teil in meinem Leben hinterlassen hast, dass du eine Lücke hinterlässt, wenn du nicht mehr da bist. Was bleibt bist du.</p>
<p>Wir widmen unser Leben in der Regel uns selbst. Doch ist unser Leben nicht auch immer eine Widmung an die Menschen, die den Weg bereitet haben, auf dem wir wandeln? Und so laufe ich in meinem, in deinem Namen, im Namen derer, deren Weg ich kreuzen werde, weiter. In dem heimlichen, naiven Gefühl, dass du zuschaust. Mitfühlst. Dass Endlichkeit nicht Entgültigkeit ist. Dass du irgendwo geblieben bist. Dass jenseits des Diesseits etwas ist.</p>
<p>Ich bin erwacht aus meinem Traum. Und du warst nicht da. Irgendwann sehen wir uns wieder in einem Traum. In einem Traum, aus dem auch ich nicht mehr erwachen werde. Ob es diesen Traum geben wird, werde ich in diesem Leben nie erfahren. Doch das ist das Schöne an Träumen: in ihnen ist für einen Moment alles möglich.</p>
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		<title>Hundstage.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2019 23:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flora und Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Plötzlich ist er da. Dieser Moment, vor dem man sich lange fürchtete. Man hoffte irgendwie, er würde nie eintreten, auch wenn man weiß, dass dies bedeutete, ein Lebewesen würde an Magersucht oder Darmdetonation sterben. Aber man hofft naiv, dass der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Plötzlich ist er da. Dieser Moment, vor dem man sich lange fürchtete. Man hoffte irgendwie, er würde nie eintreten, auch wenn man weiß, dass dies bedeutete, ein Lebewesen würde an Magersucht oder Darmdetonation sterben. Aber man hofft naiv, dass der Kelch wundersamerweise an einem vorüber gehen würde. Beziehungsweise der Plastikbeutel. Doch dann ist der da, dieser verstörende Moment, da man das erste Mal in diese Plastiktüte greifen muss, wie ein Arzt in die OP-Handschuhe. Und dann tut man es. Man fasst Hundekot an.</p>
<p>Die gebückte Haltung, die würdelose Pose erinnert an Betrunkene, die sich schamvoll in der Öffentlichkeit übergeben. Mit dem Unterschied, dass hierbei der Auslöser des Übels schon zehn Meter weitergelaufen ist, an einem Busch schnuppert und überlegt, ob er ein Taschentuch fressen soll.</p>
<p>In unseren scheppernden Köpfen sind die Dinge, die wir uns vorstellen, meist voller sinfonischer, harmonischer Klänge. Die wenigen Störgeräusche besitzen dafür die Dezibel-Stärke einer startenden Boeing 747 &#8211; mit einem Martinshorn auf dem Dach und einer Kita voller hungriger Zweijähriger an Board. Doch wie klingt die Realität dann wirklich? Laut oder leise? Wie rhythmisch oder grässlich? Wie lärmend fühlt es sich an, Hundehaufen von der Straße aufzuheben? Ist es wirklich so klangvoll einen Hund zu besitzen oder erwischt man sich alsbald knietief in einer scheppernden Hundedepression?</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Die Wirklichkeit summt nicht. Sie jault und bellt. Und hört – manchmal – auf den Namen Hummel.</span> </strong>Hummel ist für das Wochenende zu Besuch. Hummel ist eine eigenartige Besucherin. Hummel hat ihr eigenes Geschirr und Essen mitgebracht, das ihr aber nicht wirklich schmeckt. Hummel hat ihr eigenes Bett mitgebracht, das sie allerdings nur selten der Couch oder dem muffigen Teppich vorzieht. Hummel hat den Wunsch, viele Dinge einmal in Ruhe durchzukauen. Hummel mag keine Treppen und möchte lieber vom Balkon in die Hecke, in die Freiheit hüpfen. Hummel wünscht sich wohl, sie wäre eine Hummel.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-1788" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-1024x1024.jpg" alt="Hummel Dackel Rauhaardackel Hund" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-3-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Die pubertäre Dackeldame wurde vornehmlich zur Menschentherapie mit Fokus auf das Abtrainieren einer Schnapsidee (Besitz eines eigenen Hundes) aufgenommen.</span></strong> Sie stellt sich aber zeitgleich als sehr patente Haushaltshilfe heraus. Sie kümmert sich um den Papiermüll, zerkleinert und verteilt diesen so fachhündisch, dass er sich quasi selbst entsorgt. Sie putzt gerne Schuhe und gibt ihnen dabei eine neue Patina (das sogenannte „Hundebiss-Muster“). Sie dekoriert äußerst geschmatzvoll um und entfernt bodennahe, geschmacklose Staubfänger. Sie staubsaugt gründlich, egal ob Speisereste, Stuhlgleiter oder humanoide, nackte Zehen. Auch vor schwer erreichbaren Stellen, wie unter Sitzmöbeln oder hinter Regalen, scheut sich Hummel nicht und reinigt notfalls mit ihrer langen Gesichtsbehaarung höher liegende Staubflocken. Ihr fehlt nur noch die Stirnlampe, dann wäre sie ein echter Kumpel.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-1794" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-1024x1024.jpg" alt="Hummel Dackel Rauhaardackel Hund" width="499" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-9-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass Hummel so viel Kot im Kopf hat, wie aus ihr herauskommt.</strong></span></p>
<p>Im Freien surrt Hummel sodann wie eine quirlige Biene von Bein zu Bein. Nebensächlich, ob es ein haariges Hundebein, ein haariger Busch oder ein Hosenbein mit einem dieser drolligen , weniger haarigen Menschen drin steckend ist. Dadurch lernen Menschen Menschen kennen, die sie nicht kennenlernen wollten. Kann man auf dem Kinderspielplatz die Kinder in der Regel sich selbst überlassen (anzügliche Übergriffe, Beissattacken und sich verheddernde Leinen sind unter Vierjährigen eher selten) und die Mutter des Sand essenden Friedrichs ignorieren, fühlen sich Hundebesitzer zur Konversation verpflichtet. Geschlecht, Rasse, Alter, Name und Nahrungsunverträglichkeiten werden abgefragt oder ungefragt mitgeteilt. „Ach Pummel heißt er? Ist das ein Standard? Waren Sie schon mal beim Dackeltreffen?“ Man unterdrückt die Frage, ob die stark übergewichtige Fußhupe mit dem Häckeljäckchen eine Standard-Presswurst ist und antwortet kurzbeinig angebunden – und zieht an der Leine, die einem diese Konversationen eingebrockt hat.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-1787" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-1024x1024.jpg" alt="Hummel Dackel Rauhaardackel Hund" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-2-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch dann blickt Hummel ihre Patienten – oder das Leckerli in ihren Händen – mit diesen braunen Knopfaugen an und was war noch mal die Fragestellung? Egal.</span></strong> Dann wirft man irgendwas, was wohl einmal ein Hundeknotenseil war, aber eher an die derangierte Frisur eines Kelly Family Mitglieds, die im Ausguss steckte, erinnert, und Hummel springt glücklich mit ihren kurzen Beinen hinterher. Dann sucht Hummel unruhig eine angemessene Schlafposition und döst erst zusammengerollt im Schoss des Patienten liegend zufrieden ein. Dann zuckt und bellt Hummel im Traum. Dann steht Hummel um 5:30 morgens am Bett, Schwanz wedelnd, gut gelaunt, latent mit einer Leckage der eigenen Blase drohend – und selbst dann kann man ihr nicht böse sein. Zumindest nicht so böse, wie man seinem in der Regel nicht an der Hand leckenden Wecker wäre. Immerhin kann man so ja besonders frische Brötchen beim Bäcker abgreifen und den so selten gewordenen Vogelgesängen ohne jeden Verkehrslärm lauschen. Dann läuft Hummel tapsig über die Tasta28üz3rhlfq0zr.</p>
<p>Und man stellt fest, das Therapieziel ist auf kurzen Stummelbeinen in weite Ferne gerückt.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-1791" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-1024x1024.jpg" alt="Hummel Dackel Rauhaardackel Hund" width="502" height="502" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/03/Hummel-6-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
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		<title>Betriebsfeiern – eine Betriebsanleitung.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Dec 2018 23:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist diese besondere Zeit im Jahr. Diese Zeit, in der sich Fremde in die Arme fallen, man in tief hängendes Lametta läuft und viel zu viel isst und trinkt. Es ist die Zeit der Betriebsfeierei. Während die sommerliche Version [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist diese besondere Zeit im Jahr. Diese Zeit, in der sich Fremde in die Arme fallen, man in tief hängendes Lametta läuft und viel zu viel isst und trinkt. Es ist die Zeit der Betriebsfeierei. Während die sommerliche Version des Zwangsamüsement unter gemeinschaftlich verbundenen Arbeitssklaven in der Regel mit allerlei Aktivitäten aufwartet, ist die Winterausgabe der Betriebsfeier in der Regel von Passivität geprägt. Das Sommerfest scheint ein Überlebenscamp für Schreibtischhelden zu sein. Vom Steuern verschiedenster Wasserfahrzeuge über Lama-Trekking, Trommelkurse oder Geocaching, alles scheint möglich zu sein. Hauptsache, man könnte es auch bei Jochen Schweizer kaufen. Nie weiß man, was im nächsten Jahr geboten wird. Gewiss ist lediglich, dass es regnen wird und man am nächsten Tag Muskelkater an Stellen hat, von denen man nicht einmal wusste, dass sie muskelkaterfähig sind.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Die Firmenweihnachtsfeier ist hingegen wie <em>Dinner for One</em> komplett vorhersehbar.</strong> </span>Und alle Jahre wieder lacht man trotzdem. Das Ambiente, der Ablauf, aber vor allem die Protagonisten sind jedes Jahr so überraschend wie der Moment, als der Kellner über den Tigerkopf stolpert. Die Kulisse bildet eine praktisch anmutende Mehrzweckhalle, die mit roten Schleifen, Tannenzweigen und Servietten, die das Firmenlogo tragen, kaschiert wurde. Der Ablaufplan dient zunächst der Erzeugung eines maximalen Gefühls des Sichbetrinkenwollens. Die Feierlichkeiten beginnen in der Regel mit einer nüchternen Präsentation von Umsatzzahlen und Visionen für das neue Jahr, die unterbrochen wird von gezwungenem Szenenapplaus für Mitglieder der Geschäftsführung und Kaffeepausen mit dünnem Filterkaffee. Es folgt ein deftiges Abendessen, das als Grundlage für alles weitere dienen soll. Und dann beginnt das Schauspiel mit irgendeiner besonders gut gelaunten Coverband oder DJ Johnny Cool, der „kein Tanzbein unberührt“ lassen wird – gefolgt vom Auftritt der Protagonisten.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Weihnachtsfeiern bieten vor allem die Möglichkeit, männliche Vertriebsmitarbeiter in ihrem natürlichem Umfeld zu beobachten.</span> </strong>Erkennbar an einer geschwellten Brust und einem schwankenden Gang, besetzen sie zunächst das Revier rund um die Bar. Später verteidigen sie mittels ausladender Armbewegungen und unrhythmisch gefeuerten „Luftpistolen“ die Tanzfläche für sich. Dabei ist ihr geschärfter Blick immer auf weibliche Artverwandte gerichtet. Monogamie ist an diesem Abend so beliebt, wie ein Fahrzeug der Konkurrenz auf dem Firmenparkplatz.</p>
<p>Das einzige Weibchen, welches auf die Brunftversuche reagieren wird, ist erkennbar an dunkel geschminkten, leicht schielenden <em>Smokey Eyes</em>, niveauflexiblem Dekolleté und Absätzen, die so hoch sind wie das Proseccoglas in der Hand. Bei der Bestellung an der Bar ruft sie gerne „metoo“. Egal in welcher Abteilung sie arbeitet, an diesem Abend ist sie entschlossen, im Innendienst tätig zu werden.</p>
<p>Hingegen mehr auf Außenwirkung fokussiert sind die Kollegen aus der Marketingabteilung. Einfach zu identifizieren an aufwendigen, glitzernden Kostümen – selbst wenn kein Verkleidungsmotto ausgelobt wurde. Für gewöhnlich sind sie in Gespräche verwickelt: mit dem Barpersonal, um die Zutaten ihres Longdrinks zu diskutieren oder dem DJ, um sich dieses eine Lied von <em>Katrina and the Waves</em> zu wünschen.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter wp-image-1670" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-998x1024.jpg" alt="Betriebsfeier Weihnachtsfeier Drinks" width="504" height="517" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-998x1024.jpg 998w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-293x300.jpg 293w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-768x788.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-830x851.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-230x236.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-350x359.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1-480x492.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2018/12/Betriebsfeier-1-1.jpg 1560w" sizes="(max-width: 504px) 100vw, 504px" /></p>
<p>Der Typ aus der IT-Abteilung wird zu später Stunde seinen voluminöses, öliges Haupthaar öffnen und headbangend auf der Tanzfläche stehen. Die Mehrheit der Mittänzer wird sich in diesem Moment an den Füllstand ihrer Blase erinnern und &#8222;mal kurz Kacheln zählen&#8220; gehen. Lange vor dieser Episode wird die Buchhaltung die Örtlichkeit verlassen haben, um pünktlich am nächsten Morgen ihrer Arbeit nachzugehen. Erkennbar daran, dass am Folgetag eine Rechnung mit der Anmerkung „Falsche Anschrift“ im eigenen Postfach liegen wird. Abteilungsleiter sind hingegen daran zu erkennen, dass sie Tabletts mit Kurzen in der Menge verteilen und Verkleidungsstücke aus der Fotoecke auftragen.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Besagte Fotostation ist im Übrigen der Ort, an dem alle Protagonisten egalitär alkoholisiert schließlich zusammenkommen und sich durchmischen. </strong></span>Die Durchmischung erfolgt jedoch nur für diesen einen Abend. Am nächsten Tag schauen alle die Fotos an und fragen sich, ob die Person neben sich eigentlich Teil des Garderobenpersonals war. Während den meisten Fotomotiven das Beweismaterial peinlich ist, wird es sich für eine Person als nützlich erweisen. Das an diesem Abend gezeugte Firmenbaby wird diese Fotos Jahre später entdecken und sich fragen, ob das Papa mit dem Rentiergeweih auf dem Kopf ist.</p>
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