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	<title>Tiefgang Archive - Schellenaffe</title>
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	<description>Scheppern im Kopf. </description>
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		<title>Erschütterungen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2022 23:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie hat man sich diesen Moment anders vorgestellt. Triumphal und doch ein bisschen gleichmütig. Lange ersehnt und doch unbemerkt. Es sollte ein besonderer Tag sein: der Tag, an dem Corona in den Nachrichten keine Erwähnung mehr findet. Der Tag, an dem die Pandemie ihre Relevanz verliert und damit ihre Berichterstattung &#8211; rund um den Buchstaben G und allerhand Zahlen &#8211; endet. Es sollte ein besonderer Moment sein.</p>
<p>Besonders war der Moment.</p>
<p>Alle anderen Vorstellungen von diesem Tag der Befreiung sind mit den ersten Bomben, die fielen, zu Asche verfallen. Es war ein Tag, der den Boden beben ließ und die Welt erschütterte. Jene Pandemie, die uns zwei Jahre lang bis ins Mark erschütterte, existiert weiter, aber das rührt derzeit niemanden. Karl Lauterbach bemüht sich gewiss noch um die Eindämmung dieser aufrüttelnden Seuche, wenngleich er sich wundern dürfte, dass Maybrit und Markus nicht mehr bei ihm anrufen. Geredet wird weiterhin viel, aber nicht mehr über den Kampf gegen ein Virus, sondern über Krieg. Das Wort, das wir verlernt haben zu benutzen und verstehen, ist zurückgekehrt. Die Epidemiologen sind den Generälen a.D. gewichen, die uns die Regeln und Prinzipien der Kriegsführung erklären. Die zwischen Kriegsverbrechen und Krieg als Verbrechen zu unterscheiden wissen. Die erklären, wie man im Krieg töten darf und wie nicht. Die ruhige Worte finden für das Unbeschreibliche.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Doch uns Zuschauenden fehlen die Worte.</strong> </span>Nicht, weil wir nicht genug Worte besäßen. Es sind zu viele Worte und Gedanken, die sich gleichzeitig in einem lauten Schrei Bahn brechen wollen. Brüllen und trommeln möchte man. Was bleibt ist Sprachlosigkeit. Markerschütternde, ratlose Stille. Wieso wir auf einmal über Frieden verhandelt, wenn er eine Selbstverständlichkeit war?</p>
<p>Menschen leben in der Kälte ihrer Keller. IT-Berater greifen zu den Waffen. Kinder werden in U-Bahn-Schächten geboren. Die Ausläufer des Patriarchats trennen Frauen von Männern, die zu Kämpfern werden.&nbsp; Die Welt schaut erstarrt zu und hüllt sich in gelb-blaue Flaggen. Sie dreht die Heizung herunter und spendet Waffen, Decken und ein Obdach. Die Welt hilft beim Töten, um zu überleben. Geschlossen und ebenso ratlos tritt sie einem Tyrannen entgegen, der neben einem starken Willen und einer verdrehten Wahrnehmung eben leider vor allem eines besitzt &#8211; und braucht: Macht.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Man wünscht dem Tyrannen einen Schuss in jenen Kopf, in dem unverständliche Gedanken zu grausamen Vorhaben werden.</span> </strong>Eiskalt und gnadenlos. Doch damit lyncht man die Werte, die man verteidigen möchte. Und so blickt man in jenes Gesicht, das der Zerstörung gleicht, die es anordnet und fragt sich ohnmächtig: Warum?</p>
<p>Darauf gibt es keine Antwort. Das Suchen nach Erklärungen führt uns in die Vergangenheit, die es nicht mehr gibt. Auf die Frage, was man selbst im Hier und Jetzt tun kann, gibt es hingegen mehr Antworten, als man befürchtet. Ein Zimmer, einen Euro oder eine Stimme spenden. Und begreifen: Krieg gibt es immer auf der Welt. Er ist nicht erst wieder da, seit er nah ist. Er war nie weg. Frieden hat seinen Preis, den wir nun lernen zu zahlen. Es sind nicht 2,039€ /l. Nicht nur.</p>
<p>Krieg ist der Virus, den wir ein Leben lang bekämpfen werden müssen. Indem wir hinschauen und laut sind. Auch dann noch, wenn uns die nächste Katastrophe erschüttert und der Tag kommt, an dem der nahe Krieg fern ist und die Nachrichten verstummen. Denn dieser Tag ist bereits jetzt Realität. Wenn man in Russland lebt.</p>
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		<title>Und nu?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jan 2022 23:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Und was jetzt? Neues Jahr und alte Sorgen? Mitten angekommen in diesen „Zwanzigerjahren“, von denen wichtige Menschen begonnen haben zu sprechen und bei deren Erwähnung man unweigerlich an Damen mit Federschmuck und Herren in Wollflanell-Dreiteilern denkt, möchte man eigentlich direkt wieder raus aus den Zwanzigern. Zurück vielleicht in die Jahre, als noch DJ Bobo und nicht Christian Lindner über „Freedom“ sprach. Oder hinaus in die Zeit, in der Niesen wieder ein Genuss und kein Grund zum gesellschaftlichen Luftanhalten wurde. Allzu golden war dieses Jahrzehnt bisher nicht. Die beiden geschafften Jahre glichen eher zwei Nullen.</p>
<p>Doch so wenig man Lust auf das unmaskierte Gesicht von Friedrich Merz oder darauf hat, dauerhaft mit Stäbchen in der Nase wie Walross Antje herumzulaufen, so wenig ausgeprägt ist die Vorliebe für Pessimismus (oder Realismus, je nach allgemeiner Grundverfassung). Wohin allzu viel Miesepetrigkeit furcht äh führt, lässt sich schließlich an Friedrichs Gesicht ablesen.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Also: Was wird 2022 gut?</strong></span> 2021 ist geschafft. Das ist vielleicht direkt zu Beginn die positivste Nachricht des Jahres. Trump weg, Wahlkrampf vorbei und die Pandemie mutierte – von etwas Ungeheuerlichem zu etwas Lästigem. Die Frage nach dem Klopapier geht einem schon länger wieder an besonders dunklen Orten vorbei. Zwar fühlt man sich noch immer wie auf einer Reise in die Vergangenheit, wenn man vor einer mit roter Absperrkordel versperrten Tür wartet, bis der Türsteher die Ausweisdokumente überprüft hat. Die anwesende Maske im Gesicht und der fehlende Bass im Ohr erinnern einen alsbald jedoch daran, dass man sich in der Gegenwart eines Schreibwarenladens befindet. Aus dem Club wurde „Paper-la-papp“. Auch wenn das griechische Alphabet sich weiterhin geringer Beliebtheit erfreuen wird, so dürften in diesem Jahr Textaufgaben eine erfrischende Aktualität erhalten und zumindest Siebtklässler sich nach all den Entbehrungen unterhalten fühlen: bei vier Impfstoffen und sechs Impfdosen, wie viele Kombinationsmöglichkeiten gibt es? Positiv dürfte auch sein, dass durch die viel beschworene „Spaltung der Gesellschaft“ endlich der Teil abgespalten ist, der dumm ist. Im Übrigen ist jener unterbelichtete Teil auch 2022 daran zu erkennen, dass er Fackeln unter Straßenlaternen anzündet. Wahrscheinlich hofft er, durch doppelte Ausleuchtung zwielichtige Echsenmenschen zu finden. Aber diese werden auch 2022 nicht in Erscheinung treten. Erneut eine frohe Kunde.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>2022 gibt es mehr Geld.</strong></span> Für wen, weiß man nicht. Aber wenn alles mehr Geld kostet, wird es schon den oder die Richtigen am Ende erreichen. Gewiss. Alles andere wäre ungerecht und respektlos. Und Respektlosigkeit kann Olaf nun mal gar nicht leiden. Für den mitunter fehlenden Elan und Nervenkitzel empfiehlt sich zudem ein selbstgestaltetes Bullshit-Bingo für Kanzlerreden aller Art. Worte wie „Respekt“, „impfen“ und „Zukunft“ sind hierbei echte Erfolgsgaranten. Risikofreudigere Mitspieler mögen sich an Begriffen wie „Rotbuche“, „Pechlibelle“ oder „Wechselkröte“ wagen. Besonders erstgenanntes Lebewesen des Jahres sollte für eine „rote Socke“ nun wirklich eine Steilvorlage sein. Wer da noch verliert, ist nun wirklich eine hornblättrige Armleuchteralge! Apropos Armleuchter: unterhaltsam ist auch die Wette darauf, nach wie vielen Minuten Karl Lauterbach in den Abendnachrichten erscheint. Die Frage, ob er erscheint, stellt sich nicht mehr.</p>
<p>Besonders erbaulich wird auch 2022 erneut der Sommer werden. Also jene zwei Wochen, in denen die Deutschen endlich nicht mehr über Viren, sondern über das, was sie wirklich bewegt, sprechen werden: das Wetter. Mäßig warm, feucht bis trocken. Nicht nur ideal für das sparrige Kleingabelzahnmoos, sondern für alles und jeden. Wer die warmen Tage nicht dazu nutzt, um im lauwarmen Sommerregen zu DJ Bobos „Freedom“ auf dem mit Katzenstreu ausgelegten Balkon zu tanzen, dem ist nicht mehr zu helfen!</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wer bei all diesen Prognosen wenig innerliche Wärme spürt, dem sei gesagt: Wir leben in chronischer Veränderung.</span> </strong>Der ewige Wandel ist meist menschengemacht (eine Wechselkröte sehnt sich selten nach einer neuen Netflix-Serie oder Stehlampe). Die letzten zwei Jahre gaben uns das beklemmende Gefühl, gefangen zu sein &#8211; zwischen absolutem Stillstand und exponentieller Veränderung. Ausgebremst und überfordert starren wir in die großen Scheinwerfer des Jahres 2022 und fragen uns „Wann wird es endlich, wie es 2019 war?“ Doch 2019 wird es nie wieder geben. So wie es 2021 nie wieder geben wird. Egal, ob mit oder ohne Pandemie. Vielleicht ist 2022 ein gutes Jahr, um zu begreifen, dass wir den Wandel im Äußeren niemals werden kontrollieren können. Kein Windrad, keine Impfdosis und kein Fermentations-Set werden unser Hier und Jetzt konservieren. Es gibt im Leben keine Garantien – auf Gerechtigkeit, Benzinpreise oder Renteneintrittsalter. Doch das ist nebensächlich. Denn das, was zählt, ist das was das Außen im Innen auslöst. Was zählt, ist mit welcher „Hornblättrigkeit“ wir mit dem umgehen, was uns Gesundheitsminister, Fackelträger oder – wenn man ehrlich ist &#8211; DJ Bobo manches Mal zumuten. Ob Zynismus und Pessimismus unsere Denkwege erkranken lassen oder ob wir mit Zuversicht, Gelassenheit und Dankbarkeit auf Katzenstreu tanzen.</p>
<p>Was 2022 gut wird – liegt ganz an dir.</p>
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		<title>Unter sich.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 22:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal begegnet man Menschen aus der Vergangenheit. Wege kreuzen sich erneut, mal bewusst, mal stolpernd. Mal geplant, mal zufällig. Plötzlich tauchen sie hinter einer Wand hervor. Und überraschen, erfreuen oder nerven uns. Wir vergleichen den Besuch aus dem Früher mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal begegnet man Menschen aus der Vergangenheit. Wege kreuzen sich erneut, mal bewusst, mal stolpernd. Mal geplant, mal zufällig. Plötzlich tauchen sie hinter einer Wand hervor. Und überraschen, erfreuen oder nerven uns. Wir vergleichen den Besuch aus dem Früher mit unserem Jetzt und fragen uns, wie schön dieses Früher einmal war oder was wir an diesem Früher eigentlich einmal fanden. Wir sortieren uns gemeinsam neu auf dem Zeitstrahl, der uns gegeben wurde. Vielleicht bleibt der Besuch für eine Weile, vielleicht verschwindet er so schnell wie er kam. Manchmal bleibt er für immer.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Diese Besucher sind zuweilen unsere Gedanken.</strong></span> Dann besucht uns altes Denken im Hier und Jetzt. Manches kommt plötzlich, anderes kündigt sich an. Manches kommt früher, anderes später. Manche Gedanken erfreuen uns, manche bringen uns zum Nachdenken. Und manche werfen uns aus der Bahn, auf der wir so zielstrebig und achtsam unterwegs waren.</p>
<p>Ohne ein Früher gibt es keine Vergangenheit, die uns einholt. Wir müssen ein Teil unseres Lebens gelebt haben, um diese Besucher zu empfangen. Und so sitzen wir da &#8211; so vorhersehbar plötzlich &#8211; irgendwo zwischen dem ersten Drittel, der besseren Hälfte und dem ganzen Chaos unseres Lebens und fragen uns „Seit wann reise ich mit schwerem Gepäck?“. Seit wann stellen die Stimmen in unseren Köpfen diese Fragen, auf die wir keine Antworten kennen? Seit wann sind diese Gedanken da, die nicht vergessen können? Seit wann führen wir dieses Leben, von dem wir dachten, dass es sich anders anfühlen würde? Seit wann sind wir erwachsen und doch nicht bereit?</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Zwischen dem Jenseits der Dreißig und Diesseits der Neunzig beginnt man unweigerlich nachzudenken.</span> </strong>Über das, was keinmal war und einmal sein wird. Angekommen in dem Leben, das wir doch selbst gewählt haben, machen uns diese Gedanken manchmal neugierig, wagemutig oder zufrieden. Doch viel häufiger als man denkt, dass jeder denkt, machen sie uns Angst, panisch, traurig. Mitunter tief verborgen unter der farbenfrohen Gegenwart bahnt sich das Vergangene seinen Weg in unser Bewusstsein. Der Besuch in unserem Kopf ist plötzlich da, eingeladen durch einen unbekannten Auslöser und möchte nicht mehr gehen. Auch wenn wir versuchen, einen Mantel des Schweigens über ihn zu werfen, er bleibt, dieser ungebetene Gast, der uns den Schlaf und die Sinne raubt.</p>
<p>Und meist geschieht etwas wunderliches: Wir reden mit den Stimmen in unserem Kopf – vehement, direkt, laut &#8211; und wundern uns, dass uns niemand unterbricht. Niemand widerspricht. Wir bleiben unter uns. Wir reden mit den Stimmen. Anstatt über die Stimmen. Denn über diese Stimmen kann man nicht sprechen, was sagen sie bloß über uns! Was sollen andere darüber denken, was wir denken! Wir glauben, wenn wir über Dinge schweigen, sind und bleiben sie weniger real.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2821" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-1024x1024.jpg" alt="Mut Porzellan Spruch Schellenaffe Psyche" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/10/IMG-3331-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Dabei ist sich komisch zu fühlen, das Normalste dieser komischen Welt.</span></strong> Daher ist dies hier ein Appell deines Selbst an dich: rede! Und zwar nicht mit dir, sondern mit jemandem, der dir widerspricht. Mit jemandem, der sich auskennt mit ungebetenen Besuchern, die nicht gehen wollen. Mit jemandem, der dir helfen kann. Denn die Antwort auf die Frage „Brauche ich Hilfe?“ ist immer „Ja“.</p>
<p>Jeder hat Dinge erlebt, die er nicht wahrhaben will oder erst später begreifen wird. Ein verstorbener Elternteil, eine verpasste Liebe, eine schwere Kindheit, ein falscher Körper. Jeder, wirklich jeder reist mit schwerem Gepäck. Doch wer sagt, dass wir dieses Gepäck alleine tragen müssen?</p>
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		<title>Minimal besser.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2021 23:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2 Füße. Ziemlicher Durchschnitt. Nichts Besonderes. 26 Paar Schuhe. Ziemlicher Durchschnitt. Nichts Besonderes. 52 Schuhe für 2 Füße. Das sollte etwas Besonderes sein. Etwas besonders Dämliches. Wir leben in einem Meer aus Mehr. Fett und satt schwimmen wir oben auf [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>2 Füße. Ziemlicher Durchschnitt. Nichts Besonderes.</p>
<p>26 Paar Schuhe. Ziemlicher Durchschnitt. Nichts Besonderes.</p>
<p>52 Schuhe für 2 Füße. Das sollte etwas Besonderes sein.</p>
<p>Etwas besonders Dämliches.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wir leben in einem Meer aus Mehr.</span> </strong>Fett und satt schwimmen wir oben auf diesem Mehr. Wir sind übergewichtig. Wir konsumieren bis zur Unkenntlichkeit. Neue Schuhe, neue Apps, neue Serien, neue Kerzenständer. Weil die alten Schuhe zwar eingetragen, aber sattgesehen sind. Weil die neue App bestimmt hält, was die alte versprach. Weil der neue Kerzenständer endlich die Gemütlichkeit bringt, die man niemals spürte. In dieser nicht mehr ganz so neuen Welt konsumieren wir neue Dinge, um alte Probleme zu lösen. Nur noch dieses eine neue Ding, dann bin ich glücklich. Ganz bestimmt. Dieses größere Auto, jener neue Joghurt mit Erdbeerkeksen. Das dauerhafte Glücksgefühl ist nur noch eine Kaufentscheidung von uns entfernt. Das ist die Erzählung, die wir jeden Tag hören. Der wir so gerne lauschen. Die wir so sehr glauben.</p>
<p>Diese Welt hat uns das Konsumieren so einfach gemacht, dass selbst dann, wenn das Einkommen klamm und die Geschäfte geschlossen werden, der Kaufrausch weitergeht. Er wird zur bürgerlichen Pflicht erhoben. Steuern werden gesenkt, damit wir das Gefühl haben, Geld zu sparen, während wir es ausgeben. Die Wahl von Waren und Marken ist so wichtig geworden wie die Wahl von Entscheidern und Parteien. Wir sind der systemrelevante Held, der den Laden am Laufen hält. Gleichzeitig konsumieren wir begeistert, um die Stille in unseren Wohnungen und Köpfen zu übertönen. Dieses Mehr zieht neuerdings ein Meer an Pappkartons und Menschenschlangen vor Postfilialen nach sich. Ansonsten ist alles wie immer. Und so sitzen wir in unserem Zuhause voller Gegenständigem und fühlen uns leer. Ziemlicher Durchschnitt. Nichts Besonderes.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2738" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-1024x1024.jpg" alt="Minimalismus Papperlapapp Pappe Konsum Papiermüll" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/01/Minimalismus-1-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Nicht besonders erzählenswert wäre dieses possierliche Dilemma des modernen, mündigen Bürgers, wenn der eigene Konsum lediglich Einkommen verschieben würde.</strong></span> Dann hätten alle mehr. Der eine mehr Dinge und jemand anderes mehr Geld, um sich Dinge zu kaufen. Aber da wir nicht in einer realitätsfernen Residenz von Vladimir Putin leben, sondern in einer Wirklichkeit, in der alles abgezählt ist, wird die Geschichte schwieriger. Denn: der Konsum des einen nimmt jemand anderem etwas weg. Die Lieferadresse weicht von der Rechnungsadresse ab. Jemand anderes bezahlt für unseren Konsum. Jemand anderes bezahlt in Form von schlechter Luft, trockener Erde, Plastik im Meer, einer Kindheit voller Arbeit. Die Litanei ist bekannt. Der Begriff „Lastschriftverfahren“ schien noch nie so zeitgemäß zu sein.</p>
<p>Dabei wissen wir es bei aller Payback-Punkte-Sammelei doch eigentlich längst besser. Wir wissen, dass es im Leben nicht um das WMF-Geschirrset für 3.000 Treupunkte oder um Erdbeeren im Januar geht. Wir wissen, dass es nicht darum geht, etwas zu haben, sondern etwas zu sein. Es heißt ja schließlich auch nicht Dahaben, sondern Dasein.</p>
<p>Soweit so logisch. Was dennoch nur schwer zu begreifen scheint, ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Menschen ab einem gewissen Einkommensniveau nicht mehr Glück spüren durch ein Mehr an Geld. Geld, das uns von Hunger, Krankheit und Existenzangst befreit, steigert die Zufriedenheit. Aber die paar Scheine netto mehr zur Finanzierung einer Mitgliedschaft im Golfclub machen uns nicht unbedingt glücklicher. Und doch halten wir fest an dem Glauben, dass Konsum, für den man nun mal Geld braucht, glücklich macht. Wir werden förmlich fest getackert an diesen Glauben. Denn so finanziert sich dieses ganze Kartenhaus, das wir Wirtschaft nennen. Wir leben in einer gigantischen Werbefläche, die erst durch unseren Konsum bezahlt wird. Spätestens jetzt schwirrt einem der Kopf und man möchte sich unter einer Wolldecke in der neuesten Trendfarbe verkriechen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Und dann? Die vergangenen Monate lehrten uns einiges.</span></strong> Vor allem begriffen wir, dass mehr entbehrlich ist, als wir es für möglich gehalten hätten. Hosen im Büro zum Beispiel. Doch was ist das, was uns am Ende dieser beschwerlichen Reise als unentbehrlich erscheint? Wir vermissen den Schnack mit Kollegen im Büro, nicht den imposanten Elbblick aus dem Konferenzraum. Wir sehnen uns nicht nach der Pizza beim Italiener, sondern nach dem Erlebnis Pizzaessen beim Italiener. Wir vermissen das Stimmengewirr, den Blick auf eine Karte, die wir schon auswendig können, die Erinnerung an den letzten Urlaub in der Toskana, den Sambuca, der schmeckt wie bittere Glückseligkeit. Wir vermissen Begegnungen und Erlebnisse. Noch schlimmer: das, was uns so fehlt, ist zur Gefahr verkommen. Das, was uns fehlt, bringt diejenigen in Gefahr, die uns so sehr fehlen. Das zu verarbeiten, ist schwieriger zu verdauen als Essen 2 aus der Kantine, die wie eine Hexenküche aus einer anderen Welt aus unserer Erinnerung verschwindet. Wir vermissen Menschlichkeit, die den Menschen erst zum Menschen macht.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2618" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-1024x1024.jpg" alt="Donald Trump Falsches Zitat Corona Infektion USA" width="499" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-768x769.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-830x831.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1-480x480.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/10/Trump-1.jpg 1439w" sizes="(max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch nutzen wir die Zeit, die so zäh zu verstreichen scheint und räumen auf.</span></strong> Um Platz schaffen für Menschlichkeit. Und für Dinge, die uns wirklich wichtig sind.</p>
<p>Also: Fang zum Beispiel mit deinen Füßen an, die dich ja irgendwann wieder zu einem Konzert tragen oder auf einer Hochzeit mit dir tanzen sollen. Wie wichtig sind sie dir? Wie häufig schaust du sie an? Bei der Gelegenheit zähle sie auch noch mal ab. Und dann zähle deine Schuhe. Es sind garantiert mehr als du denkst. Und dann frage dich: bin ich ein so großer Fußfan, dass ich jede Woche ein anderes Paar tragen können möchte? Wenn du deinen Füßen diese Achtung entgegenbringen möchtest, freue dich. Du hast etwas gefunden, was dir im Leben wahres Glück bereitet. Nutze die Zeit und baue deinen Schuhen ein riesiges Regal, sodass du sie immer sehen kannst. Putze sie. Sortiere sie. Erinnere dich an die Wege, die ihr zusammen gegangen seid.</p>
<p>Wenn du deinen Schuhen oder deinen Kerzenständern oder deiner Topfsammlung nur etwas weniger Emotionalität und Leidenschaft entgegenbringen kannst, verschenke oder verkaufe sie <a href="http://schellenaffe.de/2020/11/30/letzte-preis/" target="_blank" rel="noopener">(siehe Beitrag: Letzte Preis).</a> Und gib ihnen so die Chance, bei einem echten Liebhaber ein erfüllteres, blasenfreies Leben zu erhalten. Verkaufe deinen Spaghetti-Topf, in der Hoffnung, dass du das Problem damit nicht nur in einen anderen Haushalt verschiebst, sondern der unbenutzte Spaghetti-Topf in den Händen eines begnadeten Kochs landet, der Spaghetti selber herstellt und regelmäßig seinen Lieblingsmenschen serviert, weil es das beste Essen ist, das er sich im Leben vorstellen kann. Kein geringerer sollte der Käufer deines Topfes sein. Kein geringerer solltest du sein, wenn du überlegst, dir einen Spaghetti-Topf zu kaufen.</p>
<p>Und wo du gerade in deinem Leben aufräumst, räume deine Zeit gleich mit auf. Schau einmal zum Beispiel nach, wie viel Zeit du an deinem Handy verbringst (neue Modelle können das). Und dann überlege, was du mit der Zeit, die dir ja im Allgemeinen im Leben ach so sehr fehlt, hättest tun können. Wie viel aufrichtige Briefe hättest du schreiben können, anstatt belanglose Emojis zu verschicken. Wie gut wäre dein Klavierspiel, wenn du jeden Tag, direkt nach dem Aufstehen, so viel Zeit mit Üben verbringen würdest. Denke nach, bevor du dich bei Clubtik oder Tokhouse oder was auch immer anmeldest. Denke darüber nach, was du dir von der Investition deiner Zeit erhoffst.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Du musst ja nicht gleich zum asketischen Minimalisten werden, der in seinem einen Leben alles nur einmal besitzt außer seinen Unterhosen.</span> </strong>Doch versuche einmal, anstatt in mehr von allem, mehr in das zu investieren, was dir wichtig ist. Dauerhaft. Aufrichtig. Minimiere deinen Konsum materieller und nicht materieller Dinge. Und schaffe Platz zum Denken. Helfen. Sparen. Lieben. Atmen.</p>
<p>Wenn man einmal den Schalter umgelegt hat, ist es schwer, ihn wieder zurück in seine Ausgangsposition zu hieven. Wenn man einmal begriffen hat, was so schwer zu begreifen war, dann ist es umso schwerer, die Erkenntnis zu vergessen. Dieser Griff nach dem Schalter, nach der Erkenntnis, ist das aufrichtige Durchdringen der abgewetzten Aussage: weniger ist mehr.</p>
<p>„Love people, use things. The opposite never works.“ &#8211; the Minimalists.</p>
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		<title>Schön negativ bleiben.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Dec 2020 23:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Langsam wird es ein bisschen anstrengend. So ein wenig mühsam. Peu à peu schwindet die Kraft, sich selber und seine Gedanken zu beherrschen. Die kleinen Klumpen Kacke, die sonst auf einen einprasselten und die man bisher noch immer mit kraftvollem Optimismus weg zu schmettern vermochte, sind einem nicht enden wollenden Fluss an Gülle gewichen (ja, der heutige Beitrag enthält Spuren von Kraftausdrücken). Trog um Trog entleert sich über den eigenen Gedanken und man kauert sich unter seinem löchrig werdenden kleinen Regenschirm zusammen, um sich vor der gröbsten Scheiße zu schützen. Schlägt man die Zeitung auf, schaltet den Fernseher ein, blickt auf sein Handy oder hört den Menschen zu, fällt es immer schwerer durch den Gülleregen den Sonnenschein zu erkennen. Alles mieft und motzt. Dass die Welt noch nicht endgültig untergegangen ist, kann nur daran liegen, dass Gülle ein recht tragfähiges Medium ist. Wir sinken so langsam, dass wir es nicht mehr merken. Aber es geht bergab. Das ist so klar wie, ach, klar ist schon lange nichts mehr. Oder hat hier noch irgendjemand den Durchblick? Oder irgendeinen Plan? So wundert es einen eigentlich auch nicht mehr, dass man in einer Zeit lebt, in der man nur dann noch irgendetwas tun darf, wenn man negativ ist. Wir testen uns und sind erleichtert, wenn wir negativ sind. Positiv zu sein ist eher so mittelschwierig. Der Gedanke, dass es anderen &#8211; früher oder heute &#8211; noch schlechter geht, tröstet uns irgendwie auch schon lange nicht mehr. Erst recht dann nicht, wenn man Schalke Fan ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2719" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-1024x1024.jpg" alt="Negativ Testergebnis Covid Optimismus positiv Naja so mittel" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Negativ-1-480x480.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Ehrlich gesagt, diese Litanei ist so ein riesiger, stinkender Mist wie alle Schlagzeilen, die einem in letzter Zeit ins Gesicht geknallt wurden.</span></strong> Können wir uns alle bitte mal wieder für einen Moment zusammenreißen? Wem hilft es, wenn man sich in Selbstmitleid und Pessimismus suhlt? Wenn man nur noch auf die Schattenseite der Medaillen schaut? Und dabei völlig vergisst, dass man eine Medaille in der Hand hält. Für alle Unsportlichen: das ist der Inbegriff von Kampfgeist, Erfolg und Glück. Anstatt an Dingen zu verzweifeln, dir wir nicht oder kaum beeinflussen können, wie wäre es, wenn wir uns ein bisschen zusammenreißen und beginnen, in der Gülle genüsslich zu baden? Warm und ph-neutral ist sie ja. Machen wir das Beste draus. Hören wir auf, immer nur über Mist zu reden. Wie wäre es als Aufwärmübung, wenn wir das Fest, das sonst ja immer ach so schrecklich anstrengend, gehetzt und gemästet ist, für das nutzen, wofür es eigentlich gedacht ist: Besinnung. Anstatt darüber zu jammern, dass jenes Fest dieses Jahr nicht so ist, wie wir es jedes Jahr nicht wollen, könnten wir uns mal besinnen. Nicht auf das, was sich als schleimiger Bodensatz in dem Gülletrog langsam absetzt, sondern auf das, was uns – trotz allem &#8211; jauchzen und frohlocken lässt. Auch wenn wir diese Verben langsam verlernt zu haben scheinen. Reden wir bitte über schöne Reiseerinnerungen, bei denen es doch völlig egal ist, in welchem Kalenderjahr sie den Weg in unser Herz fanden. Oder über kühne Träume, bei denen man ohnehin nie weiß, wann sie sich erfüllen. Oder die nach Braten und Zimt duftende Gegenwart, die wir so gerne vergessen. Schenken wir uns selbst ein gutes Stück Optimismus. Unverpackt. Nicht umtauschbar. Denn am Ende werden nicht unsere Schleimhäute getestet. Sondern unsere Zuversicht und Gelassenheit. Möge dieser Test positiv ausfallen.</p>
<p>Positive Weihnachten euch allen!</p>
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		<title>Moment mal.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2020 23:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Entschuldigen Sie, aber darf ich Sie fragen, wo Sie Ihre Maske her haben?“ Ich erkläre dem halben Gesicht einer mutmaßlich älteren Dame vor mir, wo ich meine überaus komfortable, atmungsaktive und empfehlenswerte Gesichtsverschleierung erworben habe. Als sei es das Normalste [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Entschuldigen Sie, aber darf ich Sie fragen, wo Sie Ihre Maske her haben?“ Ich erkläre dem halben Gesicht einer mutmaßlich älteren Dame vor mir, wo ich meine überaus komfortable, atmungsaktive und empfehlenswerte Gesichtsverschleierung erworben habe. Als sei es das Normalste der Welt. Denn irgendwie ist es normal – geworden. Diese Gespräche. Die früher einmal skurril und irgendwie surreal gewesen wären. Skurreal. Aber was ist schon normal. Die Realität ist es jedenfalls nicht. Ein paar Nahaufnahmen dieser Momente, die sich neuerdings normal zu nennen scheinen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieser Moment, wenn man maskiert die Sparkasse betritt und es niemanden interessiert. Man wartet auf den Alarm. Doch das einzige Geräusch ist das leise Platzen eines Traumes vom Banküberfall. Er verschwindet, wie ein Aerosolbläschen vor den beschlagenen Brillengläsern.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieses Entsetzen, wenn sich Menschen in „alten“ Filmen die Hände schütteln. Wann hat man sich zuletzt über einen zu feuchten, festen oder kraftlosen Händedruck entsetzt?</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Diese Enttäuschung darüber, dass man seine Wohnung nicht verlässt – außer um seine Päckchen noch immer bei den Nachbarn abzuholen. Der Zettel am Briefkasten „Leider konnten wir Sie zuhause nicht antreffen“ schmeckt zynisch. Der Paketbote ist noch immer ein Fremder. Die Enttäuschung darüber ist neu.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieses Gefühl, dass man jemanden belauscht, wenn man auf einmal die Anweisungen des Fußballtrainers mithört. Man dachte immer, er sei Pantomime und alle anderen Akteure stumm. Statt Fangesänge hört der Fan nun Gerede – noch mehr Gerede.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieses Gesicht, das so fremd wirkt, weil es mal wieder geschminkt wurde. Die Augen hatte sich entwöhnt. Doch die Handbewegungen sind noch immer leicht wie Puder.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Diese stille Freude über die heimlich getragene Jogginghose unter dem Schreibtisch. Konferenzen waren nie so gemütlich. Wären da nicht die unbequemeren Dinge, bei denen kein Stretchanteil hilft.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieser Kater, der keine verrauchten Kleider kennt. Die Kopfschmerzen sind die gleichen, auch wenn sich der schwere Kopf keine Gedanken über die Lücken in der Erinnerung und der Geldbörse machen muss. Stattdessen fragt er sich, wie Taxis noch mal riechen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieser Einblick in das Arbeitszimmer und die Nasenlöcher fremder Menschen. Anstatt anhand von glänzenden Smartphones und edlen Aktentaschen merkt man Eitelkeit nun anhand eines Bücherregals. Harry Potter und „Excel für Dummies“ scheinen wohl unterster Regalboden zu sein.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Das Gefühl etwas zu verpassen, das bleibt auch, wenn es nichts mehr gibt, was verpasst werden kann. Niemand erlebt irgendetwas. Dieses Etwas wurde das eigene Leben, das man verpasst. Gehört einem das eigene Leben noch, wenn es nicht mehr auf einen zu hören scheint?</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieses Weniger, das mehr wurde. Die Corona-App scheint die einzige Plattform zu sein, bei der man sich über geringe „Follower“-Zahlen zu freuen scheint. Steigt die Zahl, steigt das kratzige Gefühl im Hals. Exponentiell.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Diese Müdigkeit, von der kein Schlaf befreit. Man war nie so ausgeschlafen, so früh im Bett, so spät „auf dem Weg zur Arbeit“. Und doch ist man müde. Müde der Sorgen, der sich ewig kreisenden Gedanken. Erschöpft vom Gefühl, in einem sonderbaren Traum gefangen zu sein. Dabei ist es nur das Bevölkerungsschutzgesetz, das einen gefangen hält.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Diese Füße, die zu wachsen scheinen, weil sie nicht mehr eingeengt und wund gelaufen werden. Glücksgefüße machen sich breit.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieser Unglaube über illegale Fitnessstudios. Fand man früher auf einsamen Parkdecks Spritzen, findet man dort heute Hanteln und Gummimatten. Heimlich aufgebaut für verzweifelte Bewegungsjunkies, die plötzlich am Rande der Legalität gemeinsam Schweiß spritzen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2690" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-1024x1024.jpg" alt="Moment Momentaufnahme Corona 2020" width="498" height="498" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2-480x480.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Moment-2.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieses Gerede über Klopapier, das zum Wertpapier wurde. Man kann es nicht mehr kaufen. Und nicht mehr hören. Man stellt man langsam auf Durchzug. Wie eine leere Rolle Klopapier.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Dieser Grund zum Feiern, der einem im Halse stecken bleibt. Spätestens wenn das Weihnachtsfest zur Textaufgabe wird (wenn 4 Personen aus 5 Haushalten zusammenkommen, wer ist dann schwanger?), wünschte man sich, die Schulen wären offen geblieben. Denn wer, wenn nicht zukünftige Generationen sollen diese skurreale Aufgabe für uns lösen?</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #ffc000;">***</span></strong></p>
<p>Diese Gelassenheit, die auf die Probe gestellt wird. Aber keine Alternative kennt.</p>
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		<title>Die Ohm-Macht.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2020 23:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Welt steht auf dem Kopf. Und macht „ooohmmmmmm“ dabei. Wirklich. Klingt, als habe man einen Vogel? Den hat man. Mehr als einen sogar. Taube, Krähe, Kranich, was darf es sein? Oder lieber Hund in allen Varianten, Fische und Kamel? [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://schellenaffe.de/2020/12/07/die-ohm-macht/">Die Ohm-Macht.</a> erschien zuerst auf <a href="http://schellenaffe.de">Schellenaffe</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt steht auf dem Kopf. Und macht „ooohmmmmmm“ dabei. Wirklich. Klingt, als habe man einen Vogel? Den hat man. Mehr als einen sogar. Taube, Krähe, Kranich, was darf es sein? Oder lieber Hund in allen Varianten, Fische und Kamel? Was klingt wie die Speisefolge eines fernöstliches Schnellrestaurants, ist die Übungsfolge einer fernöstlichen Entschleunigungsform: Yoga.</p>
<p>Aber zunächst einmal einatmen. Und ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Das geht erst mal so eine Weile weiter. Um „anzukommen“ auf seiner Matte. Um anzukommen an dem Ort, an dem man sich eigentlich die ganze Zeit wähnte: im Hier und Jetzt. Aber schnell merkt man, dass man völlig regungslos zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her springt. Als würde man alle Folgen „Zurück in die Zukunft“ in fünffacher Geschwindigkeit gleichzeitig schauen. Das Einzige, was zu ruhen scheint, sind die Beine im Schneidersitz. Sie sind eingeschlafen. Um die Gedanken an Lähmungserscheinungen und den Geistestanz zu unterbrechen, fängt man an zu röcheln. Wie Darth Vader mit Krümel im Helm. Die Yoga-Lehrerin sagt den Namen dieser Atemtechnik. Irgendwas mit „ohwei“.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Mit einigen sanften Bewegungen beginnt man sodann seine Muskeln aufzuwärmen.</span></strong> Ehe man sich versieht, befindet man sich in etwas, was sich „herabschauender Hund“ nennt, aber eher den Namen „hinauffurzendes Schwein“ oder „untergehendes Selbstbewusstsein“ verdient. Mit dem Kopf über dem Abgrund baumelnd sucht man vergeblich nach Motorik und Gelenken. Das aufkommende Schwindelgefühl scheint immerhin das Kreisen der Gedanken zu unterbrechen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2682" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-1024x1024.jpg" alt="Yoga Matte Flow Yoga Entspannung Hamburg Yogamatte" width="499" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/12/Yoga-2-480x480.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<p>Im Rhythmus der eigenen Atmung beginnt der Tanz der verkürzten Muskeln. Es folgen allgemein bekannte Bewegungsabfolgen, die sich „Sonnengruß“ nennen. Es grüßen primär allerdings die wieder schneller werdenden Gedanken und Atembewegungen, die man versucht zu kontrollieren. Links, rechts, hoch, runter, vor, zurück. Es gab und gibt noch immer Gründe, warum man nie in die Tanzschule gehen wollte. Schnell wünschte man, man sei wieder Kind. Also „im“ Kind, einer Position, die man wie kaum eine andere zu meistern weiß: als kleines Päckchen auf dem Boden liegend löst sich alles. Auch das „Völlegefühl“ im Bauch.</p>
<p>Aber jetzt hat die Frau da auch noch „Schambein“ gesagt? Ohwei. Schlimm genug, dass die Yoga-Lehrerin überhaupt sprechen kann, aber warum muss sie auch noch, während sie auf ihren Händen im Spagat steht, reden, als würde sie andächtig ein Ave Maria auf der Kirchenbank beten? Selber beginnt man zu beten. „Herrgott, möge mich niemand sehen!“ Doch ehe sich das eigene Schambeingefühl und irgendein Ehrgeiz ihren Weg auf die Matte bahnen, unterbricht die Trainerin die entstehenden Verkrampfungen. Es gehe hier um nichts. Yoga ist nicht olympisch. Niemand erwarte irgendetwas von dir. Du entscheidest, wie weit du gehst. Und du entscheidest eben auch, wie weit du dich von der Dehnbarkeit und Übermenschlichkeit dir fremder Seelen beeindrucken lässt. Dein Fuß hinter deinem Ohr interessiert mich nicht. Mit dieser Einstellung geht man sodann gemütlicher mit den sanft diktierten Herausforderungen um. Wenn ich etwas nicht kann, dann wollte ich halt einfach nicht. Ich oder meine Hüfte. Oder irgendein neu entdeckter Muskel, dem man sich eh erst einmal höflich vorstellen muss. Doch irgendwann rinnt der Schweiß, die Zehen kommen in der Vorwärtsbeuge greifbar näher und die Nummer mit der Brücke versucht man einfach mal &#8211; ohne Fahrradhelm. Und siehe da: es geht und der Schädelbasisbruch bleibt aus. Das nennt man dann wohl Erfolge, über die man sich ein bisschen zu freuen beginnt.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Aber das sind Details. Es geht hier ein- und ausatmend um nichts und das große Ganze zugleich.</span> </strong>Jedes Mal, wenn man diese Matte ausrollt, lernt man mehr als die dehnbaren Grenzen seines Körpers kennen. Man entdeckt die Grenzen seines Geistes. Seine innere Haltung und Verfassung. Wohin fliegen die Gedanken in den ruhigen Momenten? Wie gehe ich mit Herausforderungen um? Nehme ich wahr oder werte ich? Am Ende geht es um die Regulierung der Lautstärke des Schepperns. Nicht nur auf der Matte. Wenn man zum Abschluss einer Stunde in der „wichtigsten Übung“, die sich irgendwie „Schnaps-Wasser-ja“ nennt, auf seinen zwei Quadratmetern Kautschuk liegt, merkt man, wie es leiser wurde, das Scheppern. Wie es kommt, aber auch wieder geht, wenn man es nur anschaut, anstatt mit ihm zu sprechen. Stattdessen merkt man dieses Kribbeln, dieses Scheppern im Bauch. Ganz so, als sei man ein kleines bisschen in sich selber verliebt. Man spürt nach all der Anstrengung diese komplette Form der Ent-Spannung, die erst im Kontrast mit der vorherigen Anspannung entsteht.</p>
<p>Irgendwann steht man wieder auf. Und merkt, dass man sich dabei nicht mehr wie ein herabschauender Hund fühlt. Eher wie ein lachender Buddha.</p>
<p>Das Lachen in mir grüßt das Lachen in dir.</p>
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		<title>Hasst du sie noch alle?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Nov 2020 23:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kinder dürfen vieles, was Erwachsene noch immer gerne dürfen würden. Mittagsschlaf halten. Den Nachmittag mit Freunden abhängen. Sich an einem Bonbon erfreuen. Kinder lassen ihren Emotionen und Bedürfnissen freien Lauf. Und so dürfen Kinder auch eines, was man als Erwachsener [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder dürfen vieles, was Erwachsene noch immer gerne dürfen würden. Mittagsschlaf halten. Den Nachmittag mit Freunden abhängen. Sich an einem Bonbon erfreuen. Kinder lassen ihren Emotionen und Bedürfnissen freien Lauf. Und so dürfen Kinder auch eines, was man als Erwachsener zu kontrollieren gelernt hat: sie dürfen hassen. Sie dürfen Spinat so sehr hassen, dass sie ihn an die Wand werfen. Sie dürfen das Zähneputzen so sehr hassen, dass sie sich auf den Boden werfen. Sie dürfen den Jungen mit der laufenden Nase so doof finden, dass sie ihn mit Sand bewerfen. Denn sie wissen es ja noch nicht besser. Als Erwachsener kratzt man dann das Grünzeug aus der Bücherwand und die Reste seines vormals herzallerliebsten Balges von den Bodenfliesen und erklärt ihm die Welt. Man erklärt ihm diese Welt, in der man Dinge zu akzeptieren lernen muss, die einem vielleicht nicht immer schmecken. Diese Welt, in der es Platz für Wut, aber keinen Raum für unkontrollierten Hass gibt. Diese Welt, in der man sich sicher bewegen und sprechen darf, weil man weiß, dass einen niemand aus Hass mit Sand oder Schlimmerem bewerfen wird.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>So dachte man. Doch dann gehen einem schleichend irgendwie die Argumente aus.</strong></span> Der Hass scheint salonfähig geworden zu sein. Dieser Eindruck entsteht, wenn man den amerikanischen Wahlkampf verfolgt, der in seiner Hässlichkeit und Unversöhnlichkeit kaum zu überbieten möglich scheint. Der Gedanke kommt auf, wenn man hört, dass Menschen auf offener Straße willkürlich enthauptet werden. Das Gefühl schleicht sich ein, wenn man die Kommentarspalten einer beliebigen Internetseite betrachtet. Anonym, bedrohlich, laut spürt man ihn immer mehr, diesen Hass, der keine Versöhnung zu kennen scheint. Man hört, liest und spürt diese abgrundtiefe Abscheu, die nichts mehr mit aufgewühlter Wut, mit der man noch sprechen, diskutieren oder getrennte Wege gehen kann, zu tun hat. Hass ist unkontrollierte Angst. Wer hasst, lebt in einer Einbahnstraße. Einer Straße, in der jeder Gegenverkehr verboten und bedrohlich ist. Man wähnt sich als einziger auf dem richtigen Weg.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2648" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-2.jpg" alt="Hass Hasshilft Hasskommentare Hate" width="501" height="495" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-2.jpg 750w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-2-300x296.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-2-230x227.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-2-350x346.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-2-480x474.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Jeder von uns kennt diese Straße und war schon verleitet, auf ihr zu fahren. Man hasst diesen einen Kollegen, der sich immer mit fremden Lorbeeren schmückt und damit auch noch durchkommt. Man hasst den Geruch von Kohl. Man hasst Schalke. Man hasst Menschen im Allgemeinen <a href="http://schellenaffe.de/2020/09/07/ich-hasse-menschen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Ich hasse Menschen).</a> Aber wenn man so „hasst“, hasst man nicht wirklich. Man wird nicht hässlich. Man ist wütend, enttäuscht, frustriert, aber weiß dabei, dass man grade wütend, enttäuscht oder frustriert ist. Man spürt die eigene Wut und nimmt sie wahr. Man gratuliert dem Kollegen vielleicht nicht zum Geburtstag. Aber man wünscht seinem Kollegen nicht den Tod oder zündet die Wohnung jenes Kohlliebhabers an. Bei der Gasentwicklung hätte man eh Angst vor der Denotation. Die meisten Menschen kontrollieren sich in ihrer Wut.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Doch wer sind diese Menschen, die mit voller Wut auf die Einbahnstraße biegen und gerne noch mal beschleunigen?</strong> </span>Wie viele sind es? Sitzen sie in der U-Bahn, im Büro, im Café neben einem, während sie Angela Merkel an den Galgen wünschen? Sicherlich gilt: der Hass ist eine laut brüllende Minderheit. Die Mehrheit der Menschen ist mal genervt, ziemlich sauer oder oft enttäuscht, aber sie hasst nicht. Doch diese Mehrheit ist zumeist auch eines: leise. Und so entsteht der Eindruck einer Gesellschaft gespickt mit anonymem Hass. Ist der Hass an sich gewachsen, oder nur der Raum gewachsen, ihn zu artikulieren und entfalten? Es wurde gewiss einfacher, hässlich zu sein. Musste man früher zumindest Porto für einen Drohbrief aufbringen oder sich genau überlegen, ob man vor Haustüren rumlungert, um jemand beim Gang zu Briefkasten als „dreckige Fotze“ zu beschimpfen, ist Hass nun kostenlos. Und nicht „umsonst“. Schnell stehen andere bereit, um zu applaudieren, wie toll die eigenen Beleidigungen artikuliert wurden. Die Anonymität ist die Macht der Feiglinge. Und diese Macht wächst. Denn die stille Mehrheit gewöhnt sich an den neuen Tonfall. Sie stellt Menschen ein, die den Hass aus den Kommentarspalten löschen. Sie gewöhnt sich an „Stück Scheiße“ als eine Form der Meinungsäußerung (<a href="https://www.tagesschau.de/kuenast-105.html">Fall Renate Künast</a>). Sie zuckt mit den Schultern. Oder duckt sich in der Hoffnung, dass ein kleiner harmloser Blog niemals irgendjemandem hasserfüllt aufstoßen wird. Bitte nicht ich.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Aber mal ehrlich: wer will sich daran gewöhnen?</span></strong> Hass in der Gesellschaft ist keine gute Gesellschaft. Oder fällt irgendjemand ein Beispiel ein, wo Hass mal für ein kollektiven Glücksgefühl und richtig tolle Ergebnis für die Menschheit gesorgt hat? Wir leben in einer Demokratie, die immer unperfekt, nie fertig, aber vor allem eines ist: wehrhaft. Einer Demokratie, in der man diskutiert, streiten darf und mit Kritik umgehen muss. Wer das nicht gelernt hat, darf gerne versuchen, dies zu lernen. Wer es nicht lernen möchte, der darf gerne denken, was er möchte, aber ihm darf kein Raum gegeben werden, um zu sprechen. Hass darf keine Likes mehr bekommen können. Nichts ist schlimmer für jemanden der hasst, als wenn sein Hass niemand hört – oder wenn er am Ende denen hilft, die er vernichten möchte (<a href="https://www.hasshilft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.hasshilft.de</a>). Wer hasst, muss die Erfahrung machen, dass die Einbahnstraße eine Sackgasse ist &#8211; an deren Ende man alleine mit einer Wand redet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2649" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-3.jpg" alt="Hass Hasshilft Hasskommentare Hate" width="502" height="453" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-3.jpg 750w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-3-300x271.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-3-230x208.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-3-350x316.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/11/Hass-3-480x433.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
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		<title>Wie dumm kann man eigentlich sein.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2020 22:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn jemand in seinem Wohnzimmer sitzt, Fernsehen schaut und Erdnussflips isst, während sein Dachstuhl brennt, sein Keller vollläuft und sein Carport wegfliegt – was würde man ihm raten? „Wir möchten ja nicht stören, aber vielleicht sollten Sie etwas unternehmen, weil [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn jemand in seinem Wohnzimmer sitzt, Fernsehen schaut und Erdnussflips isst, während sein Dachstuhl brennt, sein Keller vollläuft und sein Carport wegfliegt – was würde man ihm raten? „Wir möchten ja nicht stören, aber vielleicht sollten Sie etwas unternehmen, weil ihr Dachstuhl brennt, ihr Keller vollläuft und ihr Carport wegfliegt.“ Und wenn der- oder diejenige dann stoisch sitzen bleibt, weil die Füße ja noch nicht nass seien und das bisschen Wärme von oben eigentlich ganz angenehm ist, was würde man dann sagen? Richtig, wie ignorant, wie kurzsichtig, wie dumm kann man eigentlich sein.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Blöd nur, dass wir alle so dumm sind.</strong> </span>Jetzt in diesem Moment. Alle zusammen hocken wir in unseren warmen Nestern und bewegen uns nicht. Kein Stück. Oder vielleicht ein kleines Stück, weil wir neuerdings ja die Äpfel in unser mitgebrachtes Einkaufsnetz stecken und dieses Jahr nicht in Urlaub geflogen sind. Das muss doch fürs Erste reichen.</p>
<p>Das tut es aber leider nicht. Die Fakten sind seit Jahren, nein Jahrzehnten bekannt. Die Wissenschaft, an deren Lippen wir dieses Jahr auf einmal alle so hängen, spielt uns die gleiche Platte seit sehr, sehr langer Zeit vor. Quasi der Extended Longplayer mit A- und B-Seite, der sich „Der Klimawandel und seine Folgen“ nennt. Wir hören einfach nicht – mehr &#8211; hin. Die Medien berichten seit 40 Jahren und wir schalten um oder ab. So lange schon? Ja. Wenn man <a href="https://twitter.com/tagesschau/status/1205868803386687488?s=20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesen (hier)</a> Beitrag zur ersten Klimakonferenz aus dem Jahr 1979 hört, fragt man sich, was sich seitdem außer der Mode wirklich geändert hat. Die Fakten jedenfalls nicht. Zur Einordnung: 1979 wurde der erste Walkman erfunden.</p>
<p>Und so sitzt man in diesem Krisenjahr 2020, in dem sich so viel auf einmal veränderte, was man niemals für möglich hielt (keine Schwarze Null, kein Oktoberfest, kein Ballermannurlaub) und räsoniert: Wann beginnt man ein langfristiges Problem zu lösen? Mit welcher Dringlichkeit geht man Herausforderungen an, die über Generationen entstehen und wirken? Wie geht man mit Krisenjahrzehnten um?</p>
<p>Aber vor allem fragt man sich: worauf genau warten wir (außer darauf, dass es in Kalifornien einfach wieder kälter wird)? Dass uns jemand etwas verbietet, verteuert oder unliebsam macht?</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Wenn alle anderen weitermachen, warum soll dann ausgerechnet ich damit aufhören?</strong> </span>Wenn alle schneller, höher, weiter wollen, ist Stillstand schließlich Rückstand. Man will schon Teil der ganzen Show sein. Das heißt dann aber auch, dass wir alle Teil des Problems sind. Und wir bedeutet eben auch du. Du, ja, du. Nein, nicht die anderen, nicht die Chinesen, nicht die Autoindustrie, nicht Donald Trump, du. Denn für &#8222;die anderen&#8220; bist du Teil der anderen. Und so ist jeder immer irgendwie &#8222;die anderen&#8220;.</p>
<p>Und vor allem bist du für jemanden ein Wähler. In spätestens vier Jahren. Immer. Und so löscht die Politik den Brand mit einem Teelöffel. Weil sie Angst hat, ihre Macht, derer sie sich nicht traut zu bedienen, zu verlieren. Eine Macht, die wir ihnen leihweise geben. Eine Macht, derer sie sich nur bedient, wenn wir akut mal so richtig in der Klemme stecken. Finanzkrise, Atomunfall, Pandemie. Dann sprudelt das Löschwasser durch die Geldhähne. Aber die Probleme von überübermorgen gewinnen heute keine Wahl. Legislaturperioden sind das Narkosemittel gegen den Klimawandel.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Aber was kann ein einzelner schon bewegen?</strong> </span>Sehr wenig. Aber gehen wir deswegen nicht wählen oder halten uns nicht an die Verkehrsordnung (ok, bis auf diese eine lebenszeitverachtende Fußgängerampel)? Wir akzeptieren so viele Regeln, Kodexe und Gesetze in der Hoffnung und Annahme, dass alle anderen dies auch tun. So wird unser aller gemeinsames Leben erst möglich. Das nennt sich dann wohl Gesellschaft. Es sind keine großen Hebel, die ein einzelner bewegt. Sondern zig Millionen kleine, die in Summe etwas bewegen.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Wenn man ehrlich ist, haben wir bisher nur die Hebel bewegt, die leicht von der Hand gingen und dafür relativ wenig bewegen.</strong></span> Die Nummer mit dem Obstnetz und dem Kohleausstieg in 18 Jahren zum Beispiel (anscheinend kann man eher volljährig werden als auf Braunkohle zu verzichten &#8211; obwohl von den 160.000 Beschäftigten in der Kohleindustrie eh nur noch ca. 20.000 übrig und Bürgerkriege ausgeblieben sind;  Quelle: <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161209/umfrage/braunkohlenbergbau-beschaeftigte-in-deutschland-seit-1950/">https://de.statista.com/</a>)</p>
<p>Die Hebel, die mit Kraft, Angst, Mut, Verzicht oder Tofu verbunden sind, rühren wir erst mal noch nicht an. So warm ist es nun auch wieder nicht. Und ob dieser große, vertraute Hebel, der sich vielleicht Flugreisen, Diesel oder Hackbraten nennt, wirklich etwas bewegt, wenn ich ihn umlege, das muss mir nun wirklich erst einmal jemand beweisen. Natürlich darf man nicht in puren Aktionismus und Planlosigkeit verfallen, aber wenn es fünf – Sekunden – vor Zwölf ist, ist es vielleicht nicht der richtige Moment für einen Uhrenvergleich oder eine Grundsatzdiskussion über das Konzept „Zeit“. Die wesentlichen Fakten sind da. Denn Wissenschaftler streiten über, aber einigen sich eben auch seit Jahren auf die wichtigen Hebel, die zu bedienen sind. Dieselbe Wissenschaft, die Flugzeuge entwickelt, in die wir steigen, ohne dass wir an den physikalischen Kräften zweifeln. Dieselbe Forschung, die Technologien erfindet, denen wir mehr vertrauen als dem eigenen Verstand.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Wie bewegen wir also diese großen Hebel?</strong></span> Indem wir uns mit dem irgendwie unheimlichen, aber auch verkraftbaren Gedanken vertraut machen, dass es keine kleine Frühjahrsdiät ist, die wir brauchen. Sondern eine grundlegende Lebensumstellung. Wir alle, also auch du, werden in einem „neuen Normal“ irgendwann leben. Entweder in einem, in dem wir weniger reisen, konsumieren, verbrauchen, besitzen <em>möchten</em>, oder eben in einem, in dem wir weniger reisen, konsumieren, verbrauchen, besitzen <em>können</em>. Weil die Erde überstrapaziert wurde. Irreversibel. Irreparabel. Die Entscheidung wird uns irgendwann abgenommen. Nutzen wir also die Zeit, die wir noch haben, um die Entscheidung mitzugestalten. Wir das heißt du und ich. Nutze deine Zeit, die dir noch bleibt. Sie ist so endlich, wie die Ressourcen unserer Erde.</p>
<p>Seit 1979 hat sich viel getan auf dieser unserer Erde. Manches hat sich zum Guten gewandelt. Manches nicht. Die weltweiten Emissionen haben sich seitdem verdoppelt (Quelle: <a href="https://www.climatewatchdata.org/ghg-emissions?gases=178&amp;source=43" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.climatewatchdata.org/</a>). Und doch hat 2020 gezeigt, dass wir viel mehr können, als wir glauben. Möge man auf uns im Jahre 2061 zurückblicken und vieles sagen, nur nicht eines: Wie dumm kann man eigentlich sein.</p>
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		<title>Rückkehr an einen unbekannten Ort.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es rauscht. Leise und beständig. Ruhig und verlässlich. In den Ohren. Im Wind. In den Bäumen. In den Gedanken. Es rauscht dieses schimmernde Meer. Und seine Wellen, die einen tragen. Angespült, wie ein Stück vergessenes Treibholz, ist man hier. An [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es rauscht. Leise und beständig. Ruhig und verlässlich. In den Ohren. Im Wind. In den Bäumen. In den Gedanken. Es rauscht dieses schimmernde Meer. Und seine Wellen, die einen tragen. Angespült, wie ein Stück vergessenes Treibholz, ist man hier. An einem unbekannten Ort. Und fühlt sich doch wie ein Heimkehrer. Zurückgekehrt nach einer langen Zeit.</p>
<p>Einer Zeit des Rausches im Verstand, nicht des Rauschens in der Seele. Des Müssens und Sollens. Des Tun und Lassens. Einer Welt der Zeitenmessung und Standortbestimmung. Des festen Lebensrhythmus und klaren Taktes. Einem Leben, in dem man sich Erinnerungszettel schreibt für aktive Pausen und passives Leben. In dem man Dinge erledigt und Dinge einen selbst. In dem man sich Wecker stellt und doch nicht erwacht.</p>
<p>Und nun ist man hier. An einem Ort des einfachen Wollens. An dem man das Müssen vergisst. Und das Wunschlose begreift. Einem Ort, an dem das Meer rauscht. Endlich. Unendlich. Wo irgendwo Geschirr klappert und Kinder rufen. Wo der Klang der Vögel einen weckt. Und die Verheißung auf einen Tag voll barfüßiger Leichtigkeit und süßer Melone. Ein Tag, an dem man von der Sonne berührt wird und im Salz des Meeres badet. An dem man in Bücher und Gespräche taucht. Ganz tief. Und nicht mehr auftauchen möchte. Ein Tag, an dem die Zikaden in den Bäumen den Takt vorgeben und die innere Uhr stehen bleibt. Man riecht ihn, den Sommer, mit allen Sinnen. An diesem Tag, den man verträumt und dessen Nacht man durchwacht. Ein Tag im Leben, so weit entfernt vom eigenen Leben und doch so nah an sich selbst. Man kehrt zurück in diese verträumte Kulisse. An diesen unbekannten, vertrauten Ort. Man kehrt zurück zu sich selbst.</p>
<p>Bis es Zeit ist für die Heimkehr. Ein zweites Mal. Man macht sich zurück auf den Weg an den bekannten und manchmal fremden Ort. Fühlt sich neu sortiert. Von der Sonne und klaren Gedanken frisch erstrahlt. Man nimmt sie mit, diese Ent-Spannung. Dieses Gleichgewicht auf seinem manchmal schwankenden Weg. Wie man sie mitnimmt, die Sommersprossen. Und die Sandkörner zwischen den Zehen. Zwischen den Dingen. Zwischen den Orten.</p>
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