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		<title>Das große Scheppern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2022 23:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute spannen wir mal den ganz großen Bogen – mit dem Vorsatz, ihn völlig zu überdehnen. Denn so ganz verallgemeinernd trifft die Beschreibung „ausgeleiert“ auf erstaunlich viel zu. In dieser letzten Zeit, von der man zu glauben beginnt, sie sei wirklich die allerletzte. Wenn Kartoffelbrei auf van Gogh trifft, dann ist die Menschheit nun wirklich nicht mehr zu retten. Oder war es Tomatensuppe? Egal, ausgelöffelt und püriert ist beides. Insbesondere der Planet, auf dem übrigens van Gogh Gemälde hinter sicheren Glasscheiben an die Wand gedübelt wurden. Das 1,5-Grad-Ziel ist nicht zu erreichen, auch wenn wir die Heizung um zwei Grad herunter drehen und klimaneutrales Katzenfutter kaufen, das den Regenwald schützt, indem es Zertifikate erwirbt, die auf Papier aus Tropenholz gedruckt wurden. Denn das mit der Neutralität kauft man eh niemandem ab. Außer den Schweizern. Die machen, völlig neutral betrachtet, ohnehin alles irgendwie besser. Schokolade, Käse und Meinungslosigkeit. Von alle dem können sich die Briten einige Scheiben abschneiden. Denn sie scheinen sich – wahllos &#8211; ihrem eigenen Humor hinzugeben. Anders ist das Narrenspiel nicht mehr zu erklären. An der Downing Street kann es dem Vernehmen nach nur noch bergab gehen. Bei der Anschrift sollte das nun wirklich niemanden überraschen. Da hilft nur der Blick ins Innere &#8211; des eigenen Kühlschranks zum Beispiel – und hin zu der Frage, was wir eigentlich essen, wenn keiner hinschaut. Wer behauptet, er beiße auch in unbeobachteten Momenten beherzt in den Sellerie, der möge sich um den Posten des Britischen Premiers bemühen. Bei so viel Ruchlosigkeit stehen die Chancen gut. Näher an der Wahrheit wohnt, wer Erdnussbutter mit den Fingern aus dem Glas löffelt. Oder wer Knuspermüsli ohne Flüssigmittel in solchen Mengen isst, dass sich eine Schuppenschicht aus Krümeln auf den Schultern bildet. Die anderen beißen nackt vor der offenen Kühlschranktür stehend beherzt in Ekelwurst, von der man nie weiß, ob sie Katzenfutter in Därmen oder eine Ausgeburt der Downing Street sind. Manch einer gönnt sich hingegen direkt eine mehrgängige Saftkur aus Oliven-, Wurst- und Ananaswasser. Trübe Wasser sind eben tief, weil man den Grund hierfür nie erkennt. Aber um die Klimakatastrophe abzuwenden, dürfen eben keine Ressourcen mehr verschwendet werden. Selbst Wurstwasser. Vielleicht ist deswegen zu erklären, warum wir uns immer wieder zumüllen. Nichts darf weggeschmissen werden. Und so startet man im Rhythmus des Mondkalenders eine Aufräumaktion nach der anderen und wundert sich, wo der ganze Krempel eigentlich immer wieder herkommt. Die eigene Familie gegebenenfalls eingeschlossen. Die Feiertage nähern sich schließlich, was daran zu erkennen ist, dass der Lebkuchen sein Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht hat und sich niemand mehr über die ach so aufdringlichen Weihnachtswaren aufregt. Die eigene Haltbarkeit hingegeben beginnt man derweil ebenfalls zu hinterfragen. Ist das jetzt jeden Morgen so? Als junger Mensch blickte man abgehoben und siegessicher auf das Leben, das vor einem lag und war fest davon überzeugt, sich dem ewig gleichen Rhythmus der menschlichen Mühsalen gewiss entziehen zu können. Man wird in seiner Jugend keine Dinge tun, die einem später unerklärlich erscheinen. Man wird nicht zum Start seines Berufslebens den falschen Vorstellungen hinterherrennen. Mit Mitte dreißig wird man nicht den wackeligen, faltendurchzogenen Jenga-Turm des eigenen Daseins anstarren und sich fragen, ob es wirklich das war, was man erbauen wollte. Man wird nicht am Vorabend seines 40. Geburtstags weinend seinen letzten Pickel ausdrücken, um am nächsten Tag zu betonen, wie gerne man seine Jugend hinter sich lässt, weil das ja alles so anstrengend war bis hierher. Man wird nicht bei irgendetwas mit 50 feststellen, dass einen nur noch ein adrenalinreiches Hobby von der beigen Rentneruniform trennt. Und wenn man alt ist, wird man nicht die Haut, Gehgeschwindigkeit und Mundflora einer Schildkröte haben. Gewiss, nur alle anderen Teile der Menschheit werden all diese Entwicklungsschritte eines Lebens durchlaufen. Man selbst wird niemals erwachsen werden. Das können die machen, die sich reif dafür fühlen, reif zu sein. Bis dahin spannt man eben weiterhin den ganz großen Bogen. Ist selbiger dann doch irgendwann überspannt, hauts einem &#8211; wie der neutral erboste Schweizer zu sagen pflegt &#8211; den Schnuller raus.  Während normalen Menschen also ganze Kragen durch zu stark pulsierende  Halsschlagadern platzen, verlieren die Bewohner eines kleinen Alpenvolkes in heller Aufregung ihren kleinkindlichen Noise Cancelling Aufsatz. Irgendwie beruhigt einen diese Vorstellung. Wer nun bei all der Schepperei beunruhigt denkt „Das ist ja überfordernder als die Abendnachrichten. Da sollte mal jemand eine Pause machen“, dem sei gesagt: wenn die tägliche Nachrichtenflut hiernach wie ein Einschlaflied klingt, hat der Schellenaffe sein Ziel erreicht. Er macht nun wirklich eine Programmunterbrechung. Denn wie heißt es so schön: man soll eine Pause machen, wenn es am schönsten ist. Der Dank gilt an dieser Stelle meinem heimlichen Kommatherapeuten, all den wundervollen Texterweiterungen durch Trippel B und Michael – all den vielen, langjährigen Lesern. Es war mir eine scheppernde Freude.</p>
<p>Der Schellenaffe kommt wieder, keine Frage.</p>
<p>Nur wann, das bleibt vage.</p>
<p>Und mit diesem beschepperten Versuch eines Reimes macht der Affe uns allen nach über fünf Jahren und 208 Beiträgen den Abschied auf Zeit einfacher.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2937" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-1024x1024.jpg" alt="Schellenaffee Affe mit Schellen Scheppern" width="502" height="502" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/11/IMG-6904-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
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		<title>Hyper bis fröhlich </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Oct 2022 22:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch wenn die Gegenwart noch so hardcore erscheint, sind wir als Menschheit ja stets darum bemüht, den kleinen Strohhalm der Hoffnung zu suchen. Irgendwas Gutes wird sich schon unter all der Gülle ausgraben lassen, wenn man nur lang und tief [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://schellenaffe.de/2022/10/03/hyper-bis-froehlich/">Hyper bis fröhlich </a> erschien zuerst auf <a href="http://schellenaffe.de">Schellenaffe</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn die Gegenwart noch so <em>hardcore</em> erscheint, sind wir als Menschheit ja stets darum bemüht, den kleinen Strohhalm der Hoffnung zu suchen. Irgendwas Gutes wird sich schon unter all der Gülle ausgraben lassen, wenn man nur lang und tief genug darin wühlt. Die elende Regenjacke, die auf den Unterarmen klebt, wie Boris Johnson an der Macht, hat man seit Weihnachten nicht mehr gebraucht. Johnson selbst ist endlich Statist. Und die ganzen Brennpunkte zum Tode einer 96-jährigen Frau, die den Ruhestand nicht mehr erleben durfte, erlösen einen wenigstens von den Sondersendungen voller explodierender Preise und Städten. Selbst die Pandemie, dieses quengelige Einzelkind mit zu hohem Geltungsbedürfnis, hatte etwas Gutes. Sie befreite einen nicht nur von Hosenbünden und Körperpflege, sondern auch von Terminen und Verpflichtungen der abkömmlichen Art. Man bekam sogar sein Geld erstattet, könnte es besser werden? Endlich hatte man <em>die</em> Ausrede, um sich in Embryonalstellung auf der Couch liegend von Menschen zu entwöhnen. Dachte man. Doch diesen Sommer, ausgerechnet diesen Sommer, wurde man dieser Ausrede beraubt: denn niemand wird mehr durch Fernbleiben geschützt. Außer die eigene Person. Vor lästiger Gesellschaft.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>So geschah es also, dass ausgerechnet jenes Konzert, für das man vor drei Jahren in einem Moment geistiger Verwirrung eine Zutrittserlaubnis erwarb, stattfinden sollte.</strong> </span>Drei Jahre voller Hoffnung, in der andere Menschen einen Bachelorabschluss machen oder dick und wieder dünn geworden sind, waren zerstört. Man tröstete sich mit dem Gedanken, dass man durch die Inflation die Karten zu einem echten Frühbuchertarif erworben hat. Für den Preis bekäme man heute nicht mal mehr einen <em>fish</em>, egal wie laut man danach fragt. Nein, es war also an der Zeit, den Folgen einer vor drei Jahren durchzechten Nacht ins Auge zu schauen und den ungewollten Kauf, der auf den Namen „Scooter“ hört, in die Arme zu schließen.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2928" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-1024x1024.jpg" alt="" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Der konzertante Festakt beginnt mit der Erkenntnis, dass Warnwesten selbst auf einem Scooter-Konzert verboten sind. Dieses Privileg ist den Ordnungskräften vorbehalten. Früher, also vor drei Jahren, wäre das bestimmt anders gewesen. Aber heute herrscht ja bekanntlich überall Ordnung und Unterwerfung im Land der Echsenmenschen!!1! So gibt man schließlich seine Warnweste beim Gepäckstand ab – man muss sein Geld ja zusammenhalten – und fügt sich ein in die unalamierende Menge.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Der Weg zur Bühne führt vorbei an Männern mit Blasenschwäche.</strong> </span>Man sehnt sich einige Packungen <em>Prostagutt Forte</em> herbei und nimmt sich vor, nichts auf dem Konzertgelände anzufassen. Hände schüttelt man ja ohnehin schon länger nicht mehr. Auf den Schreck, der einem angesichts der Bierpreise durch Mark und Bein jagt, bestellt man erst einmal ein Bier. Man lacht über den eigenen Wortwitz „Hyperinflation“ und blendet die akustischen Warnsignale der Vor-„Band“ aus, die aus einem „Flippern-den“ Schützenfest-DJ besteht.  Zeit, den Blick schweifen zu lassen. War man in der Erwartung angereist, so sehr aufzufallen, wie Olivia Jones bei einem AfD-Parteitag, wundert man sich über die Menge, die sich in normalbürgerlicher Vorfreude an einen schmiegt: völlig unauffällige Menschen. Keine trillernden Pfeifen, keine Junggesellenabschiede, keine blondierten Haare, kein einziges Tattoo auf dem Steißbein. Prompt hegt man die Hoffnung, dass Scooter eben auch nicht mehr das ist, was es einmal war.</p>
<p>Doch dann erklingt der erste Ton. Und Scooter ist noch immer das, was es einmal war. Dieser eine Bass und etwas Geschrei. Man mische etwas Pyrotechnik und Tänzerinnen, denen nicht nur die Warnwesten vom Leib gerissen wurden, dazu und eineinhalb Stunden Scooter Konzert sind im Wesentlichen zusammengefasst. Allen denen, das jetzt zu schnell ging: seid froh.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2926" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-1024x806.jpg" alt="" width="500" height="394" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-1024x806.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-300x236.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-768x605.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-920x724.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-230x181.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-350x276.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-480x378.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c.jpg 1142w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Ein dröhender Klassiker und solche, die man nicht von ihnen unterscheiden kann, reicht sich an den nächsten.</span></strong> <em>Always hardcore</em> begeistert ist die Menge, die sich wohlig alkoholisiert aneinander drückt. Vom ersten Moment, da irgendjemand den Startknopf auf dem CD-Player gedrückt hat und drei mehr oder weniger vorteilhaft gealterte Herren auf der Bühne rumhüpfen und so tun, als würden sie Musik machen, johlen die Massen. Nur dem nüchternen Ohr fällt auf, dass manches Lied doppelt gespielt wurde. Aber so genau vermag man das musikalische Angebot ohnehin nicht zu unterscheiden. Wer kann schon einen Kipplader von einem LKW unterscheiden. Dies weiß auch der Veranstalter, weswegen er einzelne Wörter, was im Falle von Scooter gerne ganzen Liedtexten gleicht, als Mitsinghilfe auf die Bühnenrückwand projiziert. Für alle, die sich dennoch fragen, ob sie nicht doch bei Ed Sheran gelandet sind, wird der Bandname ebenfalls immer wieder dezent angebeamt. Gebeamt fühlt man sich derweil selbst. In eine andere Zeit: allen Energiekrisen und Dürresommern zum Trotz brennt die Bühne in einem permanenten Landregen aus Feuer. Alle Sexismusdebatten scheinen an den entblößten Frauengesäßen vorbeizugehen. Und jeden Bezug zum eigenen Alter verlierend zollt die Menge „respect to the man in the ice-cream van“. Und so ist man dann beinahe enttäuscht, dass die CD und damit die Zeitreise irgendwann ihr jähes Ende finden und sich H.P. Baxxter mit einem Gruß an seine Mutti von der Bühne verabschiedet. Zurück in der Zukunft macht man sich <em>hyper</em> bis fröhlich mit seinem Tinitus auf den Heimweg und stellt fest, dass doch nicht alles schlecht war. Damals in den Neunzigern. Damals auf dem Scooter-Konzert.</p>
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		<title>GASTBEITRAG von Trippel B: Gemeinschaftliches Treibenlassen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2022 22:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaftsgefühl aufkommen zu lassen. Sei es durch gemeinsames Singen in Fußballstadien oder Gesangsvereinen, durch gemeinschaftliches Erkunden neuer Wanderpfade oder Strickmuster. Seit zwei Jahren gehöre ich nun selbst einer solchen Gemeinschaft an &#8211; dem Frühschwimmerclub unseres örtlichen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://schellenaffe.de/2022/09/05/gastbeitrag-von-trippel-b-gemeinschaftliches-treibenlassen/">GASTBEITRAG von Trippel B: Gemeinschaftliches Treibenlassen</a> erschien zuerst auf <a href="http://schellenaffe.de">Schellenaffe</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaftsgefühl aufkommen zu lassen. Sei es durch gemeinsames Singen in Fußballstadien oder Gesangsvereinen, durch gemeinschaftliches Erkunden neuer Wanderpfade oder Strickmuster. Seit zwei Jahren gehöre ich nun selbst einer solchen Gemeinschaft an &#8211; dem Frühschwimmerclub unseres örtlichen Freibades. Leicht bekleidete Menschen treffen sich jeden Werktag vor dem ersten Sonnenstrahl vor dem Tor desselbigen Bades. Das Tor ist noch verschlossen, denn man kommt immer mindestens einige Minuten zu früh, um beim gemeinsamen Warten schon die ersten Neuigkeiten auszutauschen. Die Zustände von Gärten, Schlagzeilen der Lokalzeitung, das Wetter, in dem man schließlich badet, und natürlich die Wehwehchen, die jedoch so abgezählt sind wie die Bahnen, die man jeden Morgen zieht. Dann pünktlich um halb sieben kommt Herr oder Frau Bademeister, öffnet das Tor und wird freundlich von der sich vorbeidrängenden Menge begrüßt. Man kennt sich ja schließlich länger als 50 Meter.</p>
<p>Dann kühlt die warmherzige Stimmung jedoch abrupt ab, denn es gilt schnell, vor allem schneller als alle anderen, durch die Kartenkontrolle zu kommen. Herablassend werden diejenigen beäugt, die keinen Generalsstern, sprich eine Jahreskarte vorweisen können. Gar aliengleich und etwas furchteinflößend wie ein Alligator gelten diejenigen, die wie ich im „Internet“ ihre Karte gekauft und ausgedruckt haben.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Hat man den Türsteher passiert, stürmt die schwimmende Menge ins freie Bad.</strong></span> Die besonders Sportlichen und Gelenkigen lassen bereits auf dem Weg zum Beckenrand alle Hüllen fallen und springen ohne Halt unter einer Dusche mit einem Kopfsprung ins kühle Nass. Auch ich schließe mich mittlerweile den strippenden Horden an und freue mich, wenn ich als Erste im Wasser bin. Natürlich nur, um das Glück einer völlig freien, spiegelglatten Bahn zu genießen. Nicht, um jemandem eins auszuwischen. Niemals.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2912" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-836x1024.jpg" alt="Freibad Frühschwimmer Gemeinschafft Trippel B Bonn Panorama Bad Bad Godesberg" width="505" height="619" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-836x1024.jpg 836w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-245x300.jpg 245w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-768x941.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-1253x1536.jpg 1253w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-920x1127.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-230x282.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-350x429.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080-480x588.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6080.jpg 1614w" sizes="auto, (max-width: 505px) 100vw, 505px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Der übrige Teil unserer Gemeinschaft ohne Namen und Mitgliedsnummern nimmt Kurs auf die Umkleidekabine.</strong></span> „Ne, so vor allen ausziehen, das geht doch nicht!“ Ebenso unvorstellbar, wie ein öffentliches Striptease wäre es, die eigenen Habseligkeiten wirr auf von Gänsekot gedüngten Rasen zu werfen.  Diese Gruppe, meist ältere Damen, kommt dann auch erst ins Becken, wenn die anderen Schwimmer schon das halbe Pensum hinter sich haben. Sind sie sodann alle im Becken vereint, beginnt das muntere Treibenlassen. Ein Becken aller Schichten, Altersklassen und Konfektionsgrößen. Alt und jung, dick und dürr, laut und leise, Ebenholz und Kraterlandschaft. Vom Wettkampfsportler bis zum Stehschwimmer (Bojen, die im Wasser treiben), vom rüden Schaufelraddampfer, der Wasser und Mensch erschlägt bis zum rücksichtsvollen Schwan ist alles dabei. Die einen wollen sich vor ihrer sitzenden Tätigkeit austoben, die anderen machen den schnatternden Nilgänsen Konkurrenz. Wieder andere achten kleinlichst darauf, allem Wellenschlag auszuweichen und stören sich an allem, was keine Fliesenkachel ist. Doch am zwielichtigsten sind die Schönwetterschwimmer, die bei Sonnenschein und Wohlfühltemperaturen ihre Sommerferien im Freibad verbringen und das ausgeklügelte Gemeinschaftsgefüge in Wallung bringen. Aber nun sind die Ferien vorbei und der Herbst bahnt sich an. Dann ist man wieder unter sich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-2913" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-1024x461.jpg" alt="Freibad Frühschwimmer Gemeinschafft Trippel B Bonn Panorama Bad Bad Godesberg" width="1024" height="461" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-1024x461.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-300x135.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-768x346.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-1536x692.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-920x414.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-230x104.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-350x158.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079-480x216.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6079.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Den Kern der Gemeinschaft bilden die grauköpfigen Damen und Herren, die seit 50 Jahren zu diesem Frühschwimmerkreis gehören, aber eigentlich gar nicht schwimmen können.</span> </strong>Gut erkennbar an ihrem grauen Haupthaar oder in der aufgehenden Sonne glänzenden Haarkranz, bilden sie ein unpassierbares Netz in der Mitte des Beckens. Sie reden, strampeln mit den Beinen, gestikulieren mit den Armen und fühlen sich pudelwohl. Gemeinsam erzeugen sie genug Auftrieb. Was um sie herum geschieht, ist nebensächlich. Pünktlich um kurz nach sieben ruft sie das Frühstücksei aus dem Becken und sie verabschieden sich mit einem elefantösen &#8222;Tschöhö, bis morgen!“.</p>
<p>Diese Gemeinschaft hat mich nun nach zwei Jahren in ihre schwappende Mitte aufgenommen. Ich darf ein Wort des Grußes wechseln und mich am Austausch wichtiger Neuigkeiten beteiligen. Ich werde gefragt, wo ich herkomme und wenn ich mal nicht da war, heißt es: &#8222;Wir haben Sie gestern vermisst, wo waren Sie?&#8220;. Also mache ich es nun, wie es sich gehört und melde mich bei meiner Gemeinschaft der Frühschwimmer ab. Sonst heißt es noch: &#8222;Wo ist denn die Große mit dem geblümten Kleid?&#8220; So nennt man mich anscheinend, denn Namen werden erst nach vielen Jahren erfragt und Siezen ist selbstverständlich. Duzen wäre ja schließlich der Untergang dieser kleinen Gemeinschaft, die sich frühmorgens in einem kalten Becken in den Tag treiben lässt.</p>
<p><em>Trippel B</em></p>
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		<title>Leerstellen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jul 2022 22:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wären sie nicht so klein und niedlich, wären sie längst sauer. Aber sie wissen, dass die zwischen flauschigem Fell pulsierenden Zornesfalten und die geballten Pfötchen eh niemand als das wahrnehmen würde, was sie sind: Ausdruck alleszernagender Empörung. Vielmehr werden sie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wären sie nicht so klein und niedlich, wären sie längst sauer. Aber sie wissen, dass die zwischen flauschigem Fell pulsierenden Zornesfalten und die geballten Pfötchen eh niemand als das wahrnehmen würde, was sie sind: Ausdruck alleszernagender Empörung. Vielmehr werden sie ja noch putziger, je mehr sie sich um ein zornzerfressenes Äußeres bemühen. Verdammt sei das Kindchenschema. Stattdessen schlucken sie die Wut mit ein paar der trockenen Halme, an denen sie sich noch festklammern, herunter und verkriechen sich unter einem selbstgebauten Loft in letzter Lage.</p>
<p>Protest kann man sich sparen als flauschige Goldhamster. Dabei hätten sie allen Grund wütend zu sein. Mit aufgeplusterten Backen müssen sie tatenlos dabei zusehen, wie die Menschheit immer dann, wenn man denkt „Ok, das ist jetzt der Tiefstand, dümmer geht nicht mehr &#8211; darunter wüsste man ja nicht mal einen Hamster von einer Flasche Sonneblumenöl zu unterscheiden!“, das Gegenteil zu beweisen vermag. Und diese Unterbietung an Genialität wird sodann zu einem Verb der eigenen Gattung: hamstern.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Der Mensch jagt Dinge, die er sammeln kann – aber nicht braucht.</strong> </span>Er hortet Klopapier, falls die Diät aus Sonnenblumenöl-Senf-Vinaigrette dann doch irgendwann auf den Magen schlagen sollte. Er kauft Klimaanlagen und Heizstrahler im Doppelpack, um gegen die Folgen von zu vielen Klimaanlagen, Heizstrahlern und klimatisierten Fahrten zum Elektronikfachgeschäft anzutemperieren. Brennholz türmt sich auf zu einer dritten Außenwand, rund um den Vorrat an Mehl, den man bereits zur Ummauerung der eigenen Blödheit hochgestapelt hat. Irgendwo sitzt genau jetzt ein Repräsentant der Krönung der Schöpfung und sammelt seine Dünste in Muttis Tupperdose und nennt das Gasterminal. Verstand war schon immer Mangelware, aber jetzt wird auch alles andere knapp. Besser man sammelt, was man kriegen kann. Und was wurde eigentlich aus all der Hefe? Hat die noch jemand im Blick? Nicht, dass da ein ganz eigener Planet aufquillt.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Der Hamster hat allen Grund wütend zu sein.</span></strong> Wir würden auch nicht freudig mit dem Schwanz wedeln, wenn Hunde das Wälzen in verwesendem Kot „Menschenbad“ nennen würden. Obwohl, wer weiß. Vielleicht tun sie es längst. Nein, der größte Idiot auf dem Feld ist kein Hamster. Der haut sich die knuffigen Wangen nur mit dem voll, was er braucht und schlucken kann. Sollen sie doch das raffgierige Eichhörnchen nehmen oder die diebische Elster. Warum der arme Hamster, der keinem Kohlebrikett zu Leibe will? Zum einen mag es daran liegen, dass Hamster und Hamsterer eines gemein haben: man sieht sie nie. Keiner gibt es zu, ein medial gesteuerter, präapokalyptischer Vorratsspeicher zu sein, und doch gibt es immer zur Genüge von ihnen. Irgendwas ist in letzter Zeit immer alle, weil irgendjemand gesagt hat, es könnte bald alle sein. Vielleicht sitzt auch irgendwo eine drollige Runde Hamster-Hater beisammen und denkt sich jede Woche neue Dinge aus, bei denen es tierisch blöd wäre, zu viel zu haben. Waschmaschinen, Sand oder Kahlstelle auf dem Kopf zum Beispiel. Ihr Newsticker heißt wohl die Alle-alle-Leier. Der Gag mit dem Co2, den sie damals in Umlauf gebracht haben, ging wohl nach hinten los. Davon können wir einfach nicht genug haben.</p>
<p>Doch der eigentliche Grund, warum wir vom Hamstern sprechen, wenn wir Dinge wie Honks horten, liegt nicht auf dem Felde. Hamstern tut man nicht, wenn man sich die Backen voll haut. Hamstern tut man, indem man am Rad dreht. Und zwar gewaltig.</p>
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		<title>Das Kreislaufen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jul 2022 22:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flora und Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir drehen uns im Kreis. Und das seit zwei Tagen. Wir sind losgelaufen mit dem Ziel dort anzukommen, wo wir losgelaufen sind. Auf dem feuchter werdenden Rücken tragen wir leichtes Gepäck, das mit jedem Schritt schwerer zu werden scheint. In unserer Hand drehen und wenden wir zum hundertsten Mal eine verschlungene Karte, um Kurs auf unserem Kreislauf zu halten.  Der eigene Körper juckt und müffelt an den meisten Stellen. Nur die Gedanken hören auf zu jucken. Sie verlaufen sich. Das ist es also: das Wandern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2894" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-1024x1024.jpg" alt="Wandern Sächsische Schweiz Wanderung Sachsen Wanderkarte Karte Ausblick" width="600" height="600" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5857-480x480.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Doch was unterscheidet einen banalen Spaziergang von einer echten Wanderung?</strong> </span>Es scheint sowohl eine Frage der äußeren als auch der inneren Ausstattung zu sein. Im Äußeren wandert man erst, wenn man aufgerüstet ist mit allerlei atmungsaktiver Polsterung. Der formlose Rucksack schnürt sich um die formvolle Leibesfülle, die Schuhe gleichen den Sicherheitsschuhen von Kohlekumpels und die Hose knistert gemeinsam mit dem Rauschen der windumwehten Baumkronen. Nur wer wie ein Forschungsprojekt der Textilindustrie aussieht, wandert so wirklich. Je ernster man es mit dem Wandern meint, desto zahlreicher und länger werden die Skistöcke, an denen man auf einem Feldweg Halt sucht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2897" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-1024x768.jpg" alt="Wandern Sächsische Schweiz Wanderung Sachsen Wanderkarte Karte Ausblick Baude Brand Baude Lilienstein" width="599" height="450" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-1024x768.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-300x225.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-768x576.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-1536x1152.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-2048x1536.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-920x690.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-230x172.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-350x262.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_5845-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Gleichzeitig erfordert das Wandern, anders als seine gehfaule Stiefschwester des Spazierengehens, eine gewisse innere Haltung.</span> </strong>Man begibt sich in einer sich minütlich neu programmierenden Welt der im Stroboskoplicht flackernden Schlagzeilen in die Hände der Entschleunigung, die so langsam klatschen, dass sich an ihnen Bienenstöcke bilden. Erst wenn Geschwindigkeitsangaben Nachkommastellen bekommen, dann wandert man. Distanzen, für die man gewohnt ist, Minuten zu benötigen, werden zum Wochenendausflug.  Mit dem Auto, mit dem Rad, selbst mit der deutschen Bahn wäre man überall schneller. Die eigenen Füße sind das langsamste aller Verkehrsmittel. Mit ihnen verlangsamt sich auch das Reaktionsvermögen. Komplette Entschleunigung liegt in der Natur – der Sache. Hektik und Sprunghaftigkeit werden spätestens am Steilhang zum Nachteil. Der stoische Tritt eines Mulis bringt einen am schnellsten ans Ziel. Erreicht man sogar die dritte Dimension des Kreislaufs und erklimmt Höhenmeter um Höhenmeter, spätestens dann kommt man in einen tranceähnlichen Zustand, den man benötigt, um nicht verrückt zu werden. Warum klettert man einen Berg oder Hügel hinauf, um ihn wenige Minuten später wieder mit tastenden Tritten hinabzusteigen? Das bisherige Leben folgte doch dem Gebot, der Mühsal aus dem Weg zu gehen. Allzeit. Doch hier ertappt man sich dabei, wie man unter leichter Todesangst Freude empfindet, dem Himmel ein Stück näher gekrochen zu sein. Wenn man wandert, denkt man anders. Näher kommt man sich, wenn man den Blick in die Ferne schweifen lässt und mit Fremden ins Gespräch, die wehklagend fragen, ob das jetzt nun wirklich der Gipfel sei. Zuhause kennt man nicht mal den Namen seiner Nachbarn. Das wandernde Volk ist ein Völkchen für sich – und dich und mich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2895" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-768x1024.jpg" alt="Wandern Sächsische Schweiz Wanderung Sachsen Wanderkarte Karte Ausblick" width="600" height="800" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-1152x1536.jpg 1152w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-1536x2048.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-920x1227.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-480x640.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/07/IMG_0804-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p>Abends liegt man mit müden Füßen und munteren Bettwanzen im Bett einer Herberge der höchsten Kategorie und malt mit seinen schläfrigen Gedanken die Wege nach, auf denen man lief. Am nächsten Morgen wird man von einem Ausblick geweckt. Man sieht den Horizont, der sonst hinter Häuslichem verborgen bleibt. Die Erde ist also tatsächlich rund. Der Kreislauf geht weiter. In der Kühle des Waldes durchläuft man einen gemalten Sommertag auf den vorgezeichneten Pfaden. Souverän liest man die bunten Markierungen an den Bäumen, von denen man bisher dachte, sie würden irgendetwas zwischen „Bitte fällen“ und „Japan war hier“ bedeuten. Wandern braucht nicht viel Erfahrung. Wandern braucht viel Proviant. Das Gewicht des Rucksacks wandert vom Rücken in den Bauch. Wilde Himbeeren und Kirschen, die niemandem gehören, ergänzen die Kost. Nicht satt isst man sich an den immer neuen Szenerien. Felder, auf denen sich schwere Ähren wie zum Gebet beugen, schroffe Felsen, die an Barbapapa und seine Familie erinnern, und das Grün der Wälder, das zu sprechen scheint.  Wer Landschaften durchläuft, sieht klarer. Wer geht, kann vor nichts weglaufen.</p>
<p>Wer den Weg zum Ziel macht, kommt immer an.</p>
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		<title>Kinderspielchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jun 2022 22:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum kennen Kinder einer gewissen Generation das Wort &#8222;Hubraum&#8220;? Richtig, weil sie Quartett gespielt haben. Also jenes pädagogisch nährstoffarme Spiel, bei dem es darum geht, das dickere Auto zu haben. Einzig das Recht des Pferdestärkeren zählt. Als Gewinner geht derjenige [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum kennen Kinder einer gewissen Generation das Wort &#8222;Hubraum&#8220;? Richtig, weil sie Quartett gespielt haben. Also jenes pädagogisch nährstoffarme Spiel, bei dem es darum geht, das dickere Auto zu haben. Einzig das Recht des Pferdestärkeren zählt. Als Gewinner geht derjenige von der Couch, der das größte Flugzeug, das schnellste Auto oder die giftigste Spinne auf der Hand hat. Sofern er seine Karte denn ausspielen konnte. Denn allzu oft schielte man siegessicher auf die kraftstrotzende Zahl neben dem Wort „Hubraum“ – ohne zu wissen, was er eigentlich anheben soll außer der eigenen Laune – um dann von 100 auf null von seinem Gegner ausgebremst zu werden, da er die Frage nach der Beschleunigung stellte. Zähneknirschend gab man seine Karte ab und lernte, dass keiner und keine Karte in allem besser als andere zu sein scheint.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>An jenes Spiel erinnert manche zwischenmenschliche Diskussion rund um den Zustand der Welt.</strong> </span>Wenn Erwachsene miteinander diskutieren, vergleichen sie nicht nur gerne Meinungen, sondern auch ihr Gegenüber. Je existentieller die Themen, desto hitziger scheint das Spiel zu werden. Vor allem beim Öko-Quartett. Grundvoraussetzung, um überhaupt mitzureden, ist die Erkenntnis, dass es um unseren Planeten nicht allzu gut bestellt ist. Wer dem nicht zustimmen kann, spielt lieber Roulette. Doch bei allen anderen entbrennt alsbald rund um die Frage, ob und wie der Planet zu retten ist, häufig eine wilde Runde Quartett. Bei dem Problem, wie man als Gewinner irgendwann einmal von diesem verlorenen Planeten gehen wird, werden die Karten wahllos gemischt. Jeder spielt nach seinen eigenen Regeln:</p>
<p>Ich sortiere 15 Arten von Müll.</p>
<p>Ich fliege 0 Meilen, außer nach Neuseeland.</p>
<p>Ich esse 0 Tiere, die an Land leben.</p>
<p>Ich wähle 1 Ökopartei, die alles regeln wird.</p>
<p>Ich rette 7 Bienen in meinem Insektenhotel.</p>
<p>Ich sehe 5 Windräder von meinem Gartenzaun aus.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wir machen uns die Welt, Widdewidde wie sie uns gefällt.</span> </strong>Jeder wählt die Kategorien selbst aus, mit denen er sich messen möchte und evaluiert seine Überlegenheit mit ganz eigenen Messgrößen. Plastikvermeidung sticht Insektenschutz. Klimagase ersticken Menschenrechte. Dass das eigene Blatt auf der Hand vielleicht nicht perfekt ist, sieht man noch ein. Aber den Gedanken, dass es schlechter sein könnte als die Karten des Gegenübers, lässt man nicht zu.  Und ohnehin kann ja nicht alles auf das Individuum abgewälzt werden. Die da oben haben doch eh die meisten Karten in der Hand. Und überhaupt: Wer soll sich das leisten?!1!!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2881" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-1024x1024.jpg" alt="Quartett Pferde Kinderspiel Karten Klimawandel Ökologie" width="502" height="502" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/06/IMG_5480-480x480.jpg 480w" sizes="auto, (max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
<p>Blöd nur, dass auf keinem Ahornblatt geschrieben steht, dass wir – und nur wir – uns all das leisten sollen. Dass wir ein Recht auf Fernreisen, Fleischessen und Fast Fashion haben. Dass Busfahren und Hafermilch unsere Freiheitsrechte einschränken oder die Vergiftung des Planeten steuerfrei zu haben sei. Wer soll sich unseren Lebensstil leisten? Niemand! Darum geht es doch. Wir haben kein Anrecht auf Rechthaberei.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Quartett lebt von festen Regeln.</strong> </span>Unsere Debatten sollten es vielleicht auch tun. Jeder hat ein paar gute Dinge in seinem Quartett. Sei es, weil er sich den Flug nach Neuseeland nicht leisten kann oder weil er bewusst auf Fleisch verzichtet. Dies nicht reflexhaft als Bedrohung der eigenen Lebensweise wahrzunehmen, sondern als eine gute Sache für die gute Sache ist ein erster Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, sich einzugestehen, dass man mit Dingen, die man sich vornimmt, noch nichts getan hat. Selten gewinnt man eine Runde Quartett, wenn man sich fest vornimmt, dass der Hubraum auf der nächsten Karte alle Dimensionen sprengen möge. Wenn das nächste Auto also elektrisch sein soll oder man ja eigentlich gar nicht so viel Fleisch isst, dann sind das schöne Gedanken, aber keine Fakten, die heute etwas bewegen. Der dritte Schritt besteht vielleicht darin einzugestehen, dass jeder ein paar verdammt schlechte Zahlen auf der Hand hat. Wenn wir diese alle nicht ändern, gehen wir alle als Verlierer vom Platz. Jeder muss sich ändern. Ob wir wollen oder nicht. In dreißig Jahren wird sich die Art und Weise wie wir uns fortbewegen, ernähren und die Zähne putzen radikal verändert haben. Ob wir wollen oder nicht. Das ist weder ein Grund zur Panik, noch ein Anlass für irgendwelche Kinderspielchen.</p>
<p>Noch ist genug Hubraum da, um die Sache anzugehen. Aber der Raum wird enger. Oder schwächer. Oder eben weniger von dem, was Hubraum eigentlich ist.</p>
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		<title>Immer die anderen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 May 2022 22:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in einer Blase. Jedoch nicht in einer von Filtern und Freundeskreisen formierten Monsterkugel, in der eine Ansammlung von Menschen zu einem Milieu, einem Modetrend oder einer Wählergruppe wird, die das gleiche Zeug atmet. Wir leben in einer Blase mit uns selbst und niemandem sonst. Denn niemand sonst kommt uns so nah wie wir uns selbst. Niemand versteht uns besser als wir uns selbst. Wobei besser nicht mit gut zu verwechseln ist. Besser ist nur weniger schlecht. In unserer Luftzelle ist man sich meist einig, vertritt die gleichen Werte, Raumtemperaturen und Urlaubspläne. Selten kommt es zu Konflikten und überraschenden Sinneswandlungen in dieser Blase. Jüngste Ausnahme ist vielleicht Xavier Naidoo, der feststellte, dass in seiner Blase nur noch Idioten leben, die kein Geld mehr verdienen.</p>
<p>Wenn wir ehrlich sind, sind wir alle ein wenig aufgeblasen. „Was? Ich doch nicht. Aufgeblasen sind nur die anderen.“ Das Böse, Schlechte, Unglückliche, Erschütternde sind immer nur die anderen. Katastrophen sind die anderen. Schlechte Nachrichten lösen in uns Widersprüche aus: ein Hoffen darauf, dass einen dergleichen Schicksal nie ereilt und eine gleichzeitige, tief verborgene Selbstsicherheit, dass einen so ein Schicksal nie ereilen würde. Das passiert nur den anderen, den Leichtsinnigen, den Naiven, den Trinkern, den Lauten, den Falschparkern. Man selbst hat keine Verkehrsunfälle, bekommt kein Corona und verpasst keine Flüge. Ruhestörender Lärm sind immer die anderen. Ebenso Vordrängler, Arbeitslose und Klimasünder. Irgendein Gemisch aus Empathie, Urangst und Arroganz atmen wir in unserer Blase tagtäglich ein.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Es steckt anscheinend doch mehr FDP in uns als uns Lindner lieb ist.</strong></span></p>
<p>Der beste Beleg für unsere Widersprüchlichkeit ist der Straßenverkehr. Unzählige Menschen besitzen zwei Beine, ein Fahrrad und ein Auto und damit eine gespaltene Persönlichkeit. Denn steigen sie in ein Auto, vergessen sie, dass sie selbst gerne Fahrrad fahren wie ein <em>not so Super Mario</em>. Sitzen sie auf einem Drahtesel, blenden sie aus, dass &nbsp;sie mit ihrem Vierrad &nbsp;gerne zu waghalsigen Überholvorgängen neigen und wild hupend auf das Vorhandensein eines von Steuergeldern finanzierten Radweges hinweisen. Laufen sie wiederum auf dem Radweg, halten sie diesen für einen roten Teppich. Idioten sind einfach immer die anderen. Man ist erbost darüber, dass es kein Speiseöl mehr gibt, während sich die Nudelpackungen im Einkaufswagen türmen. Man verabscheut Menschen, die sich nach wenigen Tagen nicht mehr für Kriege und Katastrophen interessieren, während man „Bares für Rares“ im Nachmittagsfernsehen schaut und sein Wissen über Wandteppiche flämischer Landschaften auffrischt. Man ärgert sich über jemanden &nbsp;der alle Masken lässt, während einem selbige beim detonierenden Nieser unter den rechten Nasenflügel rutscht. Von dem elenden Virus dachte man eigentlich auch immer &#8211; wenn man ganz genau in sich hinein horchte &#8211; dass ihn nur Eltern alles ableckender Kinder bekommen. Man selbst ist gewiss immun. Intubiert werden immer nur die anderen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch wir wären nicht wir, wenn sich unsere Blasen nicht nur aufblähten, sondern ebenso gerne einschrumpelten.</span> </strong>Bis wir als selbstzweifelnde Rosinen auf der Couch liegen. Der beste Beleg für unsere Unbeständigkeit ist der Zahnarztbesuch. „Ja, klar. Ich benutze Zahnseide regelmäßig. Also einmal im Jahr. Vor diesem Termin. Sehen Sie doch, warum fragen Sie überhaupt noch?“ Beim Zahnarzt ereilt einen jedes Mal das Gefühl, man sei der einzige widerwärtige Mensch auf diesem Planeten, der sich nicht jeden Abend in einem Drahtseilakt das Frühstücksbrötchen aus den Zahnlücken fingert. Wer das nicht tut, verwirkt die Zugehörigkeit zu seiner Art. Gewiss. Alle anderen haben saubere Zahnzwischenräume, Ahnung vom Nahostkonflikt, eine lückenlose Altersvorsorge und Unterwäsche ohne Löcher. Es sind immer die anderen, die ihr Leben im Griff haben.</p>
<p>Für jemand anderen bist genau du dieser andere. In Summe sind wir also weder besser noch schlechter als andere. Wir sind wie alle anderen. Wir sind wie alle irgendwas zwischen Mensch und Statistik. Darauf kann man zählen.</p>
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		<title>Außerplanmäßig.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2022 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Wir fahren soeben ein in – ja, da steht es – Dortmund.“ Die Zugbegleitung ist hörbar um Menschenwürde bemüht. Sie weiß nicht, wo wir sind, wo wir hinfahren, ob wir jemals dort ankommen, wo niemand mehr auf uns warten wird. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Wir fahren soeben ein in – ja, da steht es – Dortmund.“ Die Zugbegleitung ist hörbar um Menschenwürde bemüht. Sie weiß nicht, wo wir sind, wo wir hinfahren, ob wir jemals dort ankommen, wo niemand mehr auf uns warten wird. Sie scheint den Zug in der Tat nur noch freundlich zu begleiten auf seinem unbestimmten Weg. Den  Plan, für dessen halbwegs gewissenhafte Umsetzung allerhand naive Passagiere Geld bezahlt haben, scheint es nicht mehr zu geben. Ganz urplötzlich scheint sich eine Baustelle vor dem Zug aufgetürmt zu haben. Unvorhersehbar trifft ihn die höhere Gewalt eines Baggers. Er biegt von seinem Weg ab, ohne zu wissen, wohin die Schienen ihn bringen. Der Lauf der Schienen ist ja nicht vorhersehbar. Gar nicht. Null.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Es gibt ein Wort, das der Planlosigkeit einen Plan geben möchte: außerplanmäßig.</span> </strong>Jenes Wort sagt alles über uns aus. Es soll auch noch das zersetzende Chaos wegsortieren, beschreiben, verständlich machen.  An dieses Wort muss man in diesen Tagen denken. Was hatten wir alles für Pläne: für Wochenenden, die Weltenrettung und die Maiglöckchen im Blumenbeet. Alles scheint begraben unter Fieber und Neuschnee. Das Gefühl der Vorfreude verkümmert nur noch zu einem Lächeln, wenn doch noch eine Flasche Öl im Regal des Supermarktes auf uns wartet. Die Tränen zu vieler Enttäuschungen versuchen wir mit Klopapier zu trocknen, während wir beginnen, eine wattige Mauer um uns zu bauen. Der Gedanke daran, welche Pläne die Menschen in der Ukraine hatten, ehe sie begraben wurden unter dem Wahn der Welt, in der wir zur Verbundenheit verdammt sind, er gibt uns den Rest.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Alles scheint zu wanken. Nur auf das Chaos scheint noch Verlass.</span></strong></p>
<p>Und nun?</p>
<p>Der Zug steht seit geraumer Zeit in einem Bahnhof, an dem er nicht stehen sollte. Die zur Geduld verdammten Passagiere starren wahlweise auf die Bauarbeiten am Bahnsteig oder die Baustellen in ihren Telefonen. Man wartet auf einen neuen Zugführer, dessen Erscheinen man für unwahrscheinlich hält. Sein Arbeitsplatz hat sich schließlich um einige Kilometer verlagert. Dass der vorherige Zugführer aussortiert werden muss, hält man hingegen für konsequent. Die Zugbegleiterin versucht sich derweil als „Stand-Around“-Comedian und scheint ihre Rolle als Seelsorgerin mit Lautsprecher anzunehmen. Allerlei voluminöse Kopfhörer werden installiert, um die Erläuterungen zur Außerplanhaftigkeit unserer Situation hinter Chartmusik verstummen zu lassen. Regte man sich früher auf über die „Unfähigkeit dieser Deutschen Bahn“, zuckt man heute nur noch mit den Schultern, rückt sich seine Maske zurecht und googelt günstige Stromtarife. Das mit dem Aufregen hebt man sich nur noch für die ganz großen Probleme auf. Benzinpreise zum Beispiel.</p>
<p>Selbst als der Zug beginnt zu rollen beginnt, dösen die Menschen weiter. „Liebe Fahrgäste. Wir fahren nun einfach mal weiter Richtung Köln und sehen, wann wir ankommen.“</p>
<p>Damit scheint alles gesagt.</p>
<p>Wir rollen einfach mal weiter und schauen, wann wir wo ankommen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig. Denn irgendwie geht es immer weiter. Selbst bei der Deutschen Bahn. Die Alternative wäre auf einer Dortmunder Baustelle gestrandet zu sein. Das kann niemand wollen.</p>
<p>Damit endet dieser außerplanmäßig kurze Text. Alles andere ist Schnee von gestern.</p>
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		<title>Erschütterungen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2022 23:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Irgendwie hat man sich diesen Moment anders vorgestellt. Triumphal und doch ein bisschen gleichmütig. Lange ersehnt und doch unbemerkt. Es sollte ein besonderer Tag sein: der Tag, an dem Corona in den Nachrichten keine Erwähnung mehr findet. Der Tag, an [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie hat man sich diesen Moment anders vorgestellt. Triumphal und doch ein bisschen gleichmütig. Lange ersehnt und doch unbemerkt. Es sollte ein besonderer Tag sein: der Tag, an dem Corona in den Nachrichten keine Erwähnung mehr findet. Der Tag, an dem die Pandemie ihre Relevanz verliert und damit ihre Berichterstattung &#8211; rund um den Buchstaben G und allerhand Zahlen &#8211; endet. Es sollte ein besonderer Moment sein.</p>
<p>Besonders war der Moment.</p>
<p>Alle anderen Vorstellungen von diesem Tag der Befreiung sind mit den ersten Bomben, die fielen, zu Asche verfallen. Es war ein Tag, der den Boden beben ließ und die Welt erschütterte. Jene Pandemie, die uns zwei Jahre lang bis ins Mark erschütterte, existiert weiter, aber das rührt derzeit niemanden. Karl Lauterbach bemüht sich gewiss noch um die Eindämmung dieser aufrüttelnden Seuche, wenngleich er sich wundern dürfte, dass Maybrit und Markus nicht mehr bei ihm anrufen. Geredet wird weiterhin viel, aber nicht mehr über den Kampf gegen ein Virus, sondern über Krieg. Das Wort, das wir verlernt haben zu benutzen und verstehen, ist zurückgekehrt. Die Epidemiologen sind den Generälen a.D. gewichen, die uns die Regeln und Prinzipien der Kriegsführung erklären. Die zwischen Kriegsverbrechen und Krieg als Verbrechen zu unterscheiden wissen. Die erklären, wie man im Krieg töten darf und wie nicht. Die ruhige Worte finden für das Unbeschreibliche.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Doch uns Zuschauenden fehlen die Worte.</strong> </span>Nicht, weil wir nicht genug Worte besäßen. Es sind zu viele Worte und Gedanken, die sich gleichzeitig in einem lauten Schrei Bahn brechen wollen. Brüllen und trommeln möchte man. Was bleibt ist Sprachlosigkeit. Markerschütternde, ratlose Stille. Wieso wir auf einmal über Frieden verhandelt, wenn er eine Selbstverständlichkeit war?</p>
<p>Menschen leben in der Kälte ihrer Keller. IT-Berater greifen zu den Waffen. Kinder werden in U-Bahn-Schächten geboren. Die Ausläufer des Patriarchats trennen Frauen von Männern, die zu Kämpfern werden.&nbsp; Die Welt schaut erstarrt zu und hüllt sich in gelb-blaue Flaggen. Sie dreht die Heizung herunter und spendet Waffen, Decken und ein Obdach. Die Welt hilft beim Töten, um zu überleben. Geschlossen und ebenso ratlos tritt sie einem Tyrannen entgegen, der neben einem starken Willen und einer verdrehten Wahrnehmung eben leider vor allem eines besitzt &#8211; und braucht: Macht.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Man wünscht dem Tyrannen einen Schuss in jenen Kopf, in dem unverständliche Gedanken zu grausamen Vorhaben werden.</span> </strong>Eiskalt und gnadenlos. Doch damit lyncht man die Werte, die man verteidigen möchte. Und so blickt man in jenes Gesicht, das der Zerstörung gleicht, die es anordnet und fragt sich ohnmächtig: Warum?</p>
<p>Darauf gibt es keine Antwort. Das Suchen nach Erklärungen führt uns in die Vergangenheit, die es nicht mehr gibt. Auf die Frage, was man selbst im Hier und Jetzt tun kann, gibt es hingegen mehr Antworten, als man befürchtet. Ein Zimmer, einen Euro oder eine Stimme spenden. Und begreifen: Krieg gibt es immer auf der Welt. Er ist nicht erst wieder da, seit er nah ist. Er war nie weg. Frieden hat seinen Preis, den wir nun lernen zu zahlen. Es sind nicht 2,039€ /l. Nicht nur.</p>
<p>Krieg ist der Virus, den wir ein Leben lang bekämpfen werden müssen. Indem wir hinschauen und laut sind. Auch dann noch, wenn uns die nächste Katastrophe erschüttert und der Tag kommt, an dem der nahe Krieg fern ist und die Nachrichten verstummen. Denn dieser Tag ist bereits jetzt Realität. Wenn man in Russland lebt.</p>
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		<title>Gesucht: Politiker (m/w/d)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Feb 2022 23:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es braucht nur noch eine kleine, banale Erfindung mehr auf dieser Welt und wir treten ein in das Zeitalter, in dem es mehr Berufe als Arbeitnehmer gibt. Irgendwo zwischen dem Galeristen für Kunsträume in virtuellen „Realitäten“ und dem Elektroautobauer, der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es braucht nur noch eine kleine, banale Erfindung mehr auf dieser Welt und wir treten ein in das Zeitalter, in dem es mehr Berufe als Arbeitnehmer gibt. Irgendwo zwischen dem Galeristen für Kunsträume in virtuellen „Realitäten“ und dem Elektroautobauer, der den ersten E-Verbrauch-Skandal programmiert, wird der Kipppunkt erreicht sein. Und dann werden sich Bildungsindustrien darum formieren und darum buhlen, dreidimensionale Ausbildungsprogramme, Lehrgänge, Studienabschlüsse und Zertifikate zu entwickeln für den einen Menschen, den es geben wird, der genau diesen Beruf ausüben wird. Und auch hierbei werden neue Berufe entstehen, wie der Professor für autonome Denktechniken oder der Coach für digitalen Beischlaf. Gewiss.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter  wp-image-2852" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-818x1024.jpg" alt="Berufsbekleidung Politiker Jobs Berufe Ausbildung" width="501" height="627" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-818x1024.jpg 818w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-240x300.jpg 240w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-768x962.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-1227x1536.jpg 1227w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-1635x2048.jpg 1635w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-920x1152.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-230x288.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-350x438.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-480x601.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/02/IMG-0215-scaled.jpg 2044w" sizes="auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Beinahe dankbar ist man da um jeden Beruf, der ohne Ausbildung, ohne Qualifikation, ohne wesentliche Kenntnisse auszuüben ist.</strong></span> Wie „Kassenwart (m/w/d)“, „Konsument (m/w/d)“, „Moderator (m/w/d)“ – oder eben: „Politiker (m/w/d)“. Kaum ein Beruf ist so verantwortungsvoll wie der des Politikers. Kaum ein Beruf ist so unreguliert wie der des Politikers. Will man beruflichen Erfolg haben, braucht man ein Zertifikat, das einen als ausgebildeten Hundecoach, Abfallberater oder Einrichtungsexperten ausweist. Man braucht also einen Bildungsnachweis, um Pudel an der Leine zu führen, Dinge zu entsorgen oder Kerzen aufzustellen.</p>
<p>Aber will man die Zukunft von 83 Millionen mehr oder weniger zukunftsfähigen Bürgern verantworten, braucht man nichts. Kein Nachweis über einen Abschluss, eine Ausbildung, nicht mal über ein Schülerpraktikum. Selbst den Lebenslauf lesen sich in der Regel nur Journalisten der BILD-Zeitung durch. Alles was man braucht, ist ein hohes Maß an Vergesslichkeit und die Fähigkeit zu schweigen selbst dann, wenn man spricht. Dann kann man sogar Bundeskanzler werden. Es reicht, ein paar einfache Fachvokabeln, wie „privatwirtschaftlicher Vorgang“ oder „Realpolitik“, zu lernen und sich stets mit „Schönen Dank für ihre Frage“ für undankbare Fragen zu bedanken, deren Beantwortung jedoch dankenswerterweise niemand von einem erwartet. Schönen Dank auch.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Nur ist der Standard für den Beruf des Politikers auf der Welt so uneinheitlich wie für den Beruf des Fließen- oder Tarotkartenlegers.</span> </strong>In anderen Ländern benötigt man als Politiker zunächst eine Ausbildung zum Geheimagenten, um an die Macht zu kommen. In Deutschland reicht ein schlechter Gegenkandidat (wobei man selbst im Job des schlechten Gegenkandidaten es irgendwann zu etwas bringen kann, wenn man sich nur lange genug um den Posten des Parteivorsitzenden bewirbt). Als Gleicher unter Gleichen ist dies kein Problem. Doch ehe man sich es versieht, wird plötzlich von einem Politiker erwartet, dass er bitte das Problem des panzerrasselnden Despoten mit Vodka-Visage nicht einfach vergessen und verschweigen möge. Auch wenn man selbst die Besetzung eines fremden Landes als „privatwirtschaftlichen Vorgang“ betrachten mag, so recht scheint das eigene Schweigen und das Verschicken von Helmen nicht mehr als Antwort zu genügen. Ist dies der Moment, in dem der Politiker sich eine solide Ausbildung wünscht, in der er erlernen durfte, was die Aufgaben eines Politikers sind – und wie man diese meistert?</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Was wäre also, wenn „Politiker (m/w/d)“ ein Ausbildungsberuf wäre?</span> </strong>Zunächst müsste die Industrie- und Handelskammer umbenannt werden in: Politik-, Industrie- und Handelskammer. Der eine Bindestrich mehr ist nun wirklich zu verkraften. Nur ein Piks. Zur Ausbildung zugelassen werden die Besten und Stärksten eines jeden Jahrgangs: Menschen ohne Kurzsichtigkeit oder Gesichtslähmungen. Die Länge der Grundausbildung dürfte in etwa 10 Jahre betragen, die Meisterprüfung bedarf jedoch weiterer 30 Jahre. Denn um am Ende hochrangiger Meister der Politik zu sein, muss man ein alter, weißer Mann sein. Also alt sein. Zu erlernen sind im Zuge der Ausbildung Empathie und ja, das war´s. Wen die Fachlaufbahn „Internationale Politik“ interessiert, der erlernt noch zudem Trinkfestigkeit, Tischmanieren und Umgang mit sexistischen Stereotypen. Wer eher ein Auge auf die Laufbahn des Finanzpolitikers wirft, übt sich hingegen in allerlei Taschenspielertricks, die er bei Haushaltsplänen und Kindergeburtstagen gleichermaßen gewinnbringend einsetzen kann. Um Gesundheitsminister zu werden muss man lediglich ein bisschen krank sein. Oder zumindest recht nasal sprechen.</p>
<p>Wie man Pandemien bekämpft, Kriege vermeidet und das Klima rettet, würde man vermutlich nicht erlernen. Aber zumindest gäbe es eine Qualifikation. Für diese ganze Qual.</p>
<p>Der Beitrag <a href="http://schellenaffe.de/2022/02/07/gesucht-politiker-m-w-d/">Gesucht: Politiker (m/w/d)</a> erschien zuerst auf <a href="http://schellenaffe.de">Schellenaffe</a>.</p>
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