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I`m hangry – nice to eat you.

Ein Geständnis: Ich neige dazu hangry zu sein. Ich werde – wie der Bayer so treffend sagen würde – grantig, wenn ich nicht regelmäßig mit Nahrung versorgt werde. Egal wie das Wetter, der Kontostand oder die Weltpolitik sich mir präsentieren – meine Gemütslage wird im Wesentlichen von meinem Gastralsystem gesteuert. Die Laune hört einzig und alleine auf meinen Bauch. Genauer: auf den Füllstand meines Bauches. Der Einfachheit halber kennt dieser eigentlich nur zwei Aggregatzustände: hungrig oder überfressen. Dazwischen gibt es nur flüchtige Phasen, die so schnell verfliegen, wie der wohlige Klang eines Bäuerchens. Erlebst du mich in der hungrigen Phase fantasiere ich abwesend von Cupcakes und Cannelloni. Bin ich überfressen sprichst du mit einer körperlichen Hülle, die ihrem Verdauungsapparat gerade Kampfparolen (Go, Dickdarm, go!) zuruft . Ich bin also nie wirklich geistig anwesend – das wollte ich dir hiermit medium rare einfach mal sagen. Ich hab einen an der Waffel. Waffel? Hat jemand Waffel gesagt? Wo?

Menschen, die behaupten sie machten sich nichts aus Essen verachte und bewundere ich zugleich – so wie DJ Bobo. Aber mal ehrlich, welcher seriöse, selbst respektable Menschen, der auf einem Planeten lebt auf dem es Handbrot gibt, sagt so etwas überhaupt? Um alle diejenigen, die sich aufgrund gesellschaftlicher Konventionen zur geistigen Magenverkleinerung zwingen und sagen „Nein, nein ich bin satt“, zu entlarven, bediene ich mich eines anerkannten Analyse-Werkzeuges: des völlig willkürlichen zweistufigen Selbsttests – gemeinhin bekannt aus Frauenzeitschriften und Büchern von David Precht.

Stimmst du einer der untenstehenden, in einem aufwendigen Auswahlverfahren definierten Fragen mit Ja zu erhältst du ein Grillhähnchen. Am Ende der Befragung zählst du deine Grillhähnchen zusammen und erfährst, wie es um deinen Körperfettanteil bestellt ist. Und wie du ihn reduzieren kannst! Garantiert.

  • Ich teile nicht gerne mein Essen.
  • Ich wäge ab, wie viel du mir von meinem Essen weggenommen hast, wenn ich dich aus aufrichtiger Zuneigung dennoch probieren lasse.
  • Ich versuche stets unauffällig das größere Stück zu bekommen.
  • Ich esse schnell – aus reiner Gier.
  • Ich finde Essen manchmal besser als Sex.
  • Wenn im Büro Kuchen herumsteht, nehme ich mir meist mehr als ein Stück. Manchmal sogar ohne dem Geburtstagskind gratuliert zu haben.
  • Ich mache mehr Fotos von Essen als von Freunden.
  • Ich sage beim Frühstück, Mittagessen und Abendessen jeweils , dass es definitiv meine Lieblingsmahlzeit ist.
  • Ich erreiche maximale Sättigung durch den stetigen Wechsel zwischen süß und salzig – und bin immer wieder beeindruckt, was ich durch diese ausgefeilte Technik erreichen und -essen kann.

Ist die Anzahl deiner Grillhähnchen größer gleich eins, gehe zum zweiten Teil des Tests über. Wenn nein, verlasse bitte meinen Blog. Unmittelbar. Danke. Der zweite Bestandteil des Selbsttests besteht aus einer Formdeutungsanalyse – dem aus der Psychologie bekannten Tintenfischringetest. An dieser Stelle warne ich vor etwaigen pornografischen, lustfördernen Inhalten. Schaue dir folgende Abbildung eingehend an:

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Bewerte nun deinen eigenen Speichelfluss auf einer Skala von 1 (so trocken wie der Humor von Angela Merkel) bis 10 (die afrikanischen Victoria Fälle im indischen Monsun). Multipliziere diese Zahl mit der Wurzel der Anzahl Grillhähnchen und dividiere diese wiederum mit der Quersumme deines Body Mass Indexes. Dann addiere die Kilogrammzahl deines letzten Steaks oder Tofubratlings und subtrahiere dieses Ergebnis wiederum mit der Anzahl angebrochener Nudelpackungen in deinem Schrank – quadriert mit der letzten Ziffer deiner Telefonnummer. Das Ergebnis deiner Berechnungen lässt sich dann wie folgt bewerten:

Was stimmt eigentlich nicht mit dir?

Hast du all diese albernen Berechnungen vorgenommen, weil du sehnsüchtig auf die ankündigten Diättipps wartest, mit denen du deinen Hunger in passable Konfektionsgrößen lenken möchtest? Doch das war eiskalt – wie gutes italienisches Eis – gelogen. Diäten sind fett- und geschmacklose Selbstverstümmelung – mit mageren 0,1% Sinnanteil. Für alle diejenigen, die nun mehr angry als hangry sind angesichts dieser Unverfrorenheit – esst Grillhähnchen. Ruhig ein paar. Die trösten dich. Oder Waffeln. Waffeln? Hat jemand Waffeln gesagt? Wo?

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3 Gedanken zu „I`m hangry – nice to eat you.

  1. Hab verstanden! Essen ist Lebensqualität und Gemütszustand! Und wir -im Überfluss lebenden – sollten uns weniger mit Kalorien zählen, Diätprogrammen,Ernährungsformen (Vegan,Vegetarisch,Superfood….) beschäftigen und endlich begreifen wie gut wir es haben , dankbar sein,dass wir aus der Fülle wählen und genießen können und dies dann einfach tun….Wo gibt’s jetzt die Waffeln?

  2. früher hab‘ ich mal den Spruch gehört „Satt – das kenn ich nicht – entweder ich hab‘ Hunger oder mir isses schlecht“. Wer genießen will, hört am besten auf, bevor es ihm schlecht wird, wenn es denn gelingt – das wäre immerhin ein Ziel, wohl auch im Sinne von Trippel B: Genuss ohne Reue …

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