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	<title>Kultur Archive - Schellenaffe</title>
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	<description>Scheppern im Kopf. </description>
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		<title>Hyper bis fröhlich </title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2022 22:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn die Gegenwart noch so <em>hardcore</em> erscheint, sind wir als Menschheit ja stets darum bemüht, den kleinen Strohhalm der Hoffnung zu suchen. Irgendwas Gutes wird sich schon unter all der Gülle ausgraben lassen, wenn man nur lang und tief genug darin wühlt. Die elende Regenjacke, die auf den Unterarmen klebt, wie Boris Johnson an der Macht, hat man seit Weihnachten nicht mehr gebraucht. Johnson selbst ist endlich Statist. Und die ganzen Brennpunkte zum Tode einer 96-jährigen Frau, die den Ruhestand nicht mehr erleben durfte, erlösen einen wenigstens von den Sondersendungen voller explodierender Preise und Städten. Selbst die Pandemie, dieses quengelige Einzelkind mit zu hohem Geltungsbedürfnis, hatte etwas Gutes. Sie befreite einen nicht nur von Hosenbünden und Körperpflege, sondern auch von Terminen und Verpflichtungen der abkömmlichen Art. Man bekam sogar sein Geld erstattet, könnte es besser werden? Endlich hatte man <em>die</em> Ausrede, um sich in Embryonalstellung auf der Couch liegend von Menschen zu entwöhnen. Dachte man. Doch diesen Sommer, ausgerechnet diesen Sommer, wurde man dieser Ausrede beraubt: denn niemand wird mehr durch Fernbleiben geschützt. Außer die eigene Person. Vor lästiger Gesellschaft.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>So geschah es also, dass ausgerechnet jenes Konzert, für das man vor drei Jahren in einem Moment geistiger Verwirrung eine Zutrittserlaubnis erwarb, stattfinden sollte.</strong> </span>Drei Jahre voller Hoffnung, in der andere Menschen einen Bachelorabschluss machen oder dick und wieder dünn geworden sind, waren zerstört. Man tröstete sich mit dem Gedanken, dass man durch die Inflation die Karten zu einem echten Frühbuchertarif erworben hat. Für den Preis bekäme man heute nicht mal mehr einen <em>fish</em>, egal wie laut man danach fragt. Nein, es war also an der Zeit, den Folgen einer vor drei Jahren durchzechten Nacht ins Auge zu schauen und den ungewollten Kauf, der auf den Namen „Scooter“ hört, in die Arme zu schließen.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2928" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-1024x1024.jpg" alt="" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-920x920.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/IMG-6021-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Der konzertante Festakt beginnt mit der Erkenntnis, dass Warnwesten selbst auf einem Scooter-Konzert verboten sind. Dieses Privileg ist den Ordnungskräften vorbehalten. Früher, also vor drei Jahren, wäre das bestimmt anders gewesen. Aber heute herrscht ja bekanntlich überall Ordnung und Unterwerfung im Land der Echsenmenschen!!1! So gibt man schließlich seine Warnweste beim Gepäckstand ab – man muss sein Geld ja zusammenhalten – und fügt sich ein in die unalamierende Menge.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Der Weg zur Bühne führt vorbei an Männern mit Blasenschwäche.</strong> </span>Man sehnt sich einige Packungen <em>Prostagutt Forte</em> herbei und nimmt sich vor, nichts auf dem Konzertgelände anzufassen. Hände schüttelt man ja ohnehin schon länger nicht mehr. Auf den Schreck, der einem angesichts der Bierpreise durch Mark und Bein jagt, bestellt man erst einmal ein Bier. Man lacht über den eigenen Wortwitz „Hyperinflation“ und blendet die akustischen Warnsignale der Vor-„Band“ aus, die aus einem „Flippern-den“ Schützenfest-DJ besteht.  Zeit, den Blick schweifen zu lassen. War man in der Erwartung angereist, so sehr aufzufallen, wie Olivia Jones bei einem AfD-Parteitag, wundert man sich über die Menge, die sich in normalbürgerlicher Vorfreude an einen schmiegt: völlig unauffällige Menschen. Keine trillernden Pfeifen, keine Junggesellenabschiede, keine blondierten Haare, kein einziges Tattoo auf dem Steißbein. Prompt hegt man die Hoffnung, dass Scooter eben auch nicht mehr das ist, was es einmal war.</p>
<p>Doch dann erklingt der erste Ton. Und Scooter ist noch immer das, was es einmal war. Dieser eine Bass und etwas Geschrei. Man mische etwas Pyrotechnik und Tänzerinnen, denen nicht nur die Warnwesten vom Leib gerissen wurden, dazu und eineinhalb Stunden Scooter Konzert sind im Wesentlichen zusammengefasst. Allen denen, das jetzt zu schnell ging: seid froh.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2926" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-1024x806.jpg" alt="" width="500" height="394" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-1024x806.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-300x236.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-768x605.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-920x724.jpg 920w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-230x181.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-350x276.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c-480x378.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2022/09/9cffaddb-7f34-4816-afb3-08f9500bbc9c.jpg 1142w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Ein dröhender Klassiker und solche, die man nicht von ihnen unterscheiden kann, reicht sich an den nächsten.</span></strong> <em>Always hardcore</em> begeistert ist die Menge, die sich wohlig alkoholisiert aneinander drückt. Vom ersten Moment, da irgendjemand den Startknopf auf dem CD-Player gedrückt hat und drei mehr oder weniger vorteilhaft gealterte Herren auf der Bühne rumhüpfen und so tun, als würden sie Musik machen, johlen die Massen. Nur dem nüchternen Ohr fällt auf, dass manches Lied doppelt gespielt wurde. Aber so genau vermag man das musikalische Angebot ohnehin nicht zu unterscheiden. Wer kann schon einen Kipplader von einem LKW unterscheiden. Dies weiß auch der Veranstalter, weswegen er einzelne Wörter, was im Falle von Scooter gerne ganzen Liedtexten gleicht, als Mitsinghilfe auf die Bühnenrückwand projiziert. Für alle, die sich dennoch fragen, ob sie nicht doch bei Ed Sheran gelandet sind, wird der Bandname ebenfalls immer wieder dezent angebeamt. Gebeamt fühlt man sich derweil selbst. In eine andere Zeit: allen Energiekrisen und Dürresommern zum Trotz brennt die Bühne in einem permanenten Landregen aus Feuer. Alle Sexismusdebatten scheinen an den entblößten Frauengesäßen vorbeizugehen. Und jeden Bezug zum eigenen Alter verlierend zollt die Menge „respect to the man in the ice-cream van“. Und so ist man dann beinahe enttäuscht, dass die CD und damit die Zeitreise irgendwann ihr jähes Ende finden und sich H.P. Baxxter mit einem Gruß an seine Mutti von der Bühne verabschiedet. Zurück in der Zukunft macht man sich <em>hyper</em> bis fröhlich mit seinem Tinitus auf den Heimweg und stellt fest, dass doch nicht alles schlecht war. Damals in den Neunzigern. Damals auf dem Scooter-Konzert.</p>
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		<title>Zwischen Angst und Schmecken. </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 2021 22:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das sollte es werden:</p>
<p>Das Auge ist schnell satt. Gedeckt sind die Farben, schrill die Touristen, gewohnt die Kulissen. Zwischen altem Gemäuer und stummen Hügellandschaften wandert der Blick durch vertraute Postkarten. Alles scheint vorhergesehen. Selbst imposante Gesten der lokalen, sprechenden Gemeinde gleichen einer einstudierten Parodie eigener Vorurteile, die stets mitreisen in die Ferne. In dieser Ferne, in der man hofft, der Nähe der eigenen Sicht auf die Welt zu entkommen. Nein, die Toskana erlebt man nicht mit den Augen. Wer sie versucht zu sehen, bleibt blind. Für den ungefilterten Blick.</p>
<p>Sprudelnd und zischend steht die Kanne auf dem Herd. Wie ein brodelnder Vulkan. In ihr tobt das dunkle, heiße Etwas, das nun umgefüllt wird in Thermoskannen. Ungefilterter Espresso. Kannenweise. Der toskanische Gaumen kennt keine Kompromisse. Und so beginnt ein toskanischer Tag mit starkem Herzklopfen. Und Kuchen. Süß und sinnlich. Dazu süßer Saft, süße Marmelade, süßes Gebäck. Als wäre man im überzuckerten Traum eines Kindes erwacht. Süßigkeiten zum Frühstück!Und helles Brot ohne das Versprechen, irgend etwas Gutes zu bewirken. Starke Knochen, gesunde Haut oder Darmkontraktionen. Nichts. Einfach nur Brot. Mit irgendwas dazu, das salzig und verwegen schmeckt. Und selbst wenn die Kiwi aus Neuseeland kommt, schmeckt sie hier nach mehr.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2813" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-1024x1024.jpg" alt="" width="497" height="497" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4648-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 497px) 100vw, 497px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Nein, wer die Toskana erleben möchte, muss die Augen schließen und den Mund öffnen</strong></span>. Biss für Biss offenbart sich eine Welt fernab von Nährstofftabellen und Sättigungsbeilagen. Brot und Olivenöl. Gegrilltes Gemüse. Geschmortes Fleisch. Knusprige Pizza. Und über allem schwarzer, aromatischer, wohliger Trüffel. So einfach und doch so darin-baden-wollen. Dazu gibt es dunkle, wohlklingende Weine. Und zum Nachtisch ein paar Cantuccini, die man in Dessertwein erweicht, oder Tiramisu, das am Ende alles erweicht.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2809" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-1024x1024.jpg" alt="Toscana Genuss Rotwein Pizza Essen Eis Kaffee" width="502" height="502" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4626-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
<p>So unvorstellbar es ist, Omas alte Butterkekse in Korn zu dippen, so sonderbar erscheint einem das eigene Essverhalten bis zu diesen Bissen. Warum Remoulade, warum „Nein, danke eine Cola light“, warum Tiefkühlpizza? Und so lädt man den Kofferraum voll mit klimpernden Urlaubserinnerungen, in der Hoffnung irgendetwas – außer ein paar Pfunden mehr – mit zu nehmen nach Haus an den heimischen Esstisch.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2810" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-768x1024.jpg" alt="" width="500" height="667" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-1152x1536.jpg 1152w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-1536x2048.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-830x1107.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-480x640.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4640-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Das wurde es:</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Wut. Unverständnis. Todesangst. Spätestens wenn man auf dem Standstreifen hupend überholt wird, rutscht es einem raus:„Die haben hier wohl alle die Ravioli offen!“</span></strong> Italiens Straßen sind irgendwas zwischen Panik auf der einen und „Attacke!“ auf der anderen Seite. Abstand hält der Italiener höchstens zum Blinker oder dem Bremspedal. Kurven erachtet er als den perfekten Ort zum Beschleunigen im Gegenverkehr und Mittelstreifen weisen ihm den Weg. Vorausschauendes Fahren wird in dieser Apokalypse der Straßenverkehrsordnung als zielgerichtetes Überholen zu jeder Zeit verstanden. Vergeblich sucht man als einziger irgendwas im toten Winkel – sei es eine Polizeistreife, die all diese Missetaten ahndet &#8211; während sich Bandscheiben und Stoßdämpfer in einer Leidensgemeinschaft durch Schlaglöcher, Bodenwellen und Risse aller Art kämpfen. Spätestens wenn die Straße in einem Flussbett endet, sehnt man sich nach großzügigen EU-Geldern, die all die Unebenheiten stopfen und Fahrschulen fördern mögen. Koste es was es wolle.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2815" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-1024x1024.jpg" alt="" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-1536x1536.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-2048x2048.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2021/09/IMG-4659-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Und so betet man dafür, dass all die Kostbarkeiten im Kofferraum das Ziel „StVO“ unbeschadet erreichen mögen und gelobt hernach immer bei Gelb zu bremsen und der Dreißig stets zu huldigen.</p>
<p>Doch alsbald auf dem Brenner verbindet man das eine mit dem anderen und begreift: Wer so ungezügelt genießt hat kein Geld für Straßen. Keine Zeit für Langsamkeit. Keinen Glauben an Regeln und Gesetze.</p>
<p>Oder ist eben einfach völlig überzuckert unterwegs im Straßenverkehr.</p>
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		<title>Ausverkauftes Hallen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2020 22:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bilder sind ähnlich. Die Menschen stehen in Schlangen gekauert vor dem Einlass. Mühsam haben sie ein Ticket ergattert. Jeder Platz ist besetzt. Der Abend ist ausverkauft – und trotzdem leer. Bühne frei! Und der Rest irgendwie auch&#8230; Nachdem wir [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bilder sind ähnlich. Die Menschen stehen in Schlangen gekauert vor dem Einlass. Mühsam haben sie ein Ticket ergattert. Jeder Platz ist besetzt. Der Abend ist ausverkauft – und trotzdem leer. Bühne frei! Und der Rest irgendwie auch&#8230;</p>
<p>Nachdem wir monatelang unsere Tanzbeine und Klatschhände verkümmern ließen (bis auf den einen peinlichen Moment, als man das eine Glas zu viel Wein trank und die Musik zuhause aufdrehte), sehnen wir uns nach – ja, wonach eigentlich? Den Ellbogen eines Fremden in den Rippen zu spüren? Knietief im Biermorast zu stehen? Den Konzertabend an der Garderobe zu „verringen“? Den Punkt auf dem Spielfeld zu suchen, der sich Ball nennt?</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2609" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat.jpg" alt="Empty seat leere Ränge Stadion Besucher" width="500" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat.jpg 750w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat-230x231.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat-350x351.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seat-480x481.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Nach Monaten der digitalen Teilhabe, die schnell in reale Teilnahmslosigkeit überging, sehnt man sich nach echten Erlebnissen.</strong> </span>Nach Eindrücken, die riechen, schmecken, laut sind, eben irgendwie menschengemacht. Mit Gefühl und so. Nicht mit Login und so. Live-Streams, Video-Banalitäten und mein Tagebuch als Podcast sind wie vegane Würste: sie können dir schmecken, wenn du gar nicht erst erwartest, dass sie wie eine richtige Wurst schmecken. Sondern wenn du eher von Raufasertapete ausgehst. Dann sind sie ok.</p>
<p>Und so treibt einen die Seh-, Hör, Fühllust zaghaft zurück in die Konzerträume, Opernhäuser und Sportarenen. Kontrolliert, registriert und irritiert sitzen wir in ausverkauften Hallen und lauschen dem Hallen unseres Klatschens. Dem Hüsteln des Sängers. Dem Keuchen des Spielers. Anstatt nach Bier riecht es nach hundertprozentigem Alkohol. Anstatt Mensch sieht man Sitzmöbelvariationen. Man sitzt regungslos hinter seiner Maske kauernd und wartet darauf, dass man gebeten wird zu gehen. Zu intim wirkt die ansonsten vertraute Kulisse. Zu abgezählt und auserwählt ihre Beiwohner. „Ich muss in die Generalprobe geplatzt sein.“</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2611" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-1024x1024.jpg" alt="Empty seat leere Ränge Konzert Open Air Reeperbahnfestival Besucher" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3-480x480.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Empty-seats-3.jpg 1200w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch dann beginnt das Spiel.</span></strong> Wirklich. Real und doch irgendwie surreal. Und man ertappt sich dabei, wie man auf einmal etwas spürt, was man seinen bewunderten Idolen gegenüber nie empfand: Mitleid. Nicht weil das Publikum klein ist, sondern weil der Raum, in dem es regungslos sitzt, so riesengroß. Und still. Die Größe suggeriert, dass hier viel mehr Menschen sein müssten und dass dem nicht so ist, kann ja nur an dem da auf der Bühne liegen. Man zweifelt automatisch an der Güteklasse der Spieler, Sänger und Darsteller. Nicht am Zustand der Welt. Man wähnt sich im Damensport, in der Kreisliga oder in der Nachwuchsförderung (rein auf die Besucherzahl bezogen!). Man schämt sich heimlich für die gähnende Leere, die einen unangenehm berührt, die einem ins Gesicht schreit „so viel mehr wäre möglich!“ Und gleichzeitig spürt man die Verantwortung, die auf einem lastet. Man muss klatschen und lächeln &#8211; als maximaler Ausdruck von Ekstase &#8211; für alle die, die gerne hier wären. Auch der größte Beifallsboykottierer haut wild in die Pranken, da er den Blick des Künstlers zu spüren glaubt und weiß, dass nur jeder einzelne diesen Ort mit dem füllen kann, wofür er geschaffen wurde: mit Applaus.</p>
<p>Doch was ist ein Konzert, ein Fußballspiel, ein Theaterstück, wenn ihm der eigentliche Resonanzraum, für den es geschaffen wurde, fehlt: das Publikum? Und seine Bewegungen, sein Mitsingen, sein Auspfeifen? Ist man nicht genau wegen dieser emotionalen Atmosphäre hierher gekommen? Wegen dieser Ansteckungsgefahr?</p>
<p>Doch mindestens einer ist ja immerhin da, um uns anzustecken. Spätestens wenn das Ohr diese Stimme wieder singen hört oder das Auge diese Bewegungen sieht, wenn wir die – vielleicht verzweifelte – Leidenschaft der Akteure spüren, dann wacht da in uns etwas auf, was man nicht so genau beschreiben kann. Eine Spannung, die keine Technik vermitteln kann. Eine Energie, die man zuhause auf seiner Couch nicht spürt. Ein Erlebnis, was man sehr lange Zeit nicht hatte. Einen Abend, von dem die da vorne vermutlich ebenfalls sagen werden: besser als nichts, diese Dehnübung für die Sinne, dieser Maskenball ohne Aufforderung zum Tanz, dieser Labortest mit Publikum, dieses ausverkaufte Hallen. Alles besser, als gar kein Echo.</p>
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		<title>Die Heimreise.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 22:02:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Meer tanzt in der untergehenden Sonne. Je tiefer die Sonne sinkt, desto dunkler werden die Blau- und Türkistöne, in denen das Wasser sich bewegt. Wellen brechen am weißen Strand. Wie geräuschvolle, rhythmische Musik rauschen sie im Ohr. Fische schwingen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Meer tanzt in der untergehenden Sonne. Je tiefer die Sonne sinkt, desto dunkler werden die Blau- und Türkistöne, in denen das Wasser sich bewegt. Wellen brechen am weißen Strand. Wie geräuschvolle, rhythmische Musik rauschen sie im Ohr. Fische schwingen elegant durch die klare Gischt. In der Ferne ziehen dunkle, nasse Wolken über das Meer. Im Sommerregen über den Gezeiten erstrahlt ein Regenbogen durch die kühlen Farben. Während die Sonne langsam im Horizont ertrinkt und mit ihr die Wärme des Tages langsam schwindet.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Was für ein Kitsch!</strong></span> Kitsch, den man in karibischen Katalogzielen vermutet. Doch bietet sich diese Kulisse keine einzige Flugstunde von der eigenen Haustür entfernt. Was sich hier auf Rügen offenbarte, verzaubert allabendlich eben nicht nur Bali, sondern auch Usedom, Sylt oder den Bodensee. Die Sonne geht überall unter. Natürlich gehört etwas Glück dazu, genau diese Stimmung anzutreffen und nicht im Novembernebel Probleme damit zu haben, oben und unten überhaupt zu unterscheiden. Aber Glück oder eine Reiserücktrittsversicherung wird man in baldiger Zukunft bzw. unserer Gegenwart voll allerlei Waldbrände, Hurricanes und Überschwemmungen ohnehin häufiger haben müssen. Egal, wo auf dieser derangierten Welt.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2599" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-768x1024.jpg" alt="Heimreise Deutschland Deutschlandtour Urlaub daheim Strand Sankt Peter Ording Sommer Natur" width="500" height="666" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-1152x1536.jpg 1152w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-1536x2048.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-830x1107.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-480x640.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-2-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Es ist möglich &#8211; merkt der Fernreisende kleinlaut im Stubenarrest. Gestrandet daheim erkundet er sein eigenes Land, das er, wie er schnell merkt, schlechter kennt als Manhattan oder Madrid. Ein Land, das ihn mehr überrascht als mancher touristischer Trampelpfad, von dem er träumte, bis er auf ihm lief. Er gleitet mit dem Kajak über einsame Seen in der Uckermark. Wandert durch die Wälder des Elbsandsteingebirge. Spaziert durch malerische Städtchen Frankens. Nascht Trauben in den Weinbergen der Pfalz (und spuckt sie wieder aus). Schweift ab beim Blick auf die sich windende Saarschleife. Fährt mit dem Rad durch die Dünen ostfriesischer Inseln. Dabei stand sie nie auf seinem Reiseplan: die deutsche Provinz. Was vorher unter staubiger Spießigkeit begraben war, ist auf einmal Ziel einer Reise &#8211; ohne Ziel und Plan.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2600" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-768x1024.jpg" alt="Heimreise Deutschland Deutschlandtour Urlaub daheim Heide Sommer Natur" width="500" height="667" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-1152x1536.jpg 1152w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-1536x2048.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-830x1107.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-480x640.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-3-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Stets wird er auf seiner Reise begleitet von den sich wandelnden Dialekten seiner eigenen Muttersprache und den Eigenheiten ihrer Sprecher.</span> </strong>Er begegnet dem Brandenburger Bootsverleiher, der korrekt verwendete Artikel so sinnvoll findet wie der Rheinländer „ditt mit die Schweigen“. Die frische Kühle der Nordsee und ihrer rauen Bewacher weicht der bayrischen Großherzigkeit, die Gläser mit Oberflächenspannung füllt und geduldig erklärt, wenn der Gast „Gerupfter“ für den Schwiegervater hält. Und so ertappt sich der Fernreisende dabei, wie er Speisekarten googelt, weil er Angst hat, Innereien zu bestellen, als sei er in Polen oder Mexico. Wie er mürrisch beäugt wird von den Einheimischen. Wie er anstatt zu schnorcheln in der Provinz ein wenig untertaucht.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2603" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-768x1024.jpg" alt="Heimreise Deutschland Deutschlandtour Urlaub daheim Strand Ostsee Sommer Natur Franken Weinberg Main " width="500" height="667" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-1152x1536.jpg 1152w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-1536x2048.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-830x1107.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-480x640.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-6-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Durch Deutschland reisen wollte der Fernreisende doch erst, wenn er mindestens ein künstliches Gelenk und keinen Abenteuerdrang mehr besitzt. Und nun? Es fehlt der Reise das „teuer“, aber fehlt ihm damit nicht auch das „Abenteuer“? Vielleicht ein wenig. Vielleicht muss man sich auch einfach nur etwas mehr anstrengen, um es zu finden, das Abenteuerliche, das Ungewohnte, das Verkommene, das Fremde im eigenen Zuhause.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2604" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-1024x768.jpg" alt="Heimreise Deutschland Deutschlandtour Urlaub daheim Sommer Saar Saarschleife Fluss" width="667" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-1024x768.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-300x225.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-768x576.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-1536x1152.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-2048x1536.jpg 2048w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-830x623.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-230x173.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-350x263.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-7-480x360.jpg 480w" sizes="(max-width: 667px) 100vw, 667px" /></p>
<p>Aber eines vermisst man auf einer Reise durch die eigene Heimat gewiss nicht: sehr viel unnötiges VISA-Währungs-Darmkrankheiten-Datenroaming-Rolexverkäufer-“Gerupftes“. Diese Dinge, die einem Energie und Elektrolyte rauben, sie reisen diesmal nicht mit. Gewiss, ein wahrer Deutscher findet sie überall, diese Kleinigkeiten, über die er sich aufregt, als wolle man ihn irgendwo warten lassen oder gar das Schwarzbrot beim Frühstück vorenthalten. Und so begleitet den Fernreisenden, wie bei jeder Fernreise eben auch, dieses leise, liebliche Gemotze der deutschen Mitreisenden. Die diesmal eben nicht mitreisen, sondern an dem Ort sind, von dem sie immer sagten, dass es doch eh viel schöner ist als in der Ferne: zuhause.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2602" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-768x1024.jpg" alt="Heimreise Deutschland Deutschlandtour Urlaub daheim Sommer Natur See Uckermark" width="501" height="668" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-1152x1536.jpg 1152w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-1536x2048.jpg 1536w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-830x1107.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-480x640.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/09/Heimreise-5-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
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		<title>Es war einmal.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2020 22:00:47 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein uneheliches Kind kommt zur Welt. Manche halten den Jungen für Gottes Sohn. Andere glauben ihm nicht. Das ist bis heute so. Diese Geschichte kann man so erzählen. Oder sie über 27 Bücher und zahlreiche Erzählungen hinweg mit Details ausschmücken. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein uneheliches Kind kommt zur Welt. Manche halten den Jungen für Gottes Sohn. Andere glauben ihm nicht. Das ist bis heute so.</p>
<p>Diese Geschichte kann man so erzählen. Oder sie über 27 Bücher und zahlreiche Erzählungen hinweg mit Details ausschmücken. Sie anhand von Anekdoten und Erlebnissen beschreiben. Personen benennen, deren Lebensinhalt darin besteht, über die Narration zu wachen. Ehrentag ausrufen, um sich diese Geschichte immer wieder gegenseitig zu erzählen. Die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu Christi.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2546" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-1024x959.jpg" alt="Geschichten Erzähler Bibel Buch" width="502" height="470" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-1024x959.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-300x281.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-768x719.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-830x777.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-230x215.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-350x328.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2-480x450.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/08/Geschichten-2.jpg 1480w" sizes="(max-width: 502px) 100vw, 502px" /></p>
<p>So oder so ähnlich vermögen es manche Menschen, ihren Urlaubsbericht, nächtlichen Traum oder Einkaufszettel ausschmückend vorzutragen. Sie nehmen den Zuhörer mit auf eine Reise. Eine Reise, die manchmal länger, farbenfroher und verwegener als das „echte“ Erlebnis erscheint. Die fantasievoller ist als jeder Traum. Die sinnlicher ist als jeder Obststand. Sie durchreisen ihre Reisen mehrfach. In ihren Erzählungen. In den Erinnerungen, die sie teilen. Und damit am Leben erhalten. Sie machen aus einer Mücke keinen Elefanten, aber mindestens einen grauen Schwarm, der sie mit dem Leben bedrohte. Sie kennen keine Ein-Wort-Sätze. Sie müssen keine Abenteuer erleben, um abenteuerlich zu erzählen. Sie berichten mit allen Sinnen, nicht mit Fakten. Sie sind Geschichtenerzähler. Und damit Meister einer Kunst.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Sie haben keine Zeit sich kurzzufassen, diese Erzähler des Lebens. </strong></span></p>
<p>Und doch sind sie nichts ohne ihre Zuhörer. Ohne ihre ganz persönliche Bühne, die sie in einem Wartezimmer, auf einem Bahnsteig oder in einem Telefonanruf aufbauen können. Sie sind verloren ohne ihr privates Publikum, das die meisten Fragen im Leben vielleicht mit „Gut, danke. Und selbst?“ beantwortet. Dem zu viele Details anmaßend, zu wenig Präzision ausschweifend erscheint. Zuhörer, die niemandem mit banalen Geschichten die Zeit stehlen möchten. Und wen es tatsächlich interessiert, was man im Urlaub gegessen hat, der kann ja nachfragen. Scholle. Gut, danke. Und selbst? Wer präzise fragt, kriegt präzise Antworten. Doch erzählen Antworten eine Geschichte? Zur Geschichte wird die Scholle erst, wenn man den Fluss, in dem sie lebte, den Fischer, der sie fing, den Koch, der sie zubereitete und den Genuss, den sie bereitet, hinzufügt. Wenn man der toten Begegnung Leben einhaucht. Durch den Atmen eines Erzählers. Wir schreiben alle unsere Geschichten, doch erzählen können sie/wir nur manche.</p>
<p>Und so gliedern wir uns ein bisschen auf mit jeder unserer Geschichten &#8211; in diejenigen, die sie beschreiben und diejenigen, die den Beschreibungen zuhören. In diejenigen, die Geschichten erzählen. Und diejenigen, die Fakten austauschen. In diejenigen, die auf dem Punkt leben, auf den die anderen nie kommen werden. So war es einmal. Und so wird es immer sein.</p>
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		<title>Radio Ga Ga.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2020 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Leben fühlt sich manchmal an wie eine recht langatmige Unterhaltungssendung. Wir reihen Unterhaltungsprogramm an Unterhaltungsprogramm und unterbrechen das Unterhaltungsprogramm lediglich für den Gelderwerb zur Finanzierung des Unterhaltungsprogramms. Je mehr Geld wir erwerben (und je weniger Zeit wir dadurch haben), [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben fühlt sich manchmal an wie eine recht langatmige Unterhaltungssendung. Wir reihen Unterhaltungsprogramm an Unterhaltungsprogramm und unterbrechen das Unterhaltungsprogramm lediglich für den Gelderwerb zur Finanzierung des Unterhaltungsprogramms. Je mehr Geld wir erwerben (und je weniger Zeit wir dadurch haben), desto mehr Unterhaltung bieten wir uns selber an in der verbleibenden, dahin rinnenden Zeit. Ob Sudoku, Plastiktütensammeln oder Fallschirmsprung – kaum eine Sache ist uns zu absonderlich, kaum ein Aufwand zu groß, um unseren anspruchsvollen Geist zu unterhalten. Einfach nur Sitzen und Transpirieren, bis der Tod uns ereilt, kommt nicht in Frage. Zu Tode gelangweilt scheint die schlimmste Form des Siechtums zu sein. Nein, die Sinne wollen befummelt und berührt werden.</p>
<p>Über die Ausmaße, die diese Stimulationssuche annehmen kann, wurde an dieser Stelle bereits ausufernd referiert. Bis zur scheppernden Stirnrunzelation berichtet der Schellenaffe seit nun mehr drei Jahren über Urlaubsabenteuer (<a href="http://schellenaffe.de/2019/01/07/fifty-shades-of-dying/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fifty shades of dying.) </a> Konzerterlebnisse (<a href="http://schellenaffe.de/2020/02/10/zwischen-wahn-und-wirklichkeit-ein-abend-mit-bolzen-hoexter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zwischen Wahn und Wirklichkeit – ein Abend mit Bolzen Höxter.</a> ) und Kunstobjekte (<a href="http://schellenaffe.de/2018/02/19/avantgarde-und-altkleider-ein-ausflug-in-die-kunstszene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Avantgarde und Altkleider – ein Ausflug in die Kunstszene.</a>). Über Schlammschlachten (<a href="http://schellenaffe.de/2019/09/09/wat-mud-dat-mudder/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wat mud, dat mudder.</a> ) und Sammlerfreuden (<a href="http://schellenaffe.de/2019/09/02/safetycards-first/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Safety cards first.</a> ). Unterhaltung scheint der Unterhalt des Schellenaffen zu sein. Doch blieb bisher eine der beliebtesten Formen der Unterhaltung unkommentiert. Der Schellenaffe scheint beinahe sprachlos angesichts der allgegenwärtigen Dauerunterhaltung, um die es heute nun endlich gehen soll. Fans nennen es den Soundtrack des Lebens. Kenner erinnert es vielmehr an dieses leicht nervige Piep-Piep-Piep-Geräusch beim Rückwärtseinparken. Die Rede ist vom Radio. Von den Bestien der Achtziger, Neunziger und von heute. Die Dekade dazwischen ignorieren wir einfach mal, da passierte eh nichts außer Angela Merkel. Und die ist ja heute noch da. Also ist eigentlich wirklich nichts passiert. Außer sehr viel Stau. Und Seitenbacher Müsli.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Subtile Werbebotschaften eines fränkischen Müslimanens werden unterbrochen von Liedern, die jeder kennt und niemand mag.</strong> </span>So wie eben Seitenbacher. Oder wer würde schon sagen, dass Modern Talking irgendwas mit Liebhaben zu tun hat? Ums Liebhaben geht es dafür viel bei Max Forster, nein Mark Giesinger, naja bei dem mit der Stimme, Sprechweise und Satzbauweise eines Fünfjährigen. Heeey. Liebe. Glück. Zusammen. Bubumachen. Und zehn Kilometer Stau auf der A3. Du schaffst alles. Wenn du nur willst. Auch eine Tasse zu gewinnen. Bei diesem tollen Gewinnspiel, bei dem immer nur hysterische Hausfrauen durchgestellt werden, die vor Freude ihre Kaffeetasse fallen lassen. Weil nur hysterische Hausfrauen bei Radiogewinnspielen mitmachen.</p>
<p>Wie Scherben im Ohr hört es sich dann an, wenn der von Müsli aufgeputschte, glücksbärchenartige Radio-Bot die Lieder anspielt, die in der nächsten halben Stunde gespielt werden. Die Tonfetzen werden feinsäuberlich durch den Jingle des Radiosenders unterbrochen und durch einen zwanzig minütigen Werbeblock abgerundet. Oder durch die mantrahaft aufgesagte Lobpreisung man sei der einzige werbefreie Sender. So oder so kriegt man die halbe Stunde bis zu den nächsten Nachrichten auch rum. Wieso die „Voll. Vollsperrung. Gemeinsam mit dir. In der 1A Vollsperrung. Und dann ab ans Meer. Ein bisschen stockender Verkehr. Oh yeah.“ &#8211; Meldungen und das bisschen Musikprogramm noch nicht endgültig eins geworden sind, bleibt ein Rätsel. Es wäre ein ohrensichtlicher Megashit.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Doch bei aller Kritik sollte man dem Radio dankbar sein.</strong> </span>Dankbar dafür, dass alle anderen Formen der Unterhaltung nicht dem gleichen Muster folgen. Man sollte dankbar dafür sein, dass das Orchester nicht erst zwei willkürliche Takte spielt und dann die Bühne wieder verlässt und irgendwann in der nächsten Stunde wieder auf die Bühne kommt, um die restlichen Takte bis auf das Ende zu spielen. Man sollte dankbar dafür sein, dass sich in unserem Urlaubsschmöker nicht alle 20 Seiten der exakt gleiche Text wiederholt. Und dass sich genau dieser Text auch in jedem anderen Buch in diesem Moment befindet, dass wir hastig aufschlagen. Man sollte dankbar dafür sein, dass Menschen uns morgens in der U-Bahn nicht mit „WAS FÜR EIN TOLLER TAG HEUTE! DAMIT DU GUT ZUR ARBEIT KOMMST, SPIELE ICH EINEN ECHTEN GUTE LAUNE HIT &#8211; NUR FÜR DICH!!!“ begrüßen, während man „whenever, wherever“ die Notbremse sucht, um vor Shakira zu fliehen. Man sollte dankbar sein dafür, dass man der Kinofilm nicht durch den Hinweis auf Verkehrsprobleme in einem anderen Bundesland regelmäßig unterbrochen wird. Man sollte dankbar dafür sein, dass bei einer Wanderung der Freund nicht immer abgehackter und undeutlicher spricht, um dann ganz plötzlich zu verschwinden. Und nie wiederzukehren. Man sollte dankbar sein, dass Seitenbacher keine Fernsehwerbung&#8230;verdammt. Die Welt ist ein trostloser Ort. Zumindest, wenn man zu langem seinem Soundtrack lauscht. Denn der geht verdammt noch mal ins Ohr. Und bleibt im Kopf.</p>
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		<title>Samtweich &#8211; eine Ode an das Popapier.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2020 23:00:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dunkel war`s, kein Mensch an fremder Stelle. Passanten getrieben von panischer Schnelle. Unsichtbar die Gefahr, die niemals vorher war. Fremd ist das Vertraute, haltlos, die Welt, die man sich erbaute.   Flucht vor dem Gefühl, kratzig und rau. Dem Zustand, [&#8230;]</p>
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				<p>Dunkel war`s, kein Mensch an fremder Stelle.</p><p>Passanten getrieben von panischer Schnelle.</p><p>Unsichtbar die Gefahr,</p><p>die niemals vorher war.</p><p>Fremd ist das Vertraute,</p><p>haltlos, die Welt, die man sich erbaute.</p><p> </p><p>Flucht vor dem Gefühl, kratzig und rau.</p><p>Dem Zustand, hässlich und grau.</p><p>Treibt uns an deine Pforten,</p><p>den Eingang zu stilleren Orten.</p><p>Samtweich</p><p>jenes Reich.</p><p>Zuflucht vor der Welt, aus der man floh.</p><p>Du bist Balsam für den Po.</p><p> </p><p>Von Ballast befreiter.</p><p>Glückseliges Loslassen.</p><p>Stiller Begleiter,</p><p>nach dem wir fassen.</p><p>Du bist der unschuldige Halt,</p><p>stiller Ort.</p><p>Nur der Darmwind schalt.</p><p>Sprich kein Wort.</p><p> </p><p>In Einsamkeit eingewattet.</p><p>Kein Fremder oder Freund sei je gestattet.</p><p>Welch Genuss, du Isolation.</p><p>Nach machtvollem Bemühen der gerechte Lohn.</p><p>Erfolgreiches Geschäftemachen</p><p>ohne verseuchte Rachen.</p><p>Oh du Wertpapier,</p><p>bleibe zart, bei mir.</p><p> </p><p>Blatt um Blatt,</p><p>möge es sich nie wenden.</p><p>Es gibt niemanden an deiner Statt,</p><p>kostbares Gut, in unseren Händen.</p><p>Hegen vielschichtiger Reserven.</p><p>Möchten wir dich nicht missen.</p><p>Niemals zu viel fortwerfen.</p><p>Ansonsten geht es uns beschissen.</p><p> </p><p>Beschwerlich ist das Verdauen,</p><p>dröhnend das ferne Grollen.</p><p>Das erdrückende Grauen</p><p>droht uns zu überrollen.</p><p>Doch welche Rolle spielst du?</p><p>Ewiger Pol der Ruh,</p><p>Sei nie ausverkauft, du Klopapier,</p><p>du unser aller intimer Kavalier.</p><p> </p><p>Bei dir sind alle gleich.</p><p>Ob braun oder weiß, ob König oder Knecht,</p><p>du umwickelst uns samtweich.</p><p>Oh Popapier, du bist universell gerecht.</p><p>Wir flüchten vor der Welt so harsch</p><p>Innerlich durchspült und aufgemischt.</p><p>Doch ohne dich sind wir am Arsch.</p><p>Ausgewischt.</p>					</div>
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		<title>Zwischen Wahn und Wirklichkeit – ein Abend mit Bolzen Höxter.</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Feb 2020 23:00:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dinge, die die Welt nicht braucht, gibt es viele. Landtagswahlen. Sabine. Corona. Und so versucht man sein Leben mit Dingen zu füllen, die man für erbaulich und sinnvoll hält. Damit man irgend so etwas wie kuschelige Erfüllung spürt und nicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dinge, die die Welt nicht braucht, gibt es viele. Landtagswahlen. Sabine. Corona. Und so versucht man sein Leben mit Dingen zu füllen, die man für erbaulich und sinnvoll hält. Damit man irgend so etwas wie kuschelige Erfüllung spürt und nicht im geistigen Leerstand vegetiert. Anstatt also einen der unzähligen Tatorte und die eigenen Füße auf dem heimatlichen Polstermöbel zu betrachten, begibt man sich hinaus in die stürmische Welt. Man lässt sich vom Wind treiben und wird in eine schummrige Bar geweht. Wie „Treibeis“.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2362" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-641x1024.jpg" alt="Bolzen Höxter du bist nicht zu laut Band Hamburg Schallplatte Wahnsinn" width="500" height="799" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-641x1024.jpg 641w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-188x300.jpg 188w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-768x1227.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-830x1326.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-230x367.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-350x559.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1-480x767.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-1.jpg 844w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Voll, verraucht, leicht siffig &#8211; beschreibt das menschliche und nichthumane Interieur.</strong> </span>Dies ist der Stoff, aus dem Plakate für Suchtpräventionskampagnen gemacht sind. Doch scheint man ausgerechnet an einem Samstagabend an der Repräsentationsfähigkeit des Etablissements arbeiten zu wollen und hat begonnen zu renovieren. Zumindest ist die Hälfte der farbeimergroßen Trankstelle mit Abdeckfolie für Malerarbeiten verhüllt. Mitten hinein in diese knisternde Stimmung tritt irgendwann ein Mann mit Maleranzug. Sein Kopf ziert ein Hut, wie ihn spanische Toreros beim Stierkampf tragen. Doch mit den Worten „fünf Bier für die Band“ läutet er den Bierkampf und das musikalischen Gemetzel ein. Feierlich verfängt er sich in der Malerfolie und enthüllt dabei seinen Hang zur Selbstperfektion &#8211; und die Band des Abends, deren Hauptklängemacher er ist. Sänger ist er nicht. Er ist eher irgendwas zwischen Helge Schneider, Lady Gaga und dem Klabautermann. Und so beginnt die Band zu spielen. Mit normalen Instrumenten, absonderlichen Maleranzügen und Kopfbedeckungen. Hüte mit aufgeklebten Federbällen und Antennen wackeln im Takt der Triangel- und Gitarrenklänge. Zur Lockerung der Stimmung verteilt die mit Mundschutz ausgestattete Band Corona. Und man beginnt als Betrachter zu begreifen: dies wird kein normaler Abend.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2360" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-1024x1024.jpg" alt="Bolzen Höxter du bist nicht zu laut Band Hamburg Schallplatte Wahnsinn" width="499" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-1-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Beinahe nebensächlich nimmt man die triebwerkstarke Musik wahr.</span> </strong>Rockig und irgendwie gut ist sie – wenn doch nur niemand singen würde. Die präzise gespielte Triangel ist ebenso wie die Texte kaum hörbar. Der Gesang erinnert ohnehin an Bahndurchsagen. Kunst nur für echte Kenner. Und doch sind die Ansagen eingängig. Irgendjemand will nach Namibia. Und irgendwas mit Bettina. „Fleischsalat und Magerquark“ brennen sich in das Gehirn. Man möchte jemandem ins Gesicht brüllen „Ich lieb dich doch und wir fahren nach Italien“. Reime und Harmonien sind nun wirklich fortschrittsfeindlich. Tütchen mit Fruchtgummi werden als Energielieferanten im paralysierten Publikum verteilt, das ungläubig am Bier nippt und irgendwie berührt mit dem Kopf wippt.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2361" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-1024x1024.jpg" alt="Bolzen Höxter du bist nicht zu laut Band Hamburg Schallplatte Wahnsinn" width="499" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-2-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<p>Das große Finale bahnt sich an. Man pellt sich aus den Maleranzügen. Eine pinke, hautenge Pracht kommt zum Vorschein. Man denkt an erneut an Fleischsalat. Vermutlich ist der Mann mit der zerfetzten, pinken Strumpfhose eigentlich Anlageberater bei der Sparkasse. Irgendwie auch nur irgendetwas zwischen Wahn und Wirklichkeit.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Und so setzt mit dem letzten Spritzer Klangfarbe das Getöse ein.</span> </strong>Jubel und Applaus, über diesen Mut zum klangvollen Selbstabriss. Zum realen Wahn, in einer ansonsten vorhersehbaren, kuschelweichen Wirklichkeit. Da die Bar zugleich die Bühne ist, gibt es kein verqualmtes Hinterzimmer für die Stars des Abends. Und so taucht die Band in der Menge unter. Sofern man mit einer Antenne auf dem Kopf wirklich unauffällig untertauchen kann. Man folgt der Antenne durch die Menge und erwirbt eine Schallplatte, um mit dem erlebten Irrsinn irgendwie etwas Gegenständliches verbinden zu können . Auf die Frage hin, woher der illustre Name der Kombo stamme, ob es etwas mit der eignen Herkunft, romantischen Kindheitserinnerungen oder tiefgründigen Botschaften zu tun habe, entgegnet man: „Wir wollten was mit ö und x.“ Aha. Da bei Gründung der Gemeinschaft so etwas wie der Austritt Österreichs aus der EU noch undenkbar war, nannten sie sich folglich nicht Öxit, sondern Höxter. Dazu fällt einem nöx mehr ein. Gar nöx. Außer zu warten <a href="https://open.spotify.com/track/05jvLgpRjg1NgWbXazPW5K?si=xha7CLS_R9GkUT8ADpdVww" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„auf die Dinge, die die Welt nicht braucht.“</a> Wie zum Beispiel eine Schallplatte, wenn man keinen Plattenspieler besitzt. Der nächste Hit von Bolzen Höxter scheint jedenfalls schon geschrieben: „Folgekosten“ oder „Wie viel habe ich gestern getrunken?“</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2363" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-782x1024.jpg" alt="Bolzen Höxter du bist nicht zu laut Band Hamburg Schallplatte Wahnsinn" width="501" height="656" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-782x1024.jpg 782w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-229x300.jpg 229w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-768x1006.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-830x1087.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-230x301.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-350x459.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2020/02/Bolzen-Höxter-3-480x629.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
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		<title>Marrakesch – 1001 lacht.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Nov 2019 23:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sind wir mal ehrlich: die Welt ist doch eigentlich komplett durchstarbucksisiert und sauber auf Instagram katalogisiert. Wirklich andersartige Flecken findet nicht mal mehr der Jäger des verlorenen Schatzes Indiana Jones. Selbst vermeintlich „exotische“ Reiseziele, bei denen man immerhin noch Gefahr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sind wir mal ehrlich: die Welt ist doch eigentlich komplett <em>durchstarbucksisiert</em> und sauber auf Instagram katalogisiert. Wirklich andersartige Flecken findet nicht mal mehr der Jäger des verlorenen Schatzes Indiana Jones. Selbst vermeintlich „exotische“ Reiseziele, bei denen man immerhin noch Gefahr läuft, sich Magenprobleme einzufangen, warten mit kostenlosem W-LAN und „Bitte bewerten Sie uns (und nicht ihren Durchfall) auf Tripadvisor“ auf. Man reist in einer austauschbaren Armada an Backpackern und Bettwanzen, die die gleichen auswendig gelernten englischen Sätzen aufsagt und das ewige <em>Intercontinental Selfiefast</em> bestellt.</p>
<p><span style="color: #ffc000;"><strong>Was kann da eine Stadt wie Marrakesh schon bieten, was man in jedem anderen Teil dieser Welt noch nicht gesehen, gegessen oder gerochen hat?</strong> </span>Außer einem staubigen Frauenbild, fotofreundlicher Folklore und fieser Menschen, die einen über den Tisch ziehen oder direkt gegen ein Kamel eintauschen wollen?</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2224" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-632x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="500" height="810" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-632x1024.jpg 632w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-185x300.jpg 185w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-768x1245.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-830x1346.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-230x373.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-350x567.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14-480x778.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-14.jpg 900w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Und so taucht man an ein &#8211; geblendet von den eigenen Vorurteilen – in eine andere Welt, eine Welt des warmen Lichts, des klaren Himmels und der warmen Erdtöne. Bunt ist das Braun. Beige wirkt der eigene Geist. Man fährt durch ein knatterndes, lärmendes Chaos, das sich Verkehr nennt – ein in eine Stadt wie aus einer anderen Zeit. Eine Stadt zwischen den Zeiten. Eine Stadt zwischen den Welten. Eine Stadt zwischen damals und heute.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2216" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-768x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="498" height="664" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-768x1024.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-830x1107.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-06-480x640.jpg 480w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Im Inneren der Stadtmauern wartet ein einzigartiges Netz aus Gassen und Sträßchen auf verwirrte Besucher, die sich krampfhaft mit Google-Maps und Stadtplänen auf Spur halten und von einem Punkt zum nächsten gelangen wollen.</span> </strong>Doch Pläne sind hier so hilfreich wie ein Räucherstäbchen auf hoher See. Man begreift schnell: nur, wenn man sich treiben lässt, aufsaugen lässt von den <em>Suqs</em>, von der Geschäftigkeit, von den Gerüchen, von den Farben, von dem für Fremde unverständlichen Chaos, nur dann erschließt sich einem diese Welt. Nur dann wird Marrakesch eine Stadt, die einen Besucher reinlässt &#8211; wenn er sich einlässt.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2218" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-1024x730.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="500" height="356" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-1024x730.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-300x214.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-768x548.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-830x592.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-230x164.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-350x250.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08-480x342.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-08.jpg 1262w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Anstatt sich über aufdringliche Verkäufer aufzuregen, entdeckt man die Freude am Feilschen und die schwäbische Hausfrau in sich. Anstatt sich über miefende Motorräder in lenkerbreiten Gassen zu ärgern, staunt man über das funktionierende Gewusel aus Esel- und Pferdestärken. Anstatt über die stickige Hitze zu stöhnen, lacht man über Einheimische, die selbst mit Daunenjacke und Socken zu frieren scheinen. Anstatt hinter jedem Minarett einen terroristischen Wecker zu vermuten, fragt man sich, wann man das letzte Mal Kirchengeläut erlebt hat (das auch Besucher angelockt hat). Anstatt sich von alberner Folklore nerven zu lassen, klappert man eben mit eigenartigen Eisenschellen zu dem, was man als Takt der Musik vermutet. Woanders nennt sich das schließlich Waldorfschule.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2217" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-576x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="500" height="889" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-576x1024.jpg 576w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-169x300.jpg 169w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-768x1365.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-830x1476.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-230x409.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-350x622.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07-480x853.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-07.jpg 900w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Und ehe man sich versieht, fühlt man sich doch noch ein bisschen so wie ein Entdecker in einer anderen Welt. Nur die Selfiestickverkäufer und Gespräche über Bundesligaspielstände sind kleine Risse in dem selbstgemalten Bild des internetlosen Abenteurers und Entdeckers geheimer Gassen. Man trinkt warmen Flüssigzucker mit Minze (oder Minztee), bestellt mit Händen und Füßen etwas am Marktstand, in der Hoffnung, dass es keine Hände und Füße enthält und macht sich über duftende <em>Tajins</em> her, deren Tonhauben feierlich, wie ein Brautschleier, gelüftet werden. Man beginnt Marrakesch und dieses Land zu mögen &#8211; mit allen Sinnen.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2212" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-1022x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="498" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-1022x1024.jpg 1022w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-768x770.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-830x832.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-230x231.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-350x351.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02-480x481.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-02.jpg 2043w" sizes="(max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Nicht weit entfernt von den Stadtmauern wartet wiederum schon das Atlas-Gebirge auf den geweckten Entdeckergeist.</span> </strong>Mit jedem Kilometer, den man sich von der flirrenden Stadt entfernt, taucht man tiefer ein in karge Gebirgslandschaften und einfaches Bergleben. Die eigenen Vorurteile schauen auf die einfachen Steinbehausungen und die harte Feldarbeit. Man verspürt Mitleid und Argwohn für dieses „schau mal, wie die leben“. Und dann lernt man „die“ kennen, wird in ihr Haus eingeladen, trinkt ihren Tee, probiert ihre Kleidung an (warum, weiß man nicht), lernt ihr Leben kennen, redet über Shakira, Maultiere und darüber, dass der Winter und der Regen immer länger auf sich warten lassen, kauft einen Teppich mitten im Wald (gerne mit Kreditkarte), spielt dem eignen Fahrer bayrische Blasmusik vor – und begreift höhenmeterweise: irgendwo auf dieser Welt, denkt jemand „schau mal, wie die leben“ über das eigene Leben. Kulturen, Sprachen, Religionen können anders sein, doch die Menschen, die diese am Leben erhalten, sind am Ende überall doch verdammt gleich.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2222" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-1024x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-768x769.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-830x831.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12-480x480.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-12.jpg 1139w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2220" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-1024x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-10-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Menschen können unterschiedliche Sprachen sprechen und sich am Ende doch mit einem universell verstandenen aufrichtigen Lachen verständigen. Ein Lachen &#8211; wie ein Kamel &#8211; über Volksmusik, Omas alte Tischdecke auf dem Kopf dieser fremden, westlichen Frau oder Ziegen, die in Bäume gestellt werden, um Touristen ein paar Münzen aus der Tasche zu locken.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2223" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-767x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="500" height="668" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-767x1024.jpg 767w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-225x300.jpg 225w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-768x1025.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-830x1108.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-230x307.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-350x467.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13-480x641.jpg 480w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-13.jpg 1156w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Und so reist man heim mit einem Koffer schwer gefüllt mit Eindrücken, Erinnerungen und Erlebnissen. Mit Teppichen und anderer Beute, die einen mit dem Gedanken liebäugeln lassen, in der Heimat überteuerte Verhandlungstrainings anzubieten. Mit einem Koffer, der aber vor allen Dingen erleichtert ist um staubige Vorurteile und den Zweifel, in dieser Welt nichts mehr entdecken zu können. Denn erst am Ende einer besonderen Reise entdeckt man ihn erst wieder, den <em>Starbucks</em> am Flughafen.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2213" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-1024x1024.jpg" alt="Marrakesh Marokko Atlasgebirge Suqs" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/11/Marrakesh-03-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
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		<title>Einen an der Klatsche.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schellenaffe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Sep 2019 22:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man stelle sich vor, jemand erzählt eine humoristische Anekdote. Etwas Witziges, wie die Meldung, dass Boris Johnson Busmodelle aus alten Weinkisten baut. Womit auch endlich aufgeklärt ist, was die Grundlage für die Geschehnisse auf und in Johnsons Kopf ist: Holzwolle, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man stelle sich vor, jemand erzählt eine humoristische Anekdote. Etwas Witziges, wie die Meldung, dass Boris Johnson Busmodelle aus alten Weinkisten baut. Womit auch endlich aufgeklärt ist, was die Grundlage für die Geschehnisse auf und in Johnsons Kopf ist: Holzwolle, das Füllmaterial aus Weinkisten.</p>
<p>Und dann stelle man sich vor, dass die herzhaften Lacher und Schenkelklopfer, die dieser Erzählung folgen, zeitversetzt, sagen wir, wenn alsdann über Nierensteine oder das erneute Waldsterben gesprochen wird, hörbar sind. Das exakt gleiche Lachen wird beliebig wiederholt, an passendenden und unpassenden Stellen.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Das nennt man dann Fernsehen. Genauer: die Aufzeichnung einer humoristischen Fernsehsendung.</span></strong></p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2150" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-1024x1024.jpg" alt="Fernsehen NDR extra3 Irrsinn der Woche Fernsehstudio" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-7-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Das Fernsehen sieht von außen aus wie eine Mischung aus Verwaltungsgebäuden und, nein, es sieht einfach nur aus wie ein Verwaltungsgebäude. Der Pförtner lässt noch schnell diese eine, die man aus dem Fernsehen kennt, mit ihrem SUV an den Besuchern vorbeibrausen und weist dann den Weg zum Empfangsbereich des Fernsehens. Dort wartet ein Glas Sekt zur Lockerung der germanisch steifen Klatschmuskeln. Und ein paar Gummibärchen als kosteneffiziente Energiezufuhr. So eine Aufnahme kann schließlich sehr lange dauern. Die Aufnahme der Zuckerware geht hingegen recht schnell. Büfett-Fräsen gibt es eben überall.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2144" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-1024x1024.jpg" alt="Fernsehen NDR extra3 Irrsinn der Woche Fernsehstudio" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-1-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Nachdem man an der Garderobe mit der Jacke die Rechte an allen Bildern zwischen der eigenen heiligen Erstkommunion und etwas weniger weihevollen Hüftoperation abgetreten hat, betritt man das Fernsehen von innen. Man schreitet durch Flure, die in ihrer Ruhe und Geschäftigkeit an Krankenhausgänge erinnern. Und schließlich betritt man das Herzstück des Fernsehens: das Studio.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2145" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-1024x1024.jpg" alt="Fernsehen NDR extra3 Irrsinn der Woche Fernsehstudio" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-2-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Das Fernsehen sieht von innen aus wie der Maschinenraum des Traumschiffs.</span> </strong>In dem halt jemand herumsteht und den Turbinen Witze erzählt. Man begegnet jedoch zunächst einem Platzanweiser, der einmal nicht nur dazu da ist, Menschen, für die die Unterscheidung zwischen Rang und Reihe mitunter herausfordernd ist, den Weg zu weisen. Der Platzanweiser ist Diskriminierungsbeauftragter für Fernsehanstalten und richtete den Zuschauerraum klatschvoll ein, indem er Menschen nach ihrem Erscheinungsbild sortiert. Man fragt sich angesichts der fettleibigen Klatschaffen in der ersten Reihe, ob der Sender damit die Brücke zu quotenstarkem Hartz-IV-TV schlagen wollte oder ob man selber einfach zu sehr danach aussieht, als habe man einen an der Klatsche.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2147" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-1024x1024.jpg" alt="Fernsehen NDR extra3 Irrsinn der Woche Fernsehstudio" width="501" height="501" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-768x767.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-830x829.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-4-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 501px) 100vw, 501px" /></p>
<p>Nachdem man seinen Platz in der Gesellschaft zugewiesen bekam (dritte Reihe, immerhin noch vor den beigen Rentnern), betritt der Einheizer die Bühne. Er ist dazu da, den Menschen das Abprusten zu erleichtern und löst die ersten Lacher. Eigentlich ist er witziger und schlagfertiger als der eigentliche Witzemacher, der ins Fernsehen kommt, aber mit allzu viel Gerechtigkeit rechnet man beim Fernsehen ja ohnehin nicht. So klatscht und lacht man sich fünf Minuten warm und locker – und doch beschleicht einen das beklemmende Gefühl, irgendwie beobachtet zu werden. Vielleicht sind es die Kameras in der Größe eines Kleinbusses, die auf den eigenen Rachen gerichtet sind, die dieses subtile Gefühl auslösen. Möglich.</p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Dem Einheizer folgt der eigentliche Witzemacher, der weniger Witze und einen nervösen Eindruck macht.</span> </strong>Er begrüßt die Menge herzlich und euphorisch und verschwindet erneut von der Bühne, um die Menge zu begrüßen – in dem er in eine der Riesenkameras spricht. Wie ein eifersüchtiger Ehepartner fühlt man sich verletzt. „Ach, auf einmal bin ich nicht mehr gut genug für dich. Hast nur noch Augen für die andere.“ Und doch lächelt man weiter. Es könnte ja eine Kamera auf einen gerichtet sein. Allzeit b(e)reites Grinsen, auch wenn man sich fühlt, als würde man ein fremdes Gespräch belauschen. Ein Gespräch, das jemand vorher ausformuliert hat und nun vorgelesen wird. Unter der in die Zuhörer gerichteten Kamera laufen die Witze wie Aktienkurse über den Teleprompter. Schnellleser erkennt man an einem leicht zeitversetzten Lachen. Und daran, dass sie beim nächsten Mal in die letzte Reihe verbannt werden.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2148" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-1024x1024.jpg" alt="Fernsehen NDR extra3 Irrsinn der Woche Fernsehstudio" width="499" height="499" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-5-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<p><strong><span style="color: #ffc000;">Doch kaum hat das Vorlesen begonnen, ist es eigentlich auch schon wieder vorbei.</span> </strong>Oder auch nicht. Denn: Man stelle sich erneut vor, jemand erzählt eine humoristische Anekdote. Alle lachen über Boris und seine Busse. Doch dann sagt jemand „der Witz war ein bisschen zu lang, kannst du den bitte genauso, aber circa zwanzig Sekunden kürzer erzählen?“ Der Witz wird erneut erzählt, alle lachen und klatschen erneut. Leicht irritiert, aber total authentisch. Wie wenn Oma den einen Witz erzählt, den sie bei jeder Familienfeier zum Besten gibt.</p>
<p>Der Witzbold kündigt schließlich die nächste Sendung im Programm an und verbeugt sich. Musik und ein letztes klatschendes Aufbäumen setzen ein. Dann ist die Show vorbei. Vergeblich wartet man auf den Beginn der angekündigten Nachrichtensendung. Stattdessen wird man des Raumes verwiesen. Eilig begibt man sich auf dem Heimweg. Die Sendung wird schließlich bald ausgestrahlt und man möchte sich gerne beim Klatschen beobachten. Und die Witze ein drittes Mal hören. Ob das Lachen zu dem Witz gehört ist dabei so nebensächlich, wie die Frage, ob Boris Johnson wirklich Busse aus Weinkisten baut.</p>
<p><img decoding="async" loading="lazy" class="aligncenter  wp-image-2151" src="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-1024x1024.jpg" alt="Fernsehen NDR extra3 Irrsinn der Woche Fernsehstudio" width="500" height="500" srcset="http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-1024x1024.jpg 1024w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-150x150.jpg 150w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-300x300.jpg 300w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-768x768.jpg 768w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-830x830.jpg 830w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-230x230.jpg 230w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-350x350.jpg 350w, http://schellenaffe.de/wp-content/uploads/2019/09/Fernsehen-8-480x480.jpg 480w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
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